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Da verläßt einen der Mut

Foto: Modellbild

von Thomas Schneider

Wenn es einem Menschen an Entschlossenheit mangelt und eine schwierige Situation wie ein unüberwindbarer Berg vor ihm steht, dann wird die Redewendung „Da verläßt einen der Mut!“ sehr schnell zur Realität. Der Kampf scheint verloren, noch ehe er begonnen hat.

Wenn Mutlosigkeit angesichts von Hindernissen und das Gefühl, einer Situation nicht gewachsen zu sein, Oberhand gewinnen, scheint alles in einer Sackgasse zu enden. Ängste plagen, weil kein Ausweg in Sicht ist. In Albträumen werden plötzlich Stimmen laut, die mit den Worten „Das schaffst du sowieso nicht“, einen Menschen schließlich völlig entkräften wollen.

Die letzte entscheidende Prüfung im Studium steht an. Der Student hat sich sehr bemüht, den Lernstoff in seinen Kopf zu kriegen. Wenn der Dozent dann vor der Prüfung zu ihm sagt: „Wenn du diese Prüfung vermasselst, kannst du dich bei der Müllentsorgung anmelden…“, da könnte er glatt den Mut verlieren oder (wie es in einer anderen Redewendung heißt) gleich „die Flinte ins Korn werfen“.

Der Mensch schaut im Leben mehr auf die Umstände als auf Gott. Ein klassisches Beispiel dazu ist im Matthäusevangelium (14,30) zu finden. Jesus kommt seinen Jüngern (die in einem Boot wegen „starken Windes“ in Not geraten sind) auf dem Wasser entgegen. Sie glauben erst, es sei ein Gespenst, doch dann erkennen sie ihren HERRN. Der Jünger Petrus will Jesus – nachdem ihn Jesus zu sich gerufen hat – auf dem Wasser entgegengehen. Als Petrus aber seinen Blick auf den starken Wind richtet, erschrickt er, beginnt zu sinken und schreit zu Jesus voller Angst um Hilfe. Jesus streckt seine Hand aus und rettet Petrus vor dem Ertrinken. Was sagt Jesus daraufhin zu seinem Jünger? „Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?“

Wendet der Mensch seinen Blick von Gott ab und hin auf die Bedrohung, dann verläßt ihn schnell der Mut und Zweifel erfassen Kopf und Herz. Die Bibel verschweigt nicht, daß selbst große Propheten und Könige von Mutlosigkeit und Angst geplagt waren. Der Prophet Elia flüchtet entmutigt und voller Angst vor der Königin Isebel in die Wüste, setzt sich unter einen Ginsterstrauch und wünscht sich zu sterben (1Kön 19,1-4). Er ist ausgelaugt, erschöpft und verliert den Lebensmut. – König David, ein Mann nach dem Herzen Gottes (1Sam 13,14), klagt in Psalm 55, 5-6 über Furcht und Verzweiflung: „Mein Herz ängstet sich in meinem Leibe, und Todesfurcht ist auf mich gefallen. Furcht und Zittern ist über mich gekommen, und Grauen hat mich überfallen.“

Wenn dich der Mut verläßt, dann kann es natürliche, aber ebenso geistliche Gründe haben: fehlende Ruhephasen, unregelmäßige und mangelhafte Ernährung, aber eben auch fehlendes Gottvertrauen. Gott spricht deshalb in solcher Not auch zu dir: „Fürchte dich nicht!“ Diesen tröstenden Zuspruch Gottes findest du in der Bibel (Übersetzung nach Martin Luther) 92-mal! Wie ein roter Faden zieht er sich durch die gesamte Heilige Schrift.

Vergiß bei allem Nachsinnen nicht, daß du Mut nicht selbst schaffen, sondern nur als Geschenk Gottes annehmen kannst. Im 2. Brief des Paulus an Timotheus (1,7) heißt es: „Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ Mut ist also eine Gabe des Heiligen Geistes. Gerade dann, wenn du schwach und abgemattet bist, brauchst du DEN starken HERRN an deiner Seite, der zu Paulus gesagt hat: „Laß dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ (2Kor 12,9) Verläßt dich der Mut, dann wende dich vertrauensvoll mit Dank, Bitte und Flehen im Gebet an Jesus Christus. Richte deinen Blick neu aus: Wende dich ab von der Angst, hin zum Heiland der Welt. ER entscheidet in Liebe und Barmherzigkeit, was für dich gut und dienlich ist.

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