
von Thomas Schneider
Die Redewendung „Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach“ stammt aus der deutschen Volkssprache und ist kein direktes Bibelzitat.
Entspricht eine solche Lebenshaltung biblischer Lehre? An welcher Stelle bestätigt Gottes Wort diese Regel und wo erfährt sie von der Bibel Korrektur?
Im Buch Prediger (4,6) steht: „Besser eine Hand voll Ruhe als beide Fäuste voll Mühe und Haschen nach Wind.“ Was wird damit gesagt? Weniger mit innerem Frieden ist besser, als ständiges Mehr mit innerer Unruhe. Solches Denken entspricht dem „Spatz in der Hand“.
Der Apostel Paulus warnt ausdrücklich davor, immer mehr haben zu wollen. Wer also ständig Ausschau nach der „Taube auf dem Dach“ hält – nach immer mehr Besitz und Sicherheit –, gerät schnell in Versuchung und Unruhe. Denn Reichtum muß ständig vermehrt und vor Diebstahl geschützt werden. So schreibt Paulus in seinem Brief an die Hebräer (13,5a): „Seid nicht geldgierig, und laßt euch genügen an dem, was da ist.“
So ist Dankbarbeit für das, was Gott im Moment schenkt, bedeutend besser als hektisches, rastloses Streben nach vermeintlich Besserem. Auch Jesus warnt vor einer falschen Prioritätensetzung, also was im Leben wichtig und unwichtig ist: „Seht zu und hütet euch vor aller Habgier; denn niemand lebt davon, daß er viele Güter hat.“ (Lk 12,15)
Aber wo korrigiert Gott in Seinem Wort die Redensart „Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach“? Nun, die Bibel fordert im geistlichen Sinn eben nicht dazu auf, sich mit dem „Spatz in der Hand“ zufrieden zu geben. Da heißt es im Matthäusevangelium (6,33): „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes…“
Demnach sollen wir gerade das Irdische (Besitz und Geld) loslassen, um das Ewige (den Himmel) zu gewinnen. Dazu steht im Markusevangelium (8,36): „Was hilft es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt und nimmt Schaden an seiner Seele?“ So gesehen ist die „Taube auf dem Dach“ (Gottes Reich und das ewige Leben) unbeschreiblich wertvoller als jeder „Spatz in der Hand“ (irdischer Besitz).
Wonach sehnst du dich? Nach zeitbegrenztem Reichtum und Glück auf dieser Erde oder nach der zukünftigen Herrlichkeit bei Gott? Bist du dankbar für das, was dir Gott in deinem Leben momentan schenkt oder jagst du aus Unzufriedenheit unsicherem Besitztum nach? Die Bibel lädt dich dazu ein, mit Gott im Frieden zu leben, statt in rastlosem Streben nach mehr.
Statt der Redewendung „Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach“ könnte es besser heißen: „Lieber Gott dankbar sein und zufrieden mit Wenigem.“
Vielleicht bist du ja auch, wie Paululs, auf dem Weg der Erkenntnis: „Ja wirklich, alles andere erscheint mir wertlos, wenn ich es mit dem unschätzbaren Gewinn vergleiche, Christus Jesus als meinen Herrn kennen zu dürfen. Durch ihn habe ich alles andere verloren und betrachte es auch als Dreck. Nur Christus soll mein Gewinn sein.“ (Phil 3,8) Eine gute einprägsame Redewendung könnte deshalb auch sein: „Nicht Sicherheit um jeden Preis – sondern Treue zu Gott um jeden Preis.“