
von Ernst Martin Borst
Seit vielen Jahren gibt es bereits einen sogenannten „Rat der Religionen“, eine örtliche Institution des „Interreligiösen Dialogs“. Diese Form der Zusammenarbeit wird in vielen Städten Deutschlands, u.a. in Stuttgart, Bonn, Frankfurt am Main, Gießen, Hannover, Kassel, Köln, Hildesheim, München, Nürnberg, Odenwald, Leverkusen, Pforzheim, Wuppertal, Iserlohn, Marburg und Ulm praktiziert.
Manche Gruppierungen bezeichnen ihre Zusammenkünfte auch als „Runder Tisch der Religionen“ oder „Interreligiöser Dialog“. Organisationsstrukturen, Ziele und Aufgaben dieser sog. „Räte der Religionen “ sind bundesweit ähnlich gelagert. Vielen reicht diese Verirrung nicht mehr und möchten noch einen Schritt weitergehen. Es sollen gemeinsame Gotteshäuser entstehen.
In München wird seit Jahren daran gearbeitet. Die Pläne konnten bisher jedoch nicht verwirklicht werden. Um solche Ziele zu vertiefen und voranzutreiben, finden auf Europaebene Treffen und Tagungen statt. So fand kürzlich vom 4. bis 5. Juni 2026 in München die „Tagung Häuser der Religionen“ statt. In der Einladung war u.a. zu lesen:
„Alle zwei Jahre kommen die europäischen Häuser der Religionen zu einer Tagung zusammen, um den interreligiösen Dialog und den Austausch über nationale Grenzen hinweg zu fördern. Im Jahr 2026 wird das Haus der Kulturen und Religionen München e.V. Gastgeber dieser bedeutenden Veranstaltung sein und Vertreter*innen aus ganz Europa in München willkommen heißen. Diese Tagungen sind von zentraler Bedeutung, um sich über die Herausforderungen und Erfolge vergleichbarer Projekte auszutauschen, voneinander zu lernen und gemeinsam neue Wege für eine friedliche und integrative Gesellschaft zu entwickeln. Sie bieten eine einzigartige Plattform, um Erfahrungen zu teilen, Inspiration zu gewinnen und den interreligiösen Dialog in Europa weiter voranzubringen.“
Über diese Tagung berichtete BR24 folgendes:
„Eine Gebetsnische? Ein Garten mit Bach? Eine Bibliothek und ein multifunktionaler, sakraler Raum? Die Workshopteilnehmer experimentieren mit Lego, wie ein Haus der Religionen in München aussehen könnte. Denn dort versucht ein Verein seit vielen Jahren, eines zu schaffen – bislang vergeblich. Der Workshop ist Teil einer Tagung in der katholischen Akademie in München. Es treffen und tauschen sich aus: Vertreter anderer Häuser der Religionen, Studierende, Dozentinnen. Religionswissenschaftler Martin Rötting von der Universität Salzburg hat es organisiert. Er ist auch Vorsitzender des Vereins, der sich für ein Haus der Religionen in der bayerischen Landeshauptstadt einsetzt. Münchner Idee: Viele religiöse Gemeinschaften in einem Gebäude Ein Konzept gibt es schon: ein Haus, in dem Christen, Muslime, Juden, aber auch Buddhisten, Hinduisten, Anhänger der Bahai-Religion und anderer Gemeinschaften religiöse Räume haben, es aber auch gemeinschaftlich genutzte Orte gibt. Außerdem soll ein College internationale Studierende anziehen, die das Haus beleben.“
Zum Vorstand des Vereins „Haus der Kulturen und Religionen München e.V“. gehören: Prof.Dr. Martin Rötting (OCCURSO e.V.) katholisch, Gönül Yerli (Münchner Forum für Islam) muslimisch, Eva Haller (Europäische Janusz Korczak Akademie) jüdisch, Rabbiner Steven Langnas (Münchner Lehrhaus der Religionen e.V.) jüdisch, Ralph Deja (Münchner Lehrhaus der Religionen e.V.) katholisch, Joachim Schnittke (OCCURSO e.V.) buddhistisch, Arno Hartung evangelisch, Dr. Andreas Renz (zur Person) katholisch, Aykan Inan (DITIB Landesverband Südbayern e.V.) muslimisch, Ingrid Winkler, Dipl. Religionspädagoge (FH), katholisch, Heike Stuckert, Diplom-Kulturmanagerin, Barbara Kittelberger, Stadtdekanin i.R. evangelisch, Heinz Roiger (Deutsche Buddhistische Union e.V. – DBU) buddhistisch, Stefanie Blum-Effenberger (OCCURSO e.V.) evangelisch, Yvonne Baur-Saleh (Freunde Abrahams e.V.) muslimisch, Prof.Dr. Stefan Wimmer (Freunde Abrahams e.V.), Michael Temple, Benediktiner Weltoblate, Yogi, katholisch, Dietmar Bruckmann, Bahá’í
Zu seinen Zielen schreibt der Verein: „Wir wollen ein Haus errichten, in dem Menschen verschiedener Kulturen und Religionen zusammenleben, lernen und feiern können. Es geht darum, ein respektvolles und friedliches gesellschaftliches Miteinander zu fördern. Unter dem Motto „Einheit in der Vielfalt“ wollen wir in die Gesellschaft hineinwirken, als sichtbarer Ort in München, an dem Menschen verschiedener Kulturen und Religionen sich begegnen, miteinander leben und voneinander lernen. Das Münchner Vorhaben möchte Räume für die religiöse Praxis, ein Café der Begegnung, Bildungsprojekte wie das Lehrhaus sowie das College of Interreligious Studies und ein Wohnheim anbieten. Ein Haus der Kulturen und Religionen trägt ein anspruchsvolles Raumkonzept bereits im Namen. Vergleichbare Projekte entschieden sich z.B. für Sakralräume der verschiedenen Religionen und ein Cafe oder einen Platz im Zentrum. In München erproben wir die Nazarethkirche und wollen gemeinsam an Ideen arbeiten, wie aus ihr und den baulichen Möglichkeiten im Umfeld ein Haus der Kulturen und Religionen werden kann. Dazu werden wir sowohl kreative Methoden einsetzen als auch die Beratung eines Expertengremiums in Anspruch nehmen. Weitere Informationen und Möglichkeiten zur Mitarbeit finden sich auf der Homepage (HdKRM.org). Möglich sind: Spirituelle Inhalte, religiöse Feiern der Religionsgemeinschaften und beteiligten Gruppen, offen für alle, interreligiöse Formate, spirituelle Musik, Meditationsangebote unterschiedlicher Traditionen. Durch Bildungsangebote bieten die Initiative des Rabbiners Steven Langnas, das Münchner Lehrhaus der Religionen, sowie die Freunde Abrahams e.V. und andere interreligiöse Vereine Möglichkeiten an, sich auszutauschen, andere Religionen zu erleben und mit ihren Vertretern ins Gespräch zu kommen. Räume der Religionen können als Teil eines größeren Versammlungsraumes oder in kleineren Formaten realisiert werden.“
Wie sind alle diese interreligiösen Aktivitäten zu bewerten?
Es wäre begrüßenswert, wenn sich Religionsvertreter einer Stadt darum bemühen, gemeinsam bestimmte Anliegen der Stadtverwaltung oder einer Regierung vorzutragen; so z.B. eine gemeinsame Erklärung für den Lebensschutz – gegen Abtreibung; für die Unversehrtheit des Körpers – gegen eine Impfpflicht oder für die Bewahrung der heterosexuellen Ehe zwischen einem Mann und einer Frau – gegen die sog. „Ehe für alle“. Doch darum geht es dem Rat der Religionen nicht!
Während in einigen Organisationen und Netzwerken Muslime, Buddhisten und Vertreter anderer Religionen noch nicht offiziell zusammenarbeiten dürfen, sind sie alle im sogenannten Rat der Religionen willkommen. Beim Rat der Religionen geht es um eine umfassende Religionsvermischung, die u.a. auch seitens der evangelischen Kirche Unterstützung findet. Lehr- und Glaubensinhalte werden – zugunsten eines „interreligiösen Dialogs“ – aufgegeben. Die Botschaft der Bibel, das Wort Gottes, wird verdunkelt. Eine christliche Gemeinde, die dem dreieinen Gott gehorsam ist, würde sich niemals für den Bau einer Moschee oder eines Mormonentempels einsetzen oder gar Gottesdienste mit Vertretern verschiedener Religionen feiern. So ist der Rat der Religionen ein weiterer Baustein im weltweiten antichristlichen Netzwerk. Gottes Wort warnt: „Seht euch vor, vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe.“ (Matthäus 7,15)
Durch ihre Mitgliedschaften in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) sind auch alle Freikirchen und auch die Evangelische Allianz indirekt (zum Teil sogar direkt) in die interreligiösen Vorgänge involviert. So arbeiten z.B. im „Interreligiösemn Arbeitskreis Kiel“ Baptisten mit Muslimen, Juden, Buddhisten, Bahá’í , Brahma Kumaris u.v.a. eng zusammen (wir berichteten bereits: Interreligiöse Wege sind Irrwege — AG Welt) .
Interreligiöse Wege, egal ob sie Haus der Religionen, Runder Tisch der Religionen oder Rat der Religionen genannt werden sind Irrwege. Sie leugnen die biblische Botschaft. „Christen“, die diesen Weg mitgehen, missachten so den von JESUS CHRISTUS gegebenen Missionsauftrag. Alle Menschen, ob sie nun Juden, Muslime, Buddhisten, Esoteriker, Agnostiker oder Atheisten sind, müssen zu dem eingeladen werden, der von sich sagt: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ (Johannes 14,6). GOTTES Wort fordert uns eindringlich auf, uns von Irrlehrern und Irrlehren fernzuhalten. (Apostelgeschichte 20,29-30; 2.Korinther 11,13-15; Galater 1,7-9; Epheser 5,6; Kolosser 2,8; 2.Thessalonicher 2,3-4+8; 1.Timotheus 6,3-6; Hebräer 13,9 u.a.).
Freikirchen und Gemeinden sind und jeder Einzelne ist dringend dazu aufgerufen, diese verwerflichen und widergöttlichen Wege zu verlassen!
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Lesen sie bitte auch unsere AG WELT – Flyer:
- Rat der Religionen [AG2026]
- Christinnenrat – Ökumenische Arbeitsgemeinschaft in Deutschland [AG2006]
- Christlicher Convent Deutschland (CCD) [AG2015]
- Die Ringparabel und das „House of One“ [AG1061]
- Ökumene [AG1083]
- Taizé ökumenischer Männerorden [AG1074]