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Daumenschrauben anziehen

Foto: Modellbild

von Thomas Schneider

Schon immer in der Geschichte stand die „Daumenschraube“ für physische und psychische Gewalt einer absolutistisch-diktatorisch beseelten Obrigkeit. Im Altertum war die „Daumenschraube“ ein bewährtes Folterinstrument.

„Daumenschrauben anziehen“ bedeutet, massiven Druck auf eine Person, eine Personengruppe, ein Volk oder ganze Völkergemeinschaften auszuüben, um sie durch Herauspressen von (Zu-)Geständnissen und/oder über polizeiliche Maßnahmen gefügig zu machen und letztlich zur Preisgabe ihrer Freiheitsrechte zu zwingen.

„Starker Tobak“, mag eine andere Redensart dazu sagen – aber so ist die Wirklichkeit. Wer seine Augen vor der Realität verschließt, wird blind bleiben für die Steuerungssysteme einer Obrigkeit, die Stück um Stück die „Daumenschraube“ in allen Bereichen des Lebens anzieht. Begriffe wie Demokratie und Freiheit sind dann, gemessen an ihrer wahrheitsgemäßen Definition, nur noch Makulatur, „Unsinn“, man kann auch sagen: „wie Altpapier“. Sie haben ihre Gültigkeit verloren.

Die Bibel, Gottes Wort, kennt solche Entwicklungen, die mit Bedrängnis, Verfolgung, Zwangsdienst oder Joch beschrieben werden. Ein klassisches Beispiel für „Daumenschrauben anziehen“ ist in 2.Mose 1 zu finden: Die brutale Versklavung Israels. Der Arbeitsdruck wird erhöht, die Freiheit eingeschränkt – mit dem Ziel der völligen Unterdrückung. Ein Sprichwort sagt: „Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!“

Eine weltliche Obrigkeit, deren Grundsatz es ist, Ordnung, Sicherheit und Freiheit in Rede, Wort und Schrift für das Volk zu gewährleisten, handelt nach göttlicher Bestimmung. Doch nicht jede weltliche Obrigkeit ist automatisch gerecht. Die Bibel zeigt viele Fälle, wo Obrigkeit übergriffig wird, das Volk unterdrückt, zur Götzenanbetung zwingt und unliebsame Menschen aus dem Weg räumt – bis hin zur Kreuzigung.

Wenn eine Obrigkeit das Gewissen eines Menschen vergewaltigt und seine Seele beherrschen will, mutiert sie zum Tyrann, verliert ihre moralische Legitimität, verletzt das fundamentale Recht auf Gewissensfreiheit und sät den Samen für Widerstand. Eine solche Obrigkeit verlangt mehr „als dem Kaiser gebührt“, zwingt den Volksgenossen zum Ungehorsam und riskiert den Frieden im Lande und darüber hinaus.

Nicht umsonst finden wir im Neuen Testament (nach M. Luther) 5-mal „Fürchtet euch nicht“ und 5-mal „Fürchte dich nicht“. Was der Mensch haben soll, das ist nicht Menschenfurcht, sondern Gottesfurcht, also Gewissenstreue gegenüber seinem Schöpfer. Wenn eine Obrigkeit die Seele des Menschen zu brechen versucht, weil er sich nach den Geboten Gottes ausrichtet und weil seiner Seele der Geist Gottes durch Wiedergeburt innewohnt, ist Widerstand gegen „Daumenschrauben anziehen“ nicht nur erlaubt, sondern geboten.

Nicht um deiner selbst willen, sondern um Gottes Willen! Denke daran, daß die Freiheit in dieser Welt immer an ihre menschliche Grenzen stößt – nicht aber die Freiheit Gottes. Denn ihr Fundament ist Gottes weltumspannende, absolute Gerechtigkeit. Diese wiederum führt nicht unbedingt zur Befreiung von weltlichen Tyrannen, aber ewigkeitsorientiert zur Befreiung von der zerstörerischen Macht der Sünde, hin zur freiwilligen und lebensspendenden Bindung an Gott. So heißt es beispielsweise in Galater 5,1: Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und laßt euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!“ Und im 2. Korintherbrief 3,17 schreibt der Apostel Paulus: „Wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit“!

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