
von Thomas Schneider
Es braucht sich wirklich kaum einer mehr wundern. Selbst Rechtsanwälte und Richter müssen bekennen: Aus dem Gesetzeswerk der Bundesrepublik Deutschland hat man – seit Staatsgründung bis heute – ein Buch mit sieben Siegeln gemacht. Undurchschaubar. Unverständlich. Unmöglich.
Auch dann wird von einem Buch mit sieben Siegeln gesprochen, wenn man sich in einem bestimmten Fachbereich (Finanzen, Medizin, Kunst, Sprachen, etc.) nicht auskennt oder das Verhalten eines in sich verschlossenen Menschen nicht durchschaut. Im allgemeinen Sprachgebrauch will man also mit der Redensart „Ein Buch mit sieben Siegeln“ zum Ausdruck bringen, daß es sich um ein Rätsel handelt, das unlösbar scheint.
Die Redewendung hat ihren Ursprung im Wort Gottes, im letzten Buch des Neuen Testaments, in der Offenbarung des Johannes. Dort heißt es: „Und ich sah in der rechten Hand dessen, der auf dem Thron saß, ein Buch, beschrieben innen und außen, versiegelt mit sieben Siegeln.“ (Offb 5,1)
Ohne Offenbarung durch den Geist Gottes bleibt Gottes Heilsplan für den menschlichen Verstand verschlossen – also ein Geheimnis. Deshalb kann kein Mensch den Ausgang der Weltgeschichte voraussagen oder gar beeinflussen. Wer es dennoch tut, ist ein falscher Prophet (Mt 24,11.24; 1Joh 4,1).
Allein Jesus Christus ist „würdig“, die Siegel der Schriftrolle zu öffnen, die sich in der Hand Gottes befindet. Jesus, das „Lamm Gottes“ (Offb 5,6), wurde für die Sünde der ganzen Welt geopfert, es hat mit seinem Blutvergießen am Kreuz Sünde, Tod und Teufel besiegt und von Seinem himmlischen Vater Macht und Autorität übertragen bekommen.
In diesem Buch mit den sieben Siegeln steht Gottes Gericht über die Welt, die endgültige Überwindung des Bösen und die Vollendung der Geschichte. Gottes Plan ist vollständig verschlossen und festgelegt (Zahl Sieben = Göttliche Vollkommenheit). Werden die Siegel gebrochen, öffnen sich nacheinander die in der Offenbarung des Johannes detailliert beschriebenen Szenarien (Offb 6 und 8).
Wenn du in großer Demut und im festen Vertrauen an Jesus Christus glaubst, dann bist du Teil des göttlichen Plans. Der allmächtige Gott wird – wenn du es zuläßt – deine Schritte im Leben lenken und selbst schwierige Umstände zum Guten dienen lassen.
Wenn für dich als Ziel die Gemeinschaft mit Jesus Christus steht, dann wirst du, wie der Psalmist (Ps 104,31+33), mit großer Freude singen können: „Die Herrlichkeit des HERRN bleibe ewiglich, der HERR freue sich seiner Werke. Ich will dem HERRN singen mein Leben lang und meinen Gott loben, solange ich bin.“