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Nach mir die Sintflut

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von Thomas Schneider

Die Redewendung „Nach mir die Sintflut“ offenbart den wahren Charakter eines Menschen. Ihm ist das, was nach ihm kommt, vollkommen gleichgültig: die nachfolgenden Generationen und spätere Probleme. Er entzieht sich seiner Verantwortung, wo er doch mit seinem von Gott gegebenen Verstand und mit seinen von Gott geschenkten Gaben Einfluß nehmen könnte, Schlimmstes zu vermeiden oder zumindest zu begrenzen.

Wenn diese Phrase „Nach mir die Sintflut“ einfach so dahingeplaudert wird, ohne die Zusammenhänge tiefgründig zu durchdenken, dann zeigt solches Handeln die menschliche Begrenztheit im Erfassen und in der Einordnung möglicher Konsequenzen.

Die Dekadenz, der sittliche und moralische Verfall einer Gesellschaft, beginnt nicht erst in der Regierungsverantwortung, sondern im Denken, Reden und Tun eines jeden einzelnen Menschen, in Ehen und Familien. Wenn die kleinste Keimzelle einer Gesellschaft zu verfaulen beginnt, durchzieht sie ein ganzes Land wie ein unheilbares Krebsgeschwür.

Gott war es nicht gleichgültig, was mit Seiner Schöpfung geschieht. Weil die Menschheit so sehr von Bosheit und Gewalt erfüllt war, faßte er den Entschluß, mit einer großen Flut Gericht zu bringen (1Mo 6-9). Da heißt es: „Aber Noah fand Gnade vor dem HERRN.“ Nach göttlicher Bauanleitung schuf Noah eine Arche, in der er mit seinen Söhnen, seiner Frau, den Frauen seiner Söhne und vielen Tieren vor den Wassern der Sintflut gerettet wurde.

Die Sintflut steht also nicht für den Egoismus des Menschen: „Nach mir die Sintflut“, sondern für das Gericht Gottes über die Sünde der Menschen als Konsequenz moralischer Verdorbenheit und Gotteslästerung. Der Schöpfer des Universums läßt eben nicht „alles den Bach runter gehen“, sondern schenkt Menschen und Tieren, die ER auserwählt hat, einen Neuanfang. Gott gibt Noahs nachfolgenden Generationen eine Chance zu einem neuen Leben in Ehrfurcht vor Gott.

Obwohl sich die Redewendung „Nach mir die Sintflut“ auf ein biblisches Ereignis bezieht, bleibt sie im Kern unbiblisch. Die Sintflut ist ein ernstes Zeichen für Gottes Gericht und Gnade. Die Redewendung verdreht diese Bedeutung ins Gegenteil und rechtfertigt Gleichgültigkeit, statt zu Buße und Umkehr zu rufen.

Jesus greift das Geschehen um die Sintlut auf und weist auf Seine Wiederkunft hin: „Denn wie es in den Tagen Noahs war, so wird es sein beim Kommen des Menschensohns. Denn wie sie waren in den Tagen vor der Sintflut – sie aßen, sie tranken, sie heirateten und ließen heiraten bis an den Tag, an dem Noah in die Arche hineinging; und sie beachteten es nicht, bis die Sintflut kam und raffte sie alle dahin –, so wird es auch sein beim Kommen des Menschensohns.“ (Mt 24,37-39)

Lebst du nach dem Motto „Nach mir die Sintflut“ oder siehst du, solange du lebst, deine hohe Verantwortung vor Gott und den Menschen? Ehe, Familie und Gemeinschaft in Christus sind das praktische Erprobungsfeld für die Wahrhaftigkeit deines Glaubens. Jesus Christus wird dich ganz persönlich fragen, aus welchen Gründen du etwas getan oder unterlassen hast. ER will, „daß alle Menschen gerettet werden und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.“ (1Tim 2,4)

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