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Jemanden auf den Schild heben

Foto: Modellbild

von Thomas Schneider

Die Redewendung „Jemanden auf den Schild heben“ geht auf den altgermanischen Brauch der „Schilderhebung“ zurück. Wurde vor kriegerischen Auseinandersetzungen ein neues Oberhaupt gewählt, wurde es von Kriegern auf einen flachen Schild gehoben.

Über Jahrtausende hinweg wurde der „Schild“ als Schutzwaffe eingesetzt. Im Zeitraum von etwa 1000 v. Chr. bis 500 n. Chr. erzielte der Schildbau mit Materialien aus Holz und Bronze seine Perfektion. Mit der Entwicklung von Feuerwaffen verlor der Schild seine kriegerische Bedeutung.

Das gewählte Oberhaupt, meist ein Fürst oder Herzog, wurde dreimal vor dem versammelten Volk herumgetragen, das ihn dann als neuen Anführer anerkennen sollte. Dieser Kult galt als öffentlicher Rechtsakt und diente als Zeichen für den Aufbruch in den Kampf. Soweit die weltliche Sicht der Dinge.

Die Redewendung „Jemanden auf den Schild heben“ hat keinen biblischen Ursprung, sondern steht für weltliche Anerkennung, Erhöhung und Machtübertragung. Für Gott gilt der Grundsatz, daß allein ER derjenige ist, der erhöht. In Psalm 75,8 heißt es: „Gott selbst ist der Richter, der den einen erniedrigt und den anderen erhöht.“ So kommt wahre Erhöhung nicht von Menschen, sondern von Gott allein.

Als Josef vom Gefangenen zum zweiten Mann Ägyptens erhöht wurde, waren es nicht Menschen, die ihn sprichwörtlich auf den Schild gehoben haben, sondern Gott. Josef sagt zu seinen Brüdern, die ihn als Sklaven verkauft hatten (1Mo 37): „…nicht ihr habt mich hierher gesandt, sondern Gott; und er hat mich zum Vater für den Pharao gemacht und zum Herrn für sein ganzes Haus und zum Herrscher über das ganze Land Ägypten.“ (1Mo 45,8)

Daniel wurde in einem fremden Reich erhöht (Dan 2 und 6) – wegen seiner Treue zu Gott. Er bekennt: „Gelobet sei der Name Gottes von Ewigkeit zu Ewigkeit, denn ihm gehören Weisheit und Stärke! Er ändert Zeit und Stunde; er setzt Könige ab und setzt Könige ein; er gibt den Weisen ihre Weisheit und den Verständigen ihren Verstand, er offenbart, was tief und verborgen ist; er weiß, was in der Finsternis liegt, und nur bei ihm ist das Licht.“ (Dan 2,20-22)

So war es auch keine menschliche Inszenierung, sondern Paradebeispiel für das alleinige Handeln Gottes, daß der Hirtenjunge David zum König erwählt wurde. „Samuel nahm das Ölhorn und salbte David im Kreis seiner Brüder. Von diesem Tag an kam der Geist Gottes über David und verließ ihn nicht mehr.“ (1Sam 16,13a)

Die Bibel warnt vor menschlicher Selbsterhöhung: „Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden.“ (Lukas 14,11) Das entspricht genau dem Problem, wenn Menschen sich gegenseitig „auf den Schild heben“, in welchen gesellschaftlichen Szenarien auch immer. Es führt stets zu Stolz, Machtinteressen und Personenkult. Die höchste biblische Erhöhung ist Christus: „Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist…“ (Phil 2,9) Gottes Prinzip ist immer: Prüfung – Gehorsam – Erhöhung. Deshalb gebührt allein dem lebendigen Gott alle Ehre.

Wenn man dich „auf den Schild heben“ will, dann prüfe, ob es Gottes Wille ist. Sein heiliges Wort und Sein Heiliger Geist werden dir helfen. Bete zu Jesus Christus: „Aber du, HERR, bist der Schild für mich, du bist meine Ehre und hebst mein Haupt empor.“ (Ps 3,4)

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