
von Thomas Schneider
An fast jedem neuen Tag ruft mich meine liebe Ehefrau zum Frühsport. Vorher reicht sie mir als Ansporn eine kleine Schüssel, gefüllt mit frischem Obst. Lecker!
Da ich trotz meines Ruhestandes immer noch viel Zeit am Computer verbringe, um mich auf Predigten vorzubereiten und Beiträge für AG WELT zu schreiben, braucht es immer wieder einige Anstrengungen zum Aufbau und zur Stabilisierung der Körpermuskulatur.
Nicht immer bin ich über die notwendige Gymnastik hoch erfreut. Aber Vorbeugen ist eben doch besser als Heilen.
Wenn die Krankenkassen dieses Prinzip erkennen und finanzkompatibel für Haus- und Fachärzte und Kliniken anwenden würden, dann gäbe es zwar noch Krankheiten, aber sicher weitaus weniger Probleme, einen Arzttermin zu bekommen. Mein Hausarzt sagt immer: „Naja, wenn Sie 70 sind, dann zahlen auch die Kassen Physiotherapie.“ In diesem Jahr werde ich 70. – Der Schreiber von Psalm 90,10 läßt aufhorchen: „Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn’s hoch kommt, so sind’s achtzig Jahre…“ Also Physiotherapie über Krankenkassenbeitrag so kurz vor der Abberufung. Völliger Schwachsinn! Fachkompetente medizinische Therapie zur Förderung oder Erhaltung der Beweglichkeit, die Schmerzen lindert, Muskulatur stärkt und Koordination verbessert, braucht es in der Mitte eines oft anstrengenden und einseitigen beruflichen Lebens.
Einige fragen sich jetzt vielleicht: „Will uns ‚der Schneider‘ einen Vortrag über Gesundheit halten?“ Nun ja, die Erhaltung der körperlichen Gesundheit ist sehr bedeutsam. Da habe ich in der Vergangenheit so manches schleifen lassen. Wir können unserem Leib Schaden zufügen oder ihn vor Schaden bewahren. Uns sollte bewußt sein, daß unser von Gott geschaffene Leib nach 1. Korinther 6,19 „ein Tempel des Heiligen Geistes“ ist . Unser Körper gehört also nicht uns, sondern Gott.
Nun heißt es in 1. Thessalonicher 5,23: „Der Gott des Friedens aber heilige euch durch und durch; und euer ganzes Wesen, der Geist und die Seele und der Leib, möge unversehrt bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus.“ Die Dreigliedrigkeit von Geist, Seele und Leib ist kein menschliches oder gar esoterisches Konzept, sondern biblische Offenbarung. In einer Zeit, in der entweder der Körper vergöttert, die Seele verletzt oder der Geist vernachlässigt wird, da ruft Gott uns zurück zu seinem Grundsatz.
Schließlich geht es darum, daß auch Geist und Seele des Menschen bewahrt bleiben. Das kann kein Arzt, auch nicht der beste Psychologe leisten. Psychotherapie führt den Menschen zu sich selbst, nicht aber zum Schöpfer von Geist und Seele, der von sich sagt: „Ich bin der HERR, dein Arzt.“ (2. Mose 15,26) Das Konzept der Psychotherapie lautet: „Du schaffst das!“ Auch das ist Schwachsinn!
Der Geist ist der Teil des Menschen, durch den er Gemeinschaft mit Gott hat. Deshalb heißt es: „Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.“ (Johannes 4,24) Und erst durch die Wiedergeburt eines Menschen in Christus wird der Geist lebendig. „Was aus dem Geist geboren ist, das ist Geist.“ (Johannes 3,6)
Wie können wir Geist und Seele vor allem Bösen abschirmen? Durch Gebet (1. Thessalonicher 5,17), durch Gottes Wort (Hebräer 4,12) und durch Heiligung und Gehorsam (Römer 8,14). Römer 8,16 sagt uns: „Der Geist selbst gibt Zeugnis unserem Geist, daß wir Gottes Kinder sind.“ Wir sind also gefordert, Geist und Seele zu bewahren, wie mit Frühsport unseren Körper vor Muskelschwund.
Die Seele, die uns Gott geschenkt hat, umfaßt Verstand, Emotionen und Willen. Die Seele ist oft das Schlachtfeld zwischen Fleisch und Geist. „Denn das Fleisch begehrt gegen den Geist auf, und der Geist gegen das Fleisch.“ (Galater 5,17) Unsere Seele können wir bewahren durch Erneuerung unseres Denkens (Römer 12,2), durch Vergebung und innere Heilung (Psalm 147,3) und durch Ausrichtung des Willens auf Gott (Lukas 22,42). Eine kranke Seele blockiert geistliches Wachstum.
Gott möchte den ganzen Menschen und nicht nur Bruchstücke von ihm. Ein Geist in Christus, eine durch Christus erneuerte Seele und ein in Christus geheiligter Leib sind Zeugnis für die Herrschaft Christi. „Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir.“ (Galater 2,20) Laßt uns Gott ganz neu erlauben, jeden Bereich unseres Lebens zu durchdringen und zu bewahren – bis zur Wiederkunft unseres HERRN Jesus Christus.