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„HERR, es hat doch alles keinen Sinn!“

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von Thomas Schneider

„HERR, es hat doch alles keinen Sinn!“ – dieser Gedanke kommt meist in Zeiten von Leid, Überforderung oder Enttäuschung. Die Bibel kennt diese Erfahrung des Menschen sehr gut und verschweigt sie nicht. Glauben heißt in der Heiligen Schrift nicht, immer stark zu sein oder alles zu verstehen.

Schon Hiob klagt in tiefster Verzweiflung: „Warum bin ich nicht gestorben im Mutterschoß? Warum bin ich nicht umgekommen, als ich aus dem Mutterleib kam?“ (Hiob 3,11). Auch David schreit seine Hoffnungslosigkeit zu Gott: „HERR, wie lange willst du mich so ganz vergessen? Wie lange verbirgst du dein Antlitz vor mir?“ (Psalm 13,2). Und der Prediger faßt das Lebensgefühl nüchtern mit den Worten zusammen: „Ich sah an alles Tun, das unter der Sonne geschieht, und siehe, es war alles eitel und Haschen nach Wind.“ (Prediger 1,14)

Die Bibel nimmt vermeintliche Sinnlosigkeit ernst. Sie wertet die Klage „HERR, es hat doch alles keinen Sinn!“ nicht als Unglauben, sondern läßt sie als ehrliches Gebet stehen. Das Wunderbare ist: Die Bibel bleibt nicht bei der Hoffnungslosigkeit stehen.

Bibeltreuer Glaube richtet den Blick darauf, daß der Sinn des Lebens nicht in dem liegt, was wir sehen oder fühlen. Gott selbst sagt: „Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege.“ (Jesaja 55,8)

Was uns heute sinnlos erscheint, kann Teil eines größeren Handelns Gottes sein. Das deutlichste Beispiel dafür ist das Kreuz Jesu Christi. Für die Menschen war es Niederlage und Scheitern, doch Gott machte daraus Rettung: „Das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren gehen; uns aber, die wir gerettet werden, ist es Gottes Kraft.“ (1. Korinther 1,18)

Gott bezeugt in seinem Wort, daß ER auch im Leid nahe ist: „Der HERR ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind.“ (Psalm 34,19) Jesus spricht: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“ (Matthäus 11,28) Gott verspricht kein leidfreies Leben, aber er verspricht seine Gegenwart: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Welt.“ (Matthäus 28,20)

Unser Lebenssinn liegt nicht – wie leider die meisten fälschlicherweise annehmen – in Leistung, Erfolg oder Glück, sondern darin, daß wir von Gott gewollt und geliebt sind: „Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken.“ (Epheser 2,10) Selbst Leiden sind in Gottes Hand nicht sinnlos: „Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen.“ (Römer 8,28) Alle Dinge!

Darum antwortet der bibeltreue Glaube auf den Ruf „Es hat doch alles keinen Sinn!“ nicht mit billigen Durchhalteparolen wie „Das wird schon wieder!“, sondern mit Hoffnung auf Gottes Beistand und Durchhilfe – über das Sichtbare hinaus. Paulus schreibt: „Denn die kleine Last unserer gegenwärtigen Not schafft uns ein unermessliches ewiges Gewicht an Herrlichkeit“ (2. Korinther 4,17)

Schenke Jesus Christus dein Herz, so kann ER auch dein Leben so verändern, daß es nach Gottes Vorstellungen Sinn macht. Auch wenn wir diesen Sinn jetzt und heute noch nicht erkennen – unser Leben ist nicht sinnlos. Es ist getragen von einem Gott, der den Anfang und das Ende kennt und der das letzte Wort über unser Leben spricht. IHM zu vertrauen lohnt sich!

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