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Es geschehen noch Zeichen und Wunder

Foto: Modellbild

von Thomas Schneider

Es ist doch immer wieder interessant, wie zutiefst Biblisches selbst von Ungläubigen in die Alltagssprache übernommen wurde. Da schenkt der Ehemann seiner Frau einfach so zwischendurch einen Strauß Blumen. Ihre Reaktion: „Es geschehen noch Zeichen und Wunder!“ Der Sohn der Familie schafft ohne Aufforderung den Müll zur Tonne und die Tochter räumt ohne Ermahnung ihr Zimmer auf. Erstaunt sagen die Eltern: „Es geschehen noch Zeichen und Wunder!“ Im Umgangssprachlichen wird diese Redewendung im Zusammenhang mit großem Erstaunen und Ironie gebraucht.

In der Bibel erscheinen vielfach „Zeichen und Wunder“ als feste Wortverknüpfung. So beispielsweise im Alten Testament: „Aber ich will das Herz des Pharao verhärten und viele Zeichen und Wunder tun in Ägyptenland.“ (2Mo 7,3) Oder im Buch Daniel (3,32): „Es gefällt mir, die Zeichen und Wunder zu verkünden, die der höchste Gott an mir getan hat.“ – Im Neuen Testament: „Denn es werden sich erheben falsche Christusse und falsche Propheten, die Zeichen und Wunder tun, um, wenn möglich, die Auserwählten zu verführen.“ (Mk 13,22) Oder in Apostelgeschichte 5,12: „Es geschahen aber viele Zeichen und Wunder im Volk durch die Hände der Apostel; und sie waren alle in der Halle Salomos einmütig beieinander.“

Ein „Zeichen“ ist ein Hinweis auf Gottes Handeln, ein Verweis auf Seine Wahrheit und oft auch ein Ruf zum Glauben an IHN. Ein „Wunder“ ist ein Eingreifen Gottes, Sein Durchbrechen gewohnter Ordnung und Ausdruck Seiner Allmacht, Seiner Gnade und Barmherzigkeit. Als Beispiel sei hier nur die Speisung der 5000 genannt, die in den Evangelien durchgreifend Gottes Macht samt wundervoller Rundumversorgung zeigt.

Auch heute dürfen wir wissen: Gott handelt real und erfahrbar, oftmals völlig überraschend und übernatürlich. ER ist niemals an Naturgesetze gebunden (die ER doch selbst geschaffen hat!). ER kann in alles weltliche und himmlische Geschehen eingreifen, wann und wie ER will. Wenn heute nach dem Willen Gottes Zeichen und Wunder geschehen, dann will ER seine Souveränität und Sein Wesen aufzeigen und Menschen zum Glauben an Jesus Christus führen.

Doch nicht jedes Zeichen und jedes Wunder muß von Gott kommen! Auch die Macht Satans kann sich in übernatürlichen Erscheinungen zeigen. Hier sei u.a. auf die oben erwähnte Bibelstelle aus Markus 13,22 verwiesen (vergleiche dazu Mt 24,24). Nicht die Existenz des Wunders ist entscheidend, sondern seine Quelle und seine Frucht. In seinem zweiten Brief an die Gemeinde in Thessalonich (V.9) warnt Paulus: „Der Frevler aber wird kommen durch das Wirken des Satans mit großer Kraft und lügenhaften Zeichen und Wundern…“ Sein Ziel: Mit Lüge und Täuschung „Verführung zur Ungerechtigkeit“ (vgl. Offb 13,13-14).

Deshalb achte darauf, die Redewendung „Es geschehen noch Zeichen und Wunder!“ nicht leichtfertig und flapsig als ironische Floskel über deine Lippen gehen zu lassen. Denn Gottes Wort ist heilig! „Ich sage euch aber, daß die Menschen Rechenschaft geben müssen am Tage des Gerichts von jedem nichtsnutzigen Wort, das sie reden.“ (Mt 12,36) Worte, die keine Frucht bringen, sind vor Gott leer und wirkungslos. Worte sind ein Spiegel des Herzens. Was aus deinem Mund kommt, das kommt aus deinem Herzen. „Behüte dein Herz mit allem Fleiß, denn daraus quillt das Leben.“ (Spr 4,23)

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