
von Ernst Martin Borst
Die charismatische Bewegung in Deutschland mit ihren vielen Netzwerken, wie beispielsweise
- Geistliche Gemeinde-Erneuerung in der Evangelischen Kirche (GGE),
- Geistliche Gemeinde-Erneuerung im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG, Baptisten),
- GEISTbewegt im Bund Freier evangelischer Gemeinden (FeG),
- Charismatische Erneuerung in der katholischen Kirche (CE), auch unter dem Namen CHARIS auftretend
sowie der Ökumene nahestehende Werke und Vereine, wie beispielsweise
- Bibel TV
- Evangelische Nachrichtenagentur idea
- Christlicher Convent Deutschland
- Deutsche Evangelische Allianz
dürften sich wohl alle freuen und jubeln: DOMRADIO.DE veröffentlichte am 5. April dieses Jahres ein Interview mit dem Römisch-Katholischen Theologen Johannes Hartl. Hartl, der auch Gründer des Augsburger Gebetshauses ist, macht im Interview erstaunliche Aussagen. Hier einige Auszüge:
- „Ich lese die biblischen Berichte wie historische Berichte, denn es sind keine Märchen. Dass Jesus Christus gelebt hat und gekreuzigt wurde, ist historisch unstrittig und gut belegt.“
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- „Zunächst ist die christliche Botschaft, dass wir nicht durch unser eigenes Gutsein errettet werden, sondern durch die Gnade, weil Jesus unsere Sünden getragen hat. Das ist auch die Osterbotschaft. Aber ein bisschen erschrecken sollten wir schon bei dem Gedanken, dass im Gericht oder im Tod alles ans Licht kommt. Wer diesen Gedanken ignoriert, der macht es sich zu leicht: Wir sind verantwortlich für unser Leben und jeder Mensch ist fehlbar. Wenn die Hoffnung einzig darauf basiert, dass Gott mich in den Himmel lässt, weil ich ein guter Mensch war, dann haben wir allen Grund, Angst zu haben. Aber mich tröstet der Blick auf den gekreuzigten und auferstandenen Jesus. Er wurde zusammen mit zwei Verbrechern gekreuzigt und einer der beiden sagte: „Jesus, denk an mich, wenn du im Paradies bist!“ Und Jesus antwortete: „Noch heute wirst du mit mir im Paradies sein!“ Darum ruht meine Hoffnung nicht auf meinen eigenen guten Werken, sondern auf Jesus.“
Auch wenn wir das eine oder andere etwas anders formulieren würden, können wir den Aussagen von Hartl zustimmen. Seine Ausführungen decken sich mit GOTTES Wort. Sie sind bibelfundiert. Für die oben genannten Werke und Netzwerke sind sie ein Beleg dafür, wie sich die Römisch-Katholische Kirche im biblischen Sinne zum Positiven verändert hat. Dennoch sind folgende Fragen berechtigt:
- Was bezweckt die RKK mit ihrer ökumenischen Strategie?
- Hat sich die Römisch-Katholische Kirche (RKK) tatsächlich geändert?
Die RKK hat ihre ökumenischen Ziele nie verheimlicht. Schon 1959, zu Beginn ihres ökumenischen Weges, hat sie ihre Motive und Ziele klar und eindeutig dargelegt. Alles nachzulesen in der „Enzyklika von Johannes XXIII. über die Förderung der Wahrheit, der Einheit und des Friedens im Geiste der Liebe, vom 29.6.1959“. Hier einige Auszüge:
- „36 Eine derartige Einheit, Ehrwürdige Brüder und geliebte Söhne, die, wie Wir gesagt haben, kein vergängliches, unsicheres und hinfälliges Gebilde sein darf, sondern fest, dauerhaft und sicher sein muss, (25) – wenn sie den andern christlichen Gemeinschaften fehlt, so fehlt sie doch sicher nicht der Katholischen Kirche. Das können alle sehr leicht sehen, die sie aufmerksam betrachten. Tatsächlich ist diese Einheit mit drei Kennzeichen geschmückt: mit der Einheit der Lehre, der Leitung und des Kultes. Sie ist so beschaffen, dass sie allen sichtbar werden kann, sodass alle sie erkennen und ihr folgen können. Außerdem ist sie gemäß dem Willen ihres göttlichen Stifters selbst so, dass tatsächlich alle Schafe sich dort in einer einzigen Hürde vereinigen können unter der Führung eines einzigen Hirten. Und so sind alle Söhne zum einzigen Vaterhaus gerufen, das auf dem Fundament Petri aufruht; und in ihm als dem einzigen Reiche Gottes müssen alle Völker brüderlich zusammengeführt werden: in einem Reich, dessen Bewohner unter sich auf Erden in der Einheit des Geistes und des Herzens verbunden sind, damit sie einst die ewige Seligkeit im Himmel genießen können.“
- „37 Die Katholische Kirche befiehlt, an das treu und fest zu glauben, was von Gott geoffenbart ist, d. h. alles, was in der Heiligen Schrift und in der mündlichen oder schriftlichen Überlieferung enthalten ist, und was im Laufe der Jahrhunderte, von den apostolischen Zeiten angefangen, von den Päpsten und den rechtmäßigen Ökumenischen Konzilien bekräftigt und definiert worden ist. Nie hat die Kirche, sooft sich jemand von diesem Pfad entfernte, aufgehört, ihn durch ihre mütterliche Autorität immer wieder auf den rechten Weg zurückzurufen. Sie weiß in der Tat gut und sie hält fest, dass es nur eine einzige Wahrheit gibt, und dass es keine »Wahrheiten« geben kann, die unter sich im Widerspruch stehen. Sie macht sich deshalb die Versicherung des Völkerapostels zu eigen: »Wir vermögen nichts gegen die Wahrheit, sondern nur für die Wahrheit«.“ (26)
- „43 Gestattet, dass Wir euch mit innigem Verlangen Brüder und Söhne nennen. Lasst Uns die Hoffnung auf eure Rückkehr nähren, die Wir in väterlichem Empfinden hegen.“
- „44 Beachtet, Wir bitten euch, dass Wir, während Wir euch voll Liebe zur Einheit der Kirche rufen, euch nicht in ein fremdes Haus einladen, sondern in das eigene und gemeinsame Vaterhaus.“
Die 80 Punkte umfassende Enzyklika legt eindeutig fest:
- Die RKK ist die einzige wahre Kirche.
- Alle ökumenischen Bestrebungen haben nur ein Ziel, dass alle (falschen) Kirchen den Weg in die einzig wahre Kirche (die RKK) zurückfinden.
Es gibt keinen einzigen schriftlichen Hinweis, dass dieses Ziel von der RKK aufgegeben wurde. Dagegen ist zu beobachten, wie geschickt (besser gesagt wie raffiniert) die RKK ihr Ziel verfolgt. Immer wieder entstehen größere und kleinere Netzwerke, in denen die RKK immer mehr Einfluss und Macht gewinnt. Sehr großen Einfluss hat sie mittlerweile:
- in der gesamten charismatischen Bewegung,
- im Sender Bibel TV, dort ist die RKK auch Mitgesellschafter,
- bei der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK),
- bei der Evangelischen Allianz Deutschland (EAD),
- bei den evangelischen Kirchentagen,
- bei vielen auf EAD-Basis durchgeführten Kongressen, Tagungen, Events und Veranstaltungen, wie z.B. bei dem Kongress „Mission is Possible“.
Der Einfluss der RKK ist unübersehbar. Aus der Gesamtschau wird deutlich: Die RKK nutzt Botschaften, wie die von Johannes Hartl, nur, um die evangelikalen Gemeinden einzufangen. Die tatsächlichen Lehren und Praktiken der RKK bleiben unverändert bestehen. Dieses wird durch eine Aktion des letzten Jahres noch einmal deutlich untermauert: So schreibt das Erzbistum Paderborn:
„Im Heiligen Jahr 2025 kann vom 29. Dezember 2024 bis zum 28. Dezember 2025 jeden Tag von Katholikinnen und Katholiken der Jubiläumsablaß gewonnen werden.
- So geht es: Empfang des Sakraments der Versöhnung, der Beichte (ggf. auch einige Tage vorher oder nachher) und persönliche Abkehr von aller Anhänglichkeit an Sünde
- Empfang der Heiligen Kommunion
- Gebet in den Anliegen des Papstes (z.B. ein Vater Unser oder ein Gegrüßet seist du, Maria)
- einer Wallfahrt nach Rom und Besuch einer der päpstlichen Basiliken mit einer Heiligen Pforte
- einer Wallfahrt ins Heilige Land
- dem Besuch einer der Kirchen der Orte der Hoffnung im Erzbistum Paderborn
- Werken der Barmherzigkeit als einer Pilgerfahrt zu Christus: Unterstützung und Hilfe für benachteiligte Menschen (z.B. Alte, Kranke, Gefangene, Einsame, Bedürftige);
- dem Einsatz der eigenen Zeit für die Gemeinschaft im Ehrenamt;
- Fasten: leibliches Fasten, Freitagsopfer, Verzicht auf Ablenkungen (z.B. Fernsehen, Soziale Medien, …) einen ganzen Tag in der Woche, oder eine Spende.
- Allen, denen es aufgrund von Einschränkungen (z.B. Krankheit, Pflege, Beruf …) nicht möglich ist, eines dieser genannten Werke zu tun, kann ein Ablaß gewährt werden, wenn sie im Geiste vereint mitbeten und ihre Nöte vor Gott bringen.“
Die Argumentation der Evangelikalen, die RKK hätte ihre Lehre geändert, ist gelinde gesagt eine Lüge. Die Verantwortlichen von Bibel TV, EAD und den weiteren entsprechenden Werken und Gemeinden täuschen ganz bewusst und gezielt ihre Mitglieder. Dabei gilt es, die Menschen zu warnen. Bereits vor 1970 hat der Baptistenpastor Theophil Rehse die Gemeinden vor gemeinsamen Aktivitäten mit der RKK gewarnt. Im Jahre 1970 erschien im Verlag Hermann Schulte sein Buch mit dem Titel „Ökumene – auf dem Weg zur Weltkirche?“ Es erschien in mehreren Auflagen. Eine aktualisierte und völlig überarbeitete Fassung erschien 1983 im Schulte Gerth Verlag unter dem Titel „Ökumene – woher und wohin?“. In beiden Ausgaben warnt Rehse ausdrücklich vor einer Vermischung mit der RKK.
Es ist sehr bedauerlich, dass die Verantwortlichen vieler Werke und Gemeinden die BIBEL, GOTTES Wort nicht mehr ernst nehmen.
„So sei nun stark, mein Sohn, durch die Gnade in Christo Jesu. Und was du von mir gehört hast durch viele Zeugen, das befiehl treuen Menschen, die da tüchtig sind, auch andere zu lehren.“ 2Tim 2, 1-2
Gefragt sind Menschen, die treu und kompromisslos zum WORT GOTTES und zu JESUS CHRISTUS stehen und sich nicht von verführerischen Aussagen blenden lassen.