AG Welt

Der Sabbat: Sektiererisches Kampfmittel

Screenshot Cover der Broschüre der Siebenten-Tags-Adventisten: „Was kommt auf uns zu?…“

von Thomas Schneider

Während einer Großdemonstration in der Vogtlandstadt Plauen am 8. August dieses Jahres wurden Broschüren verteilt mit dem Titel „Was kommt auf uns zu? Die letzten Ereignisse vor dem Beginn einer neuen Welt“. Kaum lesbar steht am Rand des Covers: „Ellen G. White“. – Bewußt?

Die Siebenten-Tags-Adventisten nutzten die Veranstaltung der Initiative „Einigkeit für Deutschland / Projekt Million“, um für ihre Religion zu werben. Religion deshalb, weil für diese Glaubensgemeinschaft nicht allein Gottes Wort verbindlich ist, sondern sie sich auch auf Lehren der Mitbegründerin der Freikirche stützt, die den vollen Namen Ellen Gould Harmon White (* 1827; † 1915) trägt.

Ellen G. White und ihre Familie erwartete gemeinsam mit dem Baptistenprediger William Miller die nahe Wiederkunft Christi – das erste Mal im März 1844, das zweite Mal im Oktober desselben Jahres. Trotz der großen Enttäuschung zum Ausbleiben des HERRN hielt die spätere Adventisten-Gründerin am persönlichen Erleben der Wiederkunft Christi fest. Bereits zu Lebzeiten wurde sie von ihren Glaubensgenossen als „Prophetin“ und ihre Schriften als vom Geist Gottes inspiriert verstanden.

In der in Plauen verteilten Broschüre heißt es auf Seite 59 unter der Überschrift „Die letzte Warnung“:

„Der Sabbat – das am meisten umkämpfte Gebot wird die finale Prüfung und der große Treuetest für die Menschheit sein. Dann wird offenbar werden, wer Gott wirklich dient. Wer dem Staat gehorcht und entgegen dem vierten Gebot den falschen Sabbat hält, zeigt seine Loyalität gegenüber einer antigöttlichen Macht. Wer dagegen den wahren Sabbat hält, wie Gottes Gesetz es fordert, beweist seine Treue gegenüber dem Schöpfer. Die einen beugen sich irdischer Autorität und empfangen mit dem Sonntag das Malzeichen des Tieres, die anderen folgen göttlicher Autorität und empfangen mit dem Sabbat das Siegel Gottes.“

Im Apostelkonzil Apostelgeschichte 15 wurde geregelt, welche jüdischen Gesetze für Heidenchristen gelten. Das Halten des Sabbats ist dabei nicht aufgeführt. Außer Frage steht, daß der Sabbat ein von Gott eingesetzter Ruhetag ist. Doch Jesus sagt in der Auseinandersetzung mit den Pharisäern: „Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht und nicht der Mensch um des Sabbats willen.“

In der Offenbarung 14,12 heißt es zur Ankündigung des Endgerichts: „Hier ist die Geduld der Heiligen, die da halten die Gebote Gottes und den Glauben an Jesus!“ Die Bibel sagt, daß es in der Endzeit zu einer Entscheidung zwischen der Treue zu Gott und dem Abfall von Gott kommen wird. Sie sagt jedoch nichts darüber, daß diese letzte Prüfung ausschließlich oder hauptsächlich eine Frage des Sabbats sein wird. Die Endzeittexte sprechen vielmehr von dem Ausharren der Gläubigen, der Anbetung Gottes, der Treue zu Christus, dem Gehorsam gegenüber Gottes Geboten, der Verführung durch das Tier.

Aus dem Wort Gottes eine ausschließliche Sabbat-Prüfung abzuleiten und Christen mit dem Halten des Sonntags (wie es in der Broschüre heißt) „das Malzeichen des Tieres“ aufzudrücken, ist Hochmut vor dem Fall. In Offenbarung 13,16 heißt es: „Und es macht, daß sie allesamt, die Kleinen und Großen, die Reichen und Armen, die Freien und Sklaven, sich ein Zeichen machen an ihre rechte Hand oder an ihre Stirn…“ Dies erklärt nicht, daß dieses Malzeichen der Sonntag sei. Das Malzeichen wird in Offenbarung 13 mit der Verehrung des Tieres und mit wirtschaftlichem Zwang verbunden. Der Text nennt aber weder den Sonntag noch den Sabbat.

Das Neue Testament bezeichnet nicht den Sabbat als das „Siegel Gottes“ (wie in der Adventisten-Broschüre behauptet wird), sondern den Heiligen Geist. „In ihm (Christus) seid auch ihr, die ihr das Wort der Wahrheit gehört habt, nämlich das Evangelium von eurer Rettung – in ihm (in Christus) seid auch ihr, als ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist, der verheißen ist…“ (Epheser 1,13) „Und betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt seid für den Tag der Erlösung.“ (Epheser 4,30)

Der Apostel Paulus schreibt an die Kolosser (2,16): „So laßt euch nun von niemandem ein schlechtes Gewissen machen (wörtlich: verurteilen) wegen Speise und Trank oder wegen eines Feiertages, Neumondes oder Sabbats.“ An die christliche Gemeinde in Rom schreibt der vom HERRN beauftragte Paulus (14,5): „Der eine hält einen Tag für höher als den andern; der andere aber hält alle Tage für gleich. Ein jeder sei seiner Meinung gewiß.“

Der Treue-Test nach der Bibel ist die Ausrichtung des Menschen auf Christus. „Wer den Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht.“ (1. Johannes 5,12) Jesus spricht in Johannes 14,15: „Liebt ihr mich, so werdet ihr meine Gebote halten.“ Und zum Pharisäer in Matthäus 22,37 sagt Jesus: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt.“ Entscheidend ist der Glaube an Christus, die Liebe zu Gott, der Gehorsam gegenüber Gottes Wort, die Treue zu Jesus Christus bis zum Ende der Zeiten.

Die Bibel reduziert diese Treue zu Jesus Christus nicht auf die Frage, welcher Wochentag von einem wiedergeborenen Christen zur Ehre Gottes gehalten wird. Das Sabbat-Gebot ist das einzige der Zehn Gebote, das im Neuen Testamant nicht wiederholt oder gar befohlen wird. Die endzeitliche Lehre der Siebenten-Tags-Adventisten entspricht nicht dem geistgewirkten Wort Gottes. Wer treu zu Jesus Christus steht, braucht zur Bibel keine Sonder- bzw. Irrlehren, wie sie diese Religionsgemeinschaft vertritt und über Demonstrationen verbreitet, wie am 8. August in Plauen geschehen.

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Siebenten-Tags-Adventisten [AG1055]

Adventistische Reformationsbewegung [AG1097]

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