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Mehr Spiritualität, immer weniger Jesus

Foto: Modellbild

von Thomas Schneider

In ihrem aktuellen Newsletter empfiehlt die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) die Teilnahme an einem Spiritualitätstest. Dienstanbieter ist die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern. Verantwortlich zeichnet Kirchenrätin Andrea Heußner (München), Referat Spiritualität und Generationen.

Zur übergeordneten Frage „Welcher Spiritualitäts-Typ bist du? Wie tickst du spirituell?“ bekommt der Teilnehmer 12 Einzelfragen gestellt. Nach versprochenen 2 Minuten wird die Antwort mitgeteilt – von wem auch immer. Zu jeder der nachfolgend aufgeführten 12 Fragen gibt es mehrere Antwortmöglichkeiten.

1. Frage: Wie ist dein Vorname? 2. Frage: Machst du gerne selber Musik? 3. Frage: Wohin zieht es dich, wenn es regnet? 4. Frage: Wann fühlst du dich am wohlsten? 5. Frage: Was bist du bei Arbeit und Hobby? 6. Frage: Was kommt bei dir am liebsten auf den Tisch? 7. Frage: Was brauchst du, damit es dir gut geht? 8. Frage: Wenn du gerade sentimental bist, dann tut es dir am besten, wenn… 9. Frage: Was wählst du? (Unabhängigkeit oder Sicherheit) 10. Frage: Was ist dir lieber? (Abwechslung oder Routine) 11. Frage: Bist du gerne kreativ? 12. Frage: Was macht ein gutes Wochenende aus? 13. Frage: Eine Situation in einer Gruppe ist unklar. Was tust du?“

Um wen drehen sich alle diese Fragen? Richtig: um den Menschen. Nicht Jesus Christus steht im Mittelpunkt, sondern der Mensch: Ich, ich und nochmals ich. Die bekannteste Geistesströmung, bei der der Mensch im Mittelpunkt steht, ist der Humanismus. Während der Humanismus den Menschen ins Zentrum rückt, ist die biblische Weltsicht christuszentriert.

Nach Beantwortung aller Fragen beim kirchlichen Spiritualitätstest kann die Antwort beispielsweise lauten: „Herzlichen Glückwunsch, du scheinst der Spiritualitäts-Typ Herz-Kopf zu sein! Herz: Gefühl, Liebe, Empathie. Kopf: Intellekt, Sachlichkeit, Sprache.“ – Anschließend heißt es von den Betreibern der Webseite: „Wir könnten uns vorstellen, daß die folgenden Wege etwas in dir zum Klingen bringen: Kirchenraum, Weltverantwortung, Wort.“

Zum Weg „Kirchenraum“ wird erklärt: „Ich trete über die Schwelle und bin in einer anderen Welt, in einer oft fremden Welt. So fühlt es sich an.“ – Unter „Wort“ ist u.a. folgender Passus zu finden: „Die großen Schriftreligionen der Welt – Judentum, Christentum und Islam – erfahren ihre heilige Schrift als Worte des Lebens, die Heimat, Orientierung und Geborgenheit schenken.“

Damit sollte jedem klar sein, wohin die Reise bei diesen Spiritualitätstest führt: In die Irre! Es lohnt nicht, tiefer einzusteigen. Je tiefer, desto schlimmer! Heute ist in den Kirchen zunehmend mehr Spiritualität gefragt und immer weniger Jesus. Das ist die große Tragik: Jesus dient in diesem kirchlichen Theater als Randfigur.

Wahrer Glaube gründet auf der Heiligen Schrift und nicht auf menschlichen „Spiritualitäts-Erfahrungen“. Das Wort Gottes aus Offenbarung 3,16 trifft voll und ganz zu: „Weil du aber lau bist und weder warm noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde.“ Dieser Spiritualitätswahn“ der Kirchen ist eine moderne Form des Götzendienstes!

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