
von Thomas Schneider
Mit „Die Hühner satteln“ wird zwar ein absurdes Bild gezeigt, das aber dennoch als humorvolle Redewendung im deutschsprachigen Raum fest verankert ist. Es handelt sich um eine umgangssprachliche Aufforderung, sich endlich auf den Weg zu machen.
Sagt der Mann zu seiner Frau, die sich in der Fußgängerpassage schon länger als eine halbe Stunde mit einer Bekannten über Neuigkeiten austauscht: „Frau, es wird Zeit, die Hühner zu satteln.“ Bei manchen Männern dauern solche Gespräche nicht so lange – dafür oft länger. So zieht die Redewendung einen übertriebenen Ernst der Lage ins Lächerliche.
Das einprägsame Sprachbild „Die Hühner satteln“ führt zum tiefsinnigen Nachdenken über das Lebensziel eines Menschen, das meist im Hier und Jetzt begrenzt bleibt. Er weiß, daß er von einem „Huhn“ nicht getragen werden kann – und trotzdem will er es „satteln“. Er setzt auf das „Huhn“ Auto, Urlaub und anderes und verfehlt das eigentliche Ziel seines Lebens.
Im alttestamentlichen Buch der Sprüche heißt es in Kapitel 12, Vers 11: „Wer seinen Acker bebaut, wird Brot die Fülle haben; wer aber nichtigen Dingen nachgeht, ist ein Tor.“ Nichtige Dinge, das sind Dinge ohne echten Wert und im übertragenen Sinne „Hühner satteln“. Mit Sprüche 14,12 wird das noch deutlicher: „Mancher Weg erscheint dem Menschen richtig, aber zuletzt führt er zum Tod.“ Der Mensch kann von etwas vollkommen überzeugt sein und trotzdem völlig falsch liegen.
Alle irdischen Dinge, auf die der Mensch so gern setzt, sind „ein Haschen nach Wind“ (Prediger 1,14b). Er greift nach etwas und hat am Ende seines Lebens nichts in der Hand. In seinem 1. Brief an Timotheus schreibt der Apostel Paulus im Auftrag Gottes, daß wir nicht „auf den unsicheren Reichtum“ hoffen sollen, „sondern auf Gott, der uns alles reichlich darbietet, es zu genießen“. Irdische Güter sind keine Pferde, die man satteln könnte, sondern oft nur „Hühner“.
Auf was setzt du in deinem Leben die Prioritäten? Jesus Christus sagt: „Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo Motten und Rost sie fressen und wo Diebe einbrechen und stehlen. Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder Motten noch Rost sie fressen und wo Diebe nicht einbrechen und stehlen. Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.“ (Mt 6,19-21) Die Frage ist also nicht, ob du reitest, sondern worauf.
Es wirkt im Leben so vieles tragfähig. Es trägt aber nur EINER wirklich: Jesus Christus. Es liegt also an dir, ob du dich in deinem Leben nur mit „Hühnersatteln“ beschäftigen willst, oder intensiv und regelmäßig mit dem Wort Gottes, das deinen Glauben wachsen läßt (1Petr 2,2) und deine Maßstäbe verändert – weg von weltlichen Mustern, hin zu Gottes Willen (Römer 12,2). Frage dich selbst: Was trägt mein Leben wirklich? Worauf setze ich meine Hoffnung? Was bleibt am Ende bestehen?