25. Mai 2017

Der Esoterik-Markt boomt

Ernst-Martin Borst, Gründer AG WELT e.V. Foto: AG WELT

Ernst-Martin Borst, Gründer AG WELT e.V. Foto: AG WELT

von Erst-Martin Borst

Fachleute beziffern den Jahresumsatz im Bereich Esoterik in Deutschland über 25 Milliarden Euro. Die tatsächliche Zahl dürfte jedoch um ein Vielfaches höher liegen. Durch unterschiedliche Sichtweisen – was ist der Esoterik zuzuordnen und was nicht – kommt es entsprechend zu niedrigeren oder höheren Umsatzzahlen.

Der Buchmarkt ist überschwemmt

Der Buchmarkt ist nahezu überschwemmt von Büchern mit esoterischen Inhalten. In Buchhandlungen und Online-Shops ist derartige Literatur nicht nur unter der Rubrik „Esoterik“, sondern auch unter Medizin, Kochen, Sport, Wissenschaft, Sachbuch, Belletristik, Hobby, Religion und Philosophie zu finden.

A wie Amulett bis zu Z wie Zen-Zimmerbrunnen

Der sogenannte Zubehörmarkt bietet ein riesiges Potential. Von A wie Amulett bis Z wie Zen-Zimmerbrunnen wird in Esoterikläden und im Versandhandel alles angeboten. Das gesamte Sortiment ist sehr umfangreich: Pyramiden, Pendel, Tarotkarten, Räucherstäbchen, Heilsteine, Glückskerzen, Halsketten, Schmuck, Buddhafiguren, Engel, Feen, Textilien und vieles mehr. Auch in vielen Buchläden, Apotheken, Kaufhäusern, Drogeriemärkten und Kunstgewerbegeschäften wird dieses „Zubehör“ dem Kunden angeboten.

Esoterik erobert auch den Lebensmittelmarkt

Auch den Lebensmittelmarkt samt seinem breiten Sortiment an Nahrungsergänzungsmitteln hat die Esoterik längst erobert: Magische Puder, Öle und Salben; esoterische Seifen, Vitalstoffe und Teemischungen; Bach-Blüten. Obst und Gemüse aus esoterischem oder anthroposophischem Anbau stehen ganz oben auf den Bestsellerlisten.

Die Nachfrage an „Heilern“ wächst

Schätzungsweise 10.000 Geistheiler bieten in Deutschland ihre Dienste an. Über 3 Millionen Menschen nehmen jährlich solche Dienste in Anspruch. Neben den Geistheilern kommen weitere praktizierende Esoteriker hinzu, die unter mannigfaltigen Bezeichnungen auftreten: Wahrsager, Kartenleger, Guru, Esoterischer Therapeut, Schamane, spiritueller Lehrer, Reiki-Meister und auch esoterisch ausgerichtete Heilpraktiker und Ärzte. Die Nachfrage ist steigend. Private Krankenversicherungen bieten ihren Kunden Tarife an, über die auch diese Leistungen finanziert werden. Aber auch die gesetzlichen Krankenkassen öffnen sich mehr und mehr für esoterische Praktiken.

Bundesweit: Esoterikmessen

In vielen deutschen Städten finden kleinere und größere Esoterikmessen und Esoteriktage statt. Auf diesen Podien wird dem Publikum alles gezeigt, was die Esoterik zu bieten hat. Unsere Arbeitsgemeinschaft plant den Besuch einer solchen Messe, um fundiert über Veränderungen auf diesem Markt informieren zu können.

Was ist das Erfolgsrezept der Esoterik?

Die Kirchen sind als Botschafter der biblischen Wahrheit weitgehend kraftlos geworden und versagen immer mehr. Ihrem Auftrag, Wegweiser zum wahren Leben zu sein, kommen sie größtenteils nicht mehr nach. Auch die Politik zeigt keine Perspektive mehr auf und hilft beim allgemeinen Werteverfall fleißig mit. Egal wo der Mensch hinschaut: Es fehlen Vorbilder. – Dieses große Vakuum füllt die Esoterik mit ihren umfangreichen „Sinn-Angeboten“. Sie verspricht Gesundheit, Zufriedenheit, Erfolg, Krankenheilung, erfüllte Sexualität, Reichtum, glückliche Partnerschaft. Summa summarum: ein scheinbar erfülltes Leben.

„Christliches“ in der Esoterik?

Wer sich im Esoterik-Markt umschaut stellt fest, dass dort auch „Christliches“ zu finden ist: Bücher mit Titeln wie „Die Kraft des Betens“, „Denn Christus lebt in jedem von euch“, „Einmal Himmel und zurück“, „Das esoterische Christentum“, „Christus Verkörperungen“, „Die Botschaft der Engel“, „Die helfenden Engel“ und unzählige andere Titel. Auch Gegenstände wie Engel, Kreuze und Kerzen mit christlichen Motiven sind zu entdecken, die scheinbar alle auf Jesus und die Bibel hinweisen. Aber stimmt das? Nun, in der Esoterik hat alles Platz. Wir finden dort das Gedankengut aus vielen Religionen und Weltanschauungen. Da hat der Hinduismus genauso Platz wie der Schamanismus. Ob Christliches, Anthroposophisches, Buddhistisches, Taoistisches und sogar Satanistisches. Die Esoterik schließt keine Weltanschauung aus. – Wenn die Esoterik von Gott spricht, meint sie nicht den Gott der Bibel. Sie meint einen unpersönlichen Gott und spricht dann vordergründig von kosmischer Energie. Wenn die Esoterik von Jesus spricht, meint sie nicht den Jesus Christus der Bibel, der für die Menschen am Kreuz gestorben und von den Toten auferstanden ist. Sie meint einen Lehrer, Propheten oder Geistheiler.

Bewertung der Esoterik aus biblischer Sicht

Welche Motive treiben den Menschen dazu, sich mit Esoterik zu beschäftigen und andere damit zu begeistern?

1. Der Mensch ist auf Gewinn aus
Nach Tit 1,10+11 betreibt der Mensch das Geschäft der Esoterik aus rein wirtschaftlichen Gründen. Dieser Hinweis dürfte auch heute noch aktuell sein. Denn viele Anbieter glauben selbst nicht ernsthaft an das, was sie anderen präsentieren. Es geht ihnen um Gewinnmaximierung.

2. Der Mensch wird von Satan verführt
Die Bibelstelle 2Kor 11,13-15 spricht für sich: »Denn solche sind falsche Apostel, betrügerische Arbeiter, die die Gestalt von Aposteln Christi annehmen. Und kein Wunder, denn der Satan selbst nimmt die Gestalt eines Engels des Lichts an; es ist daher nichts Großes, wenn auch seine Diener die Gestalt von Dienern der Gerechtigkeit annehmen; und ihr Ende wird ihren Werken entsprechen.«

3. Der Mensch glaubt, was ihm zusagt.
Nach 2Tim 4,3-4 wollen die Menschen nicht mehr auf Gottes Wort hören und suchen sich deshalb genau das heraus, was ihnen gefällt.

4. Der Mensch wird von Gott in Irrtümer geführt.
Aus 2Thess 2,10-11 ist erkennbar, dass auch Gott selbst Menschen in Irrtümer hineinführt. Wenn ein Mensch ganz konkret die Wahrheit Gottes erkannt, diese jedoch nicht angenommen hat, kann es ein Zuspät geben. So kann es sein, dass Gott selbst den Menschen verblendet und ihn in Irrtümer schickt. Die Bibel warnt an vielen Stellen vor Irrlehrern, falschen Christussen, falschen Propheten, falschen Lehrern. Sie nennt aber auch beispielhaft ganz konkrete Praktiken: Totenbefragung, auf Vogelgeschrei und bestimmte Tage achten, Beschwörungen und Menschenopfer u.a. (z.B. 5Mo 18,9-14).

Wie sollen Christen mit Esoterik umgehen?

1. Die Not der Menschen erkennen
Die Bibel zeigt, wie von Gott Beauftragte die Not der Menschen gesehen haben. Der Apostel Paulus hörte den Ruf aus Mazedonien „Komm herüber und hilf uns!“, folgte diesem Ruf und half den Menschen. Christen sind aufgerufen, die Not der Menschen zu erkennen und ihnen christusgemäß zu helfen. Am besten geschieht das, wenn ihnen gesagt wird, dass es einen lebendigen Gott gibt, der allen Menschen offenbart hat, dass sie weder tote Steine noch Götzen und Götter, weder kosmische Energien noch andere von Menschen erfundene esoterisch behaftete Dinge mit vermeintlich heilbringender Wirkung brauchen, sondern allein den Heiland und Retter Jesus Christus.

2. Prüft alles!
Christen sollten sehr wachsam sein, täglich die Bibel lesen und sich Wissen aneignen. Esoterische Hintergründe sind oft nicht sofort klar erkennbar. In Kirchen und Gemeinden versucht der Feind Gottes mit esoterischem Gedankengut immer stärker einzudringen. Dennoch brauchen Christen keine Angst zu haben, denn Jesus Christus spricht im Johannesevangelium (16,33): „In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“

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Erstveröffentlichungim Brennpunkt Weltanschauung 3/2015