
von Thomas Schneider
Bei der Redewendung „Da liegt der Hase im Pfeffer“ liegt der Schwerpunkt auf dem Adverb „da“, das gezielt auf etwas hinweist. Mit anderen Worten: Genau an der Stelle liegt der Kern des Problems, die Ursache des Mißstands, der Haken an der Sache oder – wie es in einer anderen Redensart heißt – „der entscheidende Knackpunkt“.
Der sprachgeschichtliche Hintergrund wird der „Alten Küche“ im Mittelalter zugeordnet. Mit „Pfeffer“ war damals kein reines Gewürz gemeint, wie wir es heute kennen, sondern eine stark gewürzte, saure „Braune Soße“ für Wildgerichte. Wenn dann beispielsweise ein geschlachteter „Hase im Pfeffer“ lag, so konnte er sich sprichwörtlich „nicht mehr aus dem Staube machen“. Er lag verborgen unter einer brodelnden Gewürzsoße.
„Da liegt der Hase im Pfeffer“ bedeutet im übertragenen Sinn: Mit einem staunenden „da“ wird das Problem oberflächlich erkannt, aber es liegt tiefer, oftmals sehr tief! Wenn Wirtschaft, Bildungs- Sozial- und Gesundheitswesen eines Landes sinnbildlich in Schutt und Asche gelegt werden, erkennen die meisten Volksgenossen die eigentlichen Ursachen eines solchen katastrophalen Niedergangs nur ungenau. Zum Aufdecken solcher Mißstände bedarf es eines genauen Hinschauens – hinter die Kulissen tagesaktueller Krisen und Lebensumstände. Dazu zählen die Prüfung der Rechtsstaatlichkeit, das Analysieren und Bewerten utopischer Ideologien, das Recht auf (wirklich) freie Wahlen und in Folge die Abwicklung politischer Fehlentscheidungen und ein rapider Rückbau von staatlichen Maßnahmen, Gesetzen oder Großprojekten, die sich als schädlich oder unrealistisch erwiesen haben. Nicht zu vergessen: die notwendige Abkopplung von global agierenden Menschenfeinden.
Aus biblischer Sicht ist das eigentliche Problem menschlichen Versagens im Inneren des Menschen zu suchen. „Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die bösen Gedanken…“ (Mk 7,21) Beim Propheten Jesaja 59,2 heißt es: „…eure Vergehen haben die Mauer gebaut, die zwischen euch und eurem Gott steht.“ Das heißt also: Der „Hase im Pfeffer“ ist im Grunde genommen die Sünde – ein von Gott getrenntes Leben. In den Weisheitssprüchen beim Propheten Jeremia 17,9 ist nachzulesen: „Abgründig ist das menschliche Herz, beispiellos und unverbesserlich. Wer kann es durchschauen?“ Die Antwort ist einfach: Gott allein kann durchschauen, wenn sich der Mensch einer gefährlichen Selbsttäuschung ausliefert, die ihm der Teufel ins Herz gestreut hat.
Jesus deckt den „Hasen im Pfeffer“ auf und geht zum Kern der Sache. ER erkennt beim reichen Jüngling (Mt 19,16-26), daß dessen Herz an Besitz und Reichtum gebunden ist. In den Weherufen in Matthäus 23 konfrontiert Jesus mehrfach die geistliche Crème de la Crème in ihrer „Betriebsblindheit“ mit den Worten: „Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler…“ Der wahre „Hase im Pfeffer“ ist größtenteils geistlicher Natur.
Solltest du dich immer noch von Medien und deren Auftraggeber beeinflussen lassen, durch die deine Seele großen Schaden nimmt, dann suche den Ausschaltknopf bei der Propagandamaschine oder spende sie für’s Recycling. Wenn du den „Hasen“ nicht selbst erkennst, dann lasse ihn von Gott durch Sein unfehlbares und oft „gepfeffertes“ Wort und durch Seinen guten Heiligen Geist aufdecken. „Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.“ (Röm 8,14) Sprich mit anderen über deine gewonnenen Erkenntnisse. Ermutige sie zum Nachdenken über ihr Leben und über ihren Auftrag in dieser Welt.