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Der Mensch denkt und Gott lenkt

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von Thomas Schneider

Die immer wieder im Volksmund zu hörende Redensart „Der Mensch denkt und Gott lenkt“ ist eine abgekürzte Form vom Wort Gottes aus Sprüche 16,9: „Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg; aber der HERR allein lenkt seinen Schritt.“

Im ganz normalen Lebensalltag überlegt der Mensch, plant und entscheidet. Letztlich aber untersteht alles Denken und Tun der souveränen Führung des allmächtigen Gottes.

Das bedeutet nicht, daß alle Entscheidungen, Planungen und Überlegungen des Menschen von Gott vorherbestimmt sind und der Mensch wie eine Marionette an Fäden hängt, die von Gottes Hand bewegt werden.

Jeder Mensch ist von seinem Schöpfer mit der Freiheit ausgestattet, sich im Denken, Reden und Tun für oder gegen ein Leben mit Gott zu entscheiden. Die Konsequenzen dieser Entscheidung hat aber dann nicht Gott, sondern der Mensch zu tragen.

Wozu hat Gott den Menschen erschaffen? Gott hat den Menschen als Krone der Schöpfung geschaffen, damit er in Gemeinschaft mit Gott lebt, IHN verherrlicht, IHM alle Ehre erweist und in SEINEM Auftrag und nach SEINEM Willen die Erde verwaltet. Schließlich ist Gott der Schöpfer und Eigentümer des gesamten Universums mit allem, was ER nach dem Schöpfungsbericht der Bibel geschaffen hat.

Von Anbeginn hatte der Mensch seine eigenen Vorstellungen vom Leben und erdachte sich „seinen Weg“. Er entfernte sich aus dem Schutzbereich Gottes, ließ sich von den Einflüsterungen Satans verführen und wollte selbst „sein wie Gott“. Da vertrieb Gott den eigensüchtigen Menschen aus dem Paradies. (1Mo 31ff)

Bis heute sind es im Vergleich zur gesamten Erdbevölkerung nur wenige Menschen, die Gottes Rückrufaktion in Sein Reich hören und annehmen. Den meisten Menschen ist nicht bewußt, daß Gott von seinem Rettungsplan – mit Kreuzestod und Auferstehung seines Sohnes Jesus Christus – niemals abweichen wird. In Sprüche 19,21 heißt es: „Viele Pläne sind im Herzen eines Mannes; aber der Ratschluß des HERRN hat Bestand.“

Jeder Mensch trifft für sich ganz persönlich die Entscheidung, ob er sich von Gott aus dem menschengemachten Elend herausretten lassen will oder sich am Ende vom Strudel der Sünde in den ewigen Tod reißen läßt.

Gott steht über allen menschlichen Absichten: „…aber der HERR allein lenkt seinen Schritt.“ Planen ist dem Menschen erlaubt! Im Jakobusbrief (4,13-15) steht: „Wohlan nun, die ihr sagt: Heute oder morgen wollen wir in die oder die Stadt gehen und wollen ein Jahr dort zubringen und Handel treiben und Gewinn machen…“ – Doch was sagt Gott dann noch zu unserem Planen? „…und (ihr) wißt nicht, was morgen sein wird. Was ist euer Leben? Dunst seid ihr, der eine kleine Zeit bleibt und dann verschwindet. Dagegen solltet ihr sagen: Wenn der Herr will, werden wir leben und dies oder das tun.“ 

Gott bremst uns aus, wenn wir übermütig werden und „unser Ding allein durchziehen“. Planen, Überlegen, Entscheiden – alles ist erlaubt! Aber immer in Abhängigkeit von Gott. „Vom HERRN werden die Schritte des Mannes bestätigt, wenn IHM sein Weg gefällt.“ (Ps 37,23) – Noch einmal: Die Bibel lehrt keine Marionetten-Theologie. Der Mensch trifft echte Entscheidungen (5Mo 30,19) und trägt Verantwortung für sein Handeln. Oft verstehen wir Gottes Wege erst im Rückblick.

Vielleicht hast du in deinem Leben bereits einige Erfahrungen machen dürfen: Gott führt besonders den, der in SEINEM Willen lebt. Wenn du dir bei allem Denken und Tun vor Augen hältst, daß du es mit einem allwissenden und allmächtigen Gott zu tun hast, wirst du darum bemüht sein, die von IHM aufgezeigten Grenzen der Freiheit zu akzeptieren.

Nichts geschieht außerhalb von Gottes Wissen und auch nicht außerhalb Seiner Zulassung. Du planst einen Berufswechsel, bekommst aber die gewünschte Stelle nicht. Später hat sich gezeigt: Die eine Tür hat Gott bewusst verschlossen und eine andere geöffnet, hinter der du Segensreiches erleben durftest. – So manche Krankheit wird als schwere Krise gesehen, dient aber oft als Prüfungszeit zur Stärkung im Glauben und als Zeugnis für andere. Selbst eine scheinbar negative Verzögerung – durch einen Stau auf der Autobahn oder ein verpaßter Zug – bewahrt dich möglicherweise vor großer Gefahr.

„Verlaß dich auf den HERRN von ganzem Herzen, und verlaß dich nicht auf deinen Verstand, sondern gedenke an IHN in allen deinen Wegen, so wird er dich recht führen.“ (Spr 3,5-6) Ja, Gott erwartet von uns Fleiß, Ordnung, Demut und Verantwortung. Ja, Gott läßt Dinge zu, die Seinem Willen entsprechen. Lebst du mit Jesus Christus als deinen Heiland, Retter und Erlöser, dann erkennst du immer wieder seine wunderbare Führung. ER liebt dich und läßt dich nicht los – wenn du es willst. „Denn Gott ist’s, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.“ (Phil 2,13)

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