AG Welt

Ein verhängnisvoller Einfluss

Foto: AG WELT

von Georg Walter

Ich fürchte jedoch, es könnte euch gehen wie Eva. Eva wurde auf hinterlistige Weise von der Schlange verführt, und genauso könnten auch eure Gedanken unter einen verhängnisvollen Einfluss geraten, sodass die Aufrichtigkeit und Reinheit eurer Beziehung zu Christus verloren gehen.

„Wenn nämlich jemand kommt und euch einen anderen Jesus verkündet als den, den wir verkündet haben, dann lasst ihr euch das nur allzu gern gefallen. Ihr findet nichts dabei, euch einem anderen Geist zu öffnen als dem, den ihr durch uns bekommen habt, oder ein anderes Evangelium anzunehmen als das, das ihr von uns angenommen habt.“ 2. Korinther 11,3-4 NGÜ

Alan Morrison legte in einem kürzlichen Beitrag seine Einschätzung des derzeitigen Evangelikalismus dar und kommt zu dem Schluss: Mindestens 90 % dessen, was heute in Gemeinden, christlichen Büchern und in sozialen Medien als „Christentum“ verkauft wird, hat absolut nichts mit den wahren und einfachen Lehren Jesu Christi und seiner Apostel zu tun, sondern ist entweder:

  1. Diverse Zusammenstellungen historischer Irrlehren, angepasst an die Bedürfnisse eines modernen Publikums;
  2. Säkularer Liberalismus (auch bekannt als theologische Phrasendrescherei);
  3. „Psycho-Geschwätz“ (z. B. Jungianismus, Motivations-Unsinn);
  4. „New Thought“-/„New Age“-Methoden;
  5. Verschiedene Erscheinungsformen psychischer Anwandlungen;
  6. Linke Themen und Wokeismus;
  7. Dominionistischer Rekonstruktionismus;
  8. Judaisierung und Rückkehr zum Alten Bund;
  9. Pharisäische Gesetzlichkeit;
  10. „Lass uns niemanden beleidigen“-Mentalität, Wischiwaschi-Unbestimmtheit in allen Fragen;
  11. Neo-Schamanismus oder
  12. Offener Okkultismus/Magie.

Dies veranlasste mich, einige Brüder zu fragen, ob sie diese Einschätzung teilen. Hier das leicht optimistischere Ergebnis der verschiedenen Brüder (Durchschnittswert): 80,5 %. Ein Bruder merkte an, er würde noch Punkt 13 hinzufügen: Leitende Brüder, die keine Ehrfurcht mehr vor dem Herrn haben.

Aiden Wilson Tozer sah den zukünftigen Abfall kommen:

„So besteht ein fundamentaler Unterschied zwischen Christenheit und christlicher Gemeinde. Was die heutigen Ökumeniker vorantreiben, ist der Versuch, die Christenheit zu konsolidieren, indem sie alles, was auch nur irgendetwas mit Christentum zu tun hat, in einer riesigen Körperschaft zusammenfassen wollen. Das ist die Christenheit. Aber in der Bibel besteht ein riesiger Unterschied zwischen der Christenheit und der Gemeinde der Gläubigen. Die Bibel lehrt den Abfall des größten Teils der Christenheit. Sie wird den Glauben aufgeben und sich in ihrer Selbstgerechtigkeit ergehen und die Kraft Gottes verleugnen und völlig unvorbereitet auf das Kommen des Herrn Jesus Christus sein. Wenn der Sohn des Menschen kommt, wird er den Glauben finden auf der Erde? So sieht es in der Christenheit aus. Aber die Gemeinde der Gläubigen ist etwas völlig anderes. Diese Einheit wird bis zur Vollendung in dem Maße ausgestaltet, wie einer nach dem anderen durch den Heiligen Geist in den Leib Christi hineingetauft wird. Die Vollendung dieses Leibes bis hin zu dem Zeitpunkt, da die ganze wunderschöne Gemeinde in die Gegenwart Christi gebracht wird, ist die Aufgabe des Heiligen Geistes, der durch die Heilige Schrift, die Prediger und Lehrer sowie die Gebetskämpfer auf Erden wirkt. Daneben gibt es eine riesige Körperschaft, die sich Christenheit nennt und die aus Christen verschiedenster Schattierungen, Frömmigkeitsstile und Glaubensformen überall in der Welt besteht. Sie gehört nicht zu ihr, und der Heilige Geist hatte auch nie die Absicht, sie dazuzurechnen.“1

Darum, geliebte Geschwister: „Seid wachsam! Haltet unbeirrt am Glauben fest! Seid mutig und seid stark! Lasst euch in allem, was ihr tut, von der Liebe bestimmen.“ 1. Korinther 16,13-14 NGÜ

1 A. W. Tozer, Gib mir dein Herz zurück! Was der Christenheit verloren ging, CLV, Bielefeld, S. 66-68 auszugsweise.

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