
von Thomas Schneider
Es gibt Momente im Leben, wo ein Sachverhalt, eine Information oder eine Nachricht einfach nicht verstanden wird. Man ist sozusagen „begriffsstutzig“ und steht sprichwörtlich „auf dem Schlauch“. Solche Denkblockaden werden oft leichtfertig mit „Demenz“ (Denk-Störung) verwechselt, die grundsätzlich einer medizinischen Diagnose bedarf.
Das „Auf dem Schlauch stehen“ (oder auch: „Auf der Leitung stehen“) ist nichts anderes, als daß der Mensch trotz Wissen und Fähigkeit nur vorübergehend keinen klaren Gedanken fassen kann. Entweder hat er den Sachverhalt nicht vollständig nachvollziehen können, ist abgelenkt (worden) oder hat gerade anderes im Sinn. Auch Streß, Übermüdung, Zeitdruck u.v.m. können Ursachen sein. Etwas nicht begreifen, ratlos sein oder bei einer Problemlösung nicht weiterkommen, das ist vollkommen menschlich und normal.
Die Bibel beschreibt häufig Situationen, in denen Menschen etwas nicht verstehen und „auf dem Schlauch stehen“. Wie oft verstehen die Jünger Jesu Seine Worte nicht sofort, wenn ER in Gleichnissen redet. Auch nach geschehenen Wundern und Lehrstunden bleiben sie oft „begriffsstutzig“. Als die Jünger vergessen Brote als Verpflegung mitzunehmen, da sagt Jesus (als er merkt, was sie beschäftigt) hart aber herzlich: „Was macht ihr euch Gedanken darüber, daß ihr kein Brot habt? Begreift ihr es immer noch nicht? Versteht ihr denn gar nichts? Sind eure Herzen so verschlossen?“ (Mk 8,17)
Das Nicht-Verstehen (begrenzter menschlicher Verstand) ist also nicht immer nur intellektuell begründbar. Es kann auch einen geistlichen Ursprung haben. Die Erkenntnis mag vorhanden sein, ist aber noch nicht ins Herz vorgedrungen. Es mangelt an einer klaren Ausrichtung zu Gott hin, der doch jeden Gedanken des Menschen kennt: „HERR, du erforschest mich und kennest mich. Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne.“ (Ps 139,1-2)
Stehst du wieder einmal auf dem Schlauch, dann geh einfach von ihm runter, dann fließt das Wasser wieder. Gehe ins Gebet und sprich: „HERR Jesus, du weißt am besten, wieso ich das eine oder andere nicht verstehen kann. Wo blockiere ich meinen Gedankengang selber? Was muß ich tun, um Klarheit zu bekommen? Vielleicht hast du gute Gründe, mich im Nicht-Verstehen zu lassen, um Schaden abzuwenden. HERR, dein Wille geschehe!“
Es gibt keinen anderen, der alles weiß und alles kann, außer Jesus Christus. „Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe auf ihn, er wird’s wohlmachen (gut machen).“ (Ps 37,5) Du mußt dich nur auf IHN, auf Sein Wort und auf Seine Führung verlassen.