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Da kräht kein Hahn danach

Foto: AG WELT

von Thomas Schneider

Die Redewendung „Da kräht kein Hahn danach“ drückt aus, daß eine Sache, Information oder Person – oft nach einem Skandal – völlig bedeutungslos geworden ist. Sie findet kaum noch Beachtung: „Vorbei und vergessen!“

Die Redewendung hat ihren zentralen Ursprung im biblischen Evangelium nach Matthäus, wo Jesus in der Nacht vor seiner Kreuzigung vorausschauend zu Petrus sagt: „Wahrlich, ich sage dir: In dieser Nacht, ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.“ (Mt 26,34)

So geschieht es dann auch: Der Jünger des HERRN Jesus bestreitet dreimal, IHN zu kennen. Danach kräht der Hahn und dem Fischer Petrus fällt es wie Schuppen von den Augen: Die Voraussage seines HERRN hat sich erfüllt.

Im Lukasevangelium (22,60-62) wird dieses Geschehen besonders eindrücklich beschrieben: „Und alsbald, während er noch redete, krähte der Hahn. Und der Herr wandte sich und sah Petrus an. Und Petrus gedachte an des Herrn Wort, wie er zu ihm gesagt hatte: Ehe heute der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und Petrus ging hinaus und weinte bitterlich.“

Somit ist der Ruf des Hahnes ein Zeichen für das Erwachen des von Gott gegebenen Gewissens. Menschliche Schwächen werden aufgedeckt. Der Hahnenschrei ist ein Weckruf zu Buße und Umkehr. Petrus erkennt seine Schuld, seine Anfälligkeit für die Angst um sein Leben, und die Wahrheit in Jesu Worten.

Leider erfährt die biblische Bedeutung der Worte „da krähte der Hahn“ mit der Redewendung „Da kräht kein Hahn danach“ einen gefährlichen Sinneswandel in der Weise: „Es wird später keinen mehr interessieren.“ „Es hat keine Folgen.“

Der Hahnenschrei in der Bibel erinnert an Gottes Wort, Schuld wird erkannt, das Gewissen wird zutiefst erschüttert. Die Folge sind Buße und Umkehr. Die heutige Redensart „Da kräht kein Hahn danach“ stemmt sich gegen die Aufarbeitung und das Bekennen von Schuld und Sünde, nach dem Motto: „Vorbei und vergessen!“

Der HERR Jesus kennt deine und meine menschlichen Schwächen. Für IHN gilt: „Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.“ (1Joh 1,9)

So wäre es sicher notwendig, würde auch bei uns der Hahn nach dreimaligem Sündigen in gleicher Sache krähen, um uns an Gottes Wort zu erinnern, Buße zu tun und vom Heiland der Welt Vergebung zu empfangen. – Was gäbe es für ein Hahnenspektakel auf Straßen, Plätzen und in unseren Häusern!

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