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Alle Jubeljahre einmal

Foto: Modellbild

von Thomas Schneider

Wenn etwas sehr selten geschieht, dann wird im heutigen Deutsch einfach gesagt: „Alle Jubeljahre einmal“. Umgangssprachlich meint man damit Zeiträume, die einem persönlich sehr lange vorkommen. Manchmal wird der Ausdruck mit einem leicht ironischen Unterton verwendet, um auf längst Überfälliges hinzuweisen.

Wenn Besuch das erste Mal kommt und die Hausmutter zeigt die Räumlichkeiten der Wohnung, dann kann es durchaus sein, daß sie leicht genervt sagt: „Unsere Kinder räumen ihre Zimmer alle Jubeljahre mal auf.“ Na, irgendetwas muß da wohl in der Erziehung schiefgelaufen sein. – Seit vielen Jahren treffen sich zwei Ehepaare immer wieder einmal beim Einkauf im Supermarkt und sagen überspitzt: „Wir sehen uns ja nur alle Jubeljahre einmal!“ Sicher wäre es vorteilhafter, sich zu Kaffee und Kuchen zu treffen, statt sich in einem Mammon-Tempel die Beine in den Bauch zu stemmen.

Die Redewendung „Alle Jubeljahre einmal“ geht auf das sogenannte „Jubeljahr“ im Alten Testament zurück, insbesondere im 3. Buch Mose, Kapitel 25. Dort heißt es, daß nach jeweils 7 Sabbatjahren (7 x 7 = 49 Jahre) im 50. Jahr ein besonderes Jahr folgen solle: das Jubeljahr (hebräisch: Jowel). Es wurde mit dem Blasen eines Schofars, speziell eines Widderhorns (hebräisch: Jovel) angekündigt. Wie im Sabbatjahr, so sollte auch im Jubeljahr das Land nicht bestellt werden. Denn Gott, der dies anordnete, ist der eigentliche Eigentümer von Land und Leben.

Im alttestamentlichen Jubeljahr wurden zudem Israeliten, die sich aufgrund von Armut als Sklaven verkauft hatten, freigelassen. Grundbesitz, der verkauft worden war, ging an ihre ursprünglichen Eigentümer zurück. Schulden wurden begrenzt oder vollständig erlassen. Der Mensch bekam eine zweite Chance, die von Gott geschenkte Freiheit für sich und seine Familie dankbar anzunehmen, sein Leben neu zu ordnen und auf Gott hin auszurichten. Da das Jubeljahr nur alle 50 Jahre stattfand, war es für viele ein einmaliges Ereignis. Ein Mensch erlebte es im besten Fall ein- oder zweimal im Leben. Daher die Vorstellung, daß so etwas extrem selten geschieht: „Alle Jubeljahre einmal“

Mit der Wiedergeburt des Menschen in Christus ist es ähnlich, aber doch anders. Du warst ein Sklave Satans und bist durch den Glauben an Jesus Christus aus teuflischer Gefangenschaft befreit worden. Alle deine Sündenlast (Schulden), wurde von dir genommen – durch das Blut des Gottessohnes am Kreuz von Golgatha. Doch die Wiedergeburt in Christus ist nicht „alle Jubeljahre einmal“ (also nicht selten), weil sie mehrfach geschieht, sondern ein einmaliges, entscheidendes Ereignis. Sie wird nicht mehrfach gestartet, sondern schafft bleibende Identität.

Ein Mensch erlebt also nicht mehrere Wiedergeburten (wie beispielsweise in fernöstlichen Religionen), sondern genau eine (!). Was danach kommt, das sind Wachstum und Heiligung. Sowohl deine Wiedergeburt, als auch der sich anschließende Wachstumsprozeß im Glauben sind allein Gottes Werk, das du dankbar annehmen darfst. Dem HERRN gebührt dafür aller Dank, ein Leben lang.

Bist du noch nicht wiedergeboren in Christus, dann kann heute dein „Jubeljahr“ sein. Jesus wartet auf eine Entscheidung von dir und daß du „Ja!“ zu einem Leben mit IHM sagst. In einem Lied von Hans-Christian Tischer heißt es: „Wag es mit Jesus, was deine Not auch sei! Wag es mit Jesus, er macht dich frei!“

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