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Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Foto: AG WELT

von Thomas Schneider

In Sprüche 13,7 der Bibel heißt es: „Mancher stellt sich reich und hat doch nichts; mancher stellt sich arm und ist steinreich.“

Dieser Vers stellt zwei gegensätzliche Lebenseinstellungen gegenüber. Der scheinbar Reiche gibt sich nach außen wohlhabend, erfolgreich, abgesichert. In Wirklichkeit besitzt er „nichts“: keine wahre Substanz, keine Sicherheit, keinen bleibenden Wert. Der scheinbar Arme lebt bescheiden und tritt nicht prahlerisch auf. Tatsächlich ist er „steinreich“, er besitzt also echten Reichtum. Gottes Wort unterscheidet klar äußeren, vergänglichen Reichtum und wahren, bleibenden Reichtum.

Im Brief an die Gemeinde in Laodizea (Offenbarung 3,17) steht: „Du sprichst: Ich bin reich und habe mehr als genug und brauche nichts!, und weißt nicht, daß du elend und jämmerlich bist, arm, blind und bloß.“ Im Volksmund sagt man dazu: „Paßt wie die Faust auf’s Auge!“

Der Reiche steht für Menschen, die ihr Vertrauen auf Besitz, Status oder Selbstdarstellung setzen; also ihren Wert aus dem ziehen, was andere sehen. Sie sind aber in Wirklichkeit arm dran. Deshalb heißt es weiter im begonnenen Offenbarungstext (V. 18-19): „Ich rate dir, daß du Gold von mir kaufst, das im Feuer geläutert ist, damit du reich werdest, und weiße Kleider, damit du sie anziehst und die Schande deiner Blöße nicht offenbar werde, und Augensalbe, deine Augen zu salben, damit du sehen mögest. Welche ich lieb habe, die weise ich zurecht und züchtige ich. So sei nun eifrig und tue Buße!“

Der scheinbar Arme steht für Menschen, die nicht prahlen, genügsam leben und ihr Vertrauen auf Gott setzen. Was sind denn ihre großen Güter? Sie sind „steinreich“, weil sie wie Hiob (1,1) gottesfürchtig sind, sich mit Weisheit von Gott beschenken lassen und in enger Gemeinschaft mit Gott leben. Im 1. Brief des Timotheus heißt es: „Die Gottesfurcht mit Genügsamkeit aber ist ein großer Gewinn.“ Vor Gott zählt nicht, wie jemand (er)scheint, sondern was er wirklich besitzt.

Immer wieder fallen Menschen auf weltlichen Glitzer, Glanz und Gloria herein, lassen sich von medialem Klamauk berieseln und verblenden. Sie bauen auf Prestige, Erfolg, Schönheit, Besitz, Glück und allem vergänglichen Wert. Die Werbung im Fernsehen ist vergleichbar mit den Versprechen der Regierung. Schall und Rauch! Es ist eben – wie es der Volksmund sagt – nicht alles Gold, was glänzt. Das, was äußerlich beeindruckt, ist nicht immer von innerem Wert. Gott aber durchschaut den äußeren Schein, der trügt und Menschen leicht in die Irre führt.

Jesus selbst lehrt uns, daß wahre Kostbarkeit im Herzen liegt: „Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.“ (Matthäus 6,21) Wer sein Herz auf weltliche Dinge richtet, mag äußerlich glänzen, doch innerlich kann völlige Leere herrschen. Umgekehrt kann ein Leben, das bescheiden und demütig ist, reich an Gnade, Liebe und Treue zu Gott sein – Werte, die ewig Bestand haben.

Streben wir nach äußerlichem Glanz oder nach Gottes Willen? Lassen wir uns nicht von Prahlerei, Statussymbolen oder äußeren Erfolgen (die meist gar keine sind) blenden. Erkennen wir, daß Zufriedenheit und Dankbarkeit wahre Reichtümer sind – unabhängig von materiellem Besitz.

Wahrer Wert liegt nicht in dem, was glänzt, sondern in dem, was unser Herz erfüllt und Gott ehrt. Laßt uns also darauf achten, innerlich reich zu sein, selbst wenn die Welt samt unserer deutschen Regierung andere (und keinesfalls nachahmenswerte!) Maßstäbe setzt. Die Volksweisheit „Es ist nicht alles Gold, was glänzt“ bringt in einfacher Sprache genau das zum Ausdruck, was Sprüche 13,7 biblisch vertieft.

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