
von Ken Silva
Der Alpha Kurs wird in 169 Ländern angeboten; schätzungsweise 19 Millionen Menschen haben an dem Kurs teilgenommen. Der Autor Morton Kelsey spielt eine nicht unerhebliche Rolle in Bezug auf die spirituelle Orientierung des evangelistischen Kurses, der ökumenisch ausgerichtet ist.
Morton Kelsey ist der profilierteste Autor unter den Mystikern des 20. Jahrhunderts. Kelsey ist offen für jede religiöse Praxis als Hilfe bei der „inneren Reise“ des Menschen. Kelsey drängt seine Anhänger, „andere auf ihrem Weg zu leiten und ihnen niemals den eigenen Weg aufzuzwingen.“ Für Kelsey ist die innere Reise ein ebenso wichtiges Thema wie das „Reich Gottes in uns“. Agnes Sanford, die als eine der ersten Personen den Mystizismus in den Evangelikalismus einführte, schrieb 1947 in ihrem Buch The Healing Light: (dt. Ausgabe: Heilendes Licht, Ökumenischer Verlag Edel, 1978): „‘Das Reich Gottes ist in euch‘, sagte Jesus. Und dies ist das innewohnende Licht, der geheime Ort des Bewusstseins des Allerhöchsten, das Reich des Himmels in seiner gegenwärtigen Manifestation auf Erden.“
Interessanterweise wird Sanford in Mortons Buch Healing and Christianity, das von vielen Vertretern des Alpha Kurses als „Klassiker“ über Heilung empfohlen wird, häufig positiv zitiert. Das „Reich Gottes in euch“ wird in Kelseys Buch mit folgenden Worten beschrieben: „Das Reich Gottes, wie Jesus es verkündigte, kann man sowohl als innerlich als auch als eschatologisch (endzeitlich) betrachten. Es ist wahr, dass Jesus und seine Nachfolger unzweifelhaft auf das nahende Kommen des Reiches Gottes in der Geschichte hofften. Allerdings kann das Reich Gottes sich auch auf das Königreich im inwendigen Menschen beziehen oder auf das Reich Gottes, das sich jetzt in der Geschichte zeigt.“
Kelseys Lehre beinhaltet, dass der Geist Gottes in allen Menschen wohnt, und folglich ist eine Reise in das Innere nicht vergeblich. Kelsey schreibt in seinem Buch Through Defeat to Victory: „Wahres Hören ist eine Art von Gebet, denn wenn wir hören, lassen wir das menschliche Ego hinter uns und hören den Geist Gottes, der in den Herzen aller Menschen wohnt. Wahres Hören ist eine religiöse Erfahrung.“
Kelsey war stark von dem bekannten Psychologen Carl Jung beeinflusst und kombinierte verschiedene religiöse Praktiken mit den Lehren Jungs. Jung glaubte, dass er von dem Geistführer Philemon geführt wurde. Der Einfluss Jungs auf Morton wird besonders deutlich in Kelseys Buch Healing and Christianity, wo er sich häufig auf Jung bezieht, insbesondere was das Gebiet der Traumdeutung angeht. Für Kelsey stellten Träume einen Weg der Kommunikation des „Göttlichen“ mit dem Menschen dar. Jung glaubte, dass Gott im Unbewussten zu finden war; in der Tiefe der Seele konnte das Individuum aus seiner Sicht die Verbindung mit seiner verborgenen spirituellen Realität finden. In einem Buch, das von Vertretern des Alpha Kurses so wärmstens empfohlen wird, schreibt Kelsey: „Auf diese Weise eröffnete Jung die Türe, die den Kontakt des Unbewussten mit einer objektiven Realität jenseits des menschlichen Bewusstseins ermöglichte; dies belebt das menschliche Leben, was dem Ego-Bewusstsein nicht möglich ist. Wenn die menschliche Psyche folglich als Brücke zwischen dem Leib und der Kraft einer transzendentalen Realität dient, dann können Religion und religiöse Erfahrungen, insbesondere Heilungserfahrungen, zu einer realen und höchst bedeutsamen Möglichkeit werden.“
Es ist bedauerlich, dass Mystiker und ihre Anhänger danach streben, diese Tiefen zu ergründen, obwohl die Vorstellung, man könne Einsichten oder Verständnis durch das Unbewusste erlangen, der Heiligen Schrift fremd ist.
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Ken Silva, The Influence of Christian Mystics Morton Kelsey and John Wimber on the Alpha Course.
(Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom Telegram-Kanal „… umhergetrieben von jedem Wind der Lehre Epheser 4,14“