
von Ernst Martin Borst
Gottes Wort weist uns Christen an vielen Stellen darauf hin, wachsam zu sein. So heißt es beispielsweise in 1. Korinther 16,13: „Seid wachsam, steht fest im Glauben, seid mutig und seid stark!“
Wachsamkeit steht in direkter Verbindung zum Prüfen. Auch dazu fordert die Bibel uns deutlich auf, so lesen wir in 1. Thessalonicher 5,21: „Prüft aber alles.“ Diese Wachsamkeit und dieses Prüfen gelten generell für alle Christen. Viele Christen und Gemeinden wollen davon aber leider nichts mehr hören. Sie handeln gemäß 2. Timotheus 4,3:„Denn es wird eine Zeit kommen, da werden sie die gesunde Lehre unerträglich finden und sich Lehrer nach ihrem Geschmack aussuchen, die ihnen nur das sagen, was sie gern hören wollen.“
Deutlich wurde dieses Handeln Ende letzten Jahres in Nürnberg. Während einer Weihefeier am 30. November 2025 wurde in Nürnberg ein neues Kirchengebäude der Neuapostolischen Kirche (NAK) eröffnet. Ein Festakt für die gesamte Bevölkerung folgte am 6. Dezember gleichen Jahres. In der Pressemeldung der NAK ist zu lesen:
„Am Sonntag, 30. November wurde die neue Kirche für die Gemeinde Nürnberg-Mitte feierlich eröffnet und ihrer Bestimmung übergeben. Dazu kam der Präsident der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland, Bezirksapostel Michael Ehrich, persönlich nach Nürnberg.“
„Feierliche Weihe der Kirche zu Beginn des Gottesdienstes. Mit dem feierlichen Weihegebet hat Bezirksapostel Michael Ehrich die neue Kirche offiziell als Gotteshaus geweiht. Diese Handlung unterstreicht den hohen Stellenwert des Kirchengebäudes als Zentrum des geistlichen Lebens der Gemeinde. Der Altar steht dabei als zentrales Symbol für die Gegenwart Jesu Christi. Er ist der Ort, an dem Gottes Wort verkündet wird, an dem die Sakramente gespendet und die Sünden vergeben werden. Durch die Weihe erhält das Gotteshaus einen heiligen Charakter…“
Wenn wir uns nun wachsam und prüfend mit der NAK beschäftigen, sehen wir gravierende Irrlehren. Mindestens zwei Punkte fallen schon in der Pressemeldung auf, dort heißt es:
„Eine besondere Atmosphäre war spürbar als zum ersten Mal das Heilige Abendmahl, verbunden mit der Sündenvergebung in der neuen Kirche gefeiert wurde. Darauf folgte die besondere Feier des Heiligen Abendmahls für die Entschlafenen. Nach diesen feierlichen Handlungen schlossen sich das Schlussgebet und der Segen an.“
Da ist als erstes das Stichwort „Sündenvergebung“. Die NAK lehrt zwar auch, dass Jesus Christus der Sohn Gottes und für die Sünden der Menschen am Kreuz gestorben ist, jedoch mit der Einschränkung, dass nur das Apostelamt die Menschen durch „Freispechung“ von der Sündenlast erlösen kann. Jeden Sonntag wird während des Gottesdienstes den Anwesenden eine Oblate mit drei roten Punkten zum Abendmahl gegeben.
Anschließend erfolgt durch den Bevollmächtigten des Stammapostels die „Sündenfreisprechung“. Die NAK predigt einerseits das Evangelium, z.B. das Erlösungswerk Jesu Christi, andererseits wird die biblische Botschaft massiv eingeschränkt und verflacht. In der NAK nimmt der Weg Jesu Christi grundsätzlich einen Umweg über das „Apostelamt“. Ob Bibelstudium, Sakramente, Sündenvergebung oder Nachfolge, immer steht der „Stammapostel“ an erster Stelle. Diese Rangordnung verfälscht das Evangelium von Jesus Christus. In der Bibel sind weder Anhaltspunkte für neue Apostel noch für einen „Stammapostel“ zu finden.
Die Bibel sagt: „So seid ihr nun erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten…“ (Epheser 2,19a+20a) Der Grund, den die ersten 12 Apostel Jesu gelegt haben, ist vollständig (!) gelegt.
Eine zweite Auffälligkeit in dem Pressetext ist das Wort „Entschlafenen“. Die NAK versucht mit Verstorbenen in Kontakt zu treten. Sie praktiziert dreimal im Jahr (jeweils an den ersten Sonntagen der Monate März, Juli und November) sogenannte „Entschlafenengottesdienste“. Dazu heißt es auf der NAK-Webseite:
„Die durch das Opfer Christi erwirkte Erlösung ist nicht nur auf die Lebenden beschränkt, sondern reicht bis in die Bereiche der jenseitigen Welt.“
Die NAK geht also davon aus, dass die Menschen auch nach dem Tod noch gerettet werden können. Aus diesem Grund nehmen ihre Mitglieder Kontakt zu bereits Verstorbenen auf und beten für sie, lassen sich stellvertretend für sie taufen und durch die Apostel mit dem Heiligen Geist versiegeln. Die Entschlafenen-Lehre der NAK ist eine Irrlehre. Gottes Wort sagt: „Und wie den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht…“ (Hebräer 9,27). Es gibt weder Hinweise noch einen Auftrag von Gott, für Verstorbene zu beten, sich für sie taufen zu lassen oder mit ihnen in Kontakt zu treten.
Neben diesen zwei Beispielen, die ja sogar in der Pressemeldung angesprochen wurden, gibt es weitere Lehren der NAK, die nicht dem Wort GOTTES entsprechen. Damit kann gesagt werden, dass die NAK keinesfalls auf biblischem Fundament lehrt.
Laut NAK Pressemeldung haben am Festakt auch die Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) teilgenommen:
„Unter den Anwesenden waren Vertreter der Kirchenleitung, der Stadt Nürnberg, des Arbeitskreises Christlicher Kirchen (ACK), die verantwortlichen Architekten sowie zahlreiche engagierte Mitwirkende und Baubeteiligte.“
Sind die Christen und Gemeinden in Nürnberg nicht wachsam und prüfen nicht? Tatsache ist, dass die NAK seit Jahren innerhalb der ACK aktiv mitarbeitet, leider nicht nur in Nürnberg, sondern bundesweit. Selbst die Evangelische Allianz hat inzwischen kein Problem mehr, mit der NAK zusammenzuarbeiten. Es wird übersehen, dass auch die Mitglieder der NAK das wahre Evangelium benötigen. Bibeltreue Christen sollten diesen Menschen in der Liebe Jesu Christi begegnen und ihnen das Evangelium verkünden.
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