20. August 2017

„Professor“ wird an Uni Leipzig „Professorin“ genannt

Foto: Andrea Damm/pixelio.de

Foto: Andrea Damm/pixelio.de

(AG WELT) Die Schrägstrichbezeichnung, wie beispielsweise „Professor/Professorin“, soll an der Universität Leipzig abgelöst und durch die weibliche Personenbeschreibung ersetzt werden. Das meldet heute das Internetmagazin Spiegel Online.

Dem Physikprofessor Dr. Josef Käs seien die vielen Diskussionen um die Novelle der Grundordnung leid gewesen und habe den Vorschlag eingebracht, nur noch die Titel „Professorin“ und „Rektorin“ zu verwenden. Einige der 77 Senatsmitglieder hätten sich an der bisher üblichen Form gestört, die nach Meinung von Juristen die Lesbarkeit hemme.

Historische Sprachentwicklung auf den Kopf gestellt

Nach Ansicht des Juristen und Rechtshistorikers Prof. Dr. Bernd-Rüdiger Kern stelle eine solche Entscheidung die historische Sprachentwicklung auf den Kopf. Die Uni-Rektorin Professorin Dr. Beate Schücking hingegen kommentiert die Verweiblichung der Männer mit den Worten: „Der erweiterte Senat hat den Beschluss gefasst, um die zahlreichen Frauen an der Universität Leipzig in der Grundordnung sichtbarer werden zu lassen.“ 60 Prozent der Studierenden und 40 Prozent der wissenschaftlichen Mitarbeiter seien an der Universität Frauen.

Leipziger Modell soll Diskussion auslösen

Die Vize-Präsidentin an der Hochschule für Wirtschaft und Recht (Berlin) und Gutachterin des Netzwerkes „Gender Equality and Employment“ der EU-Kommission“, Prof. Dr. Friederike Maier, findet es gut, wenn „geschlechtergerecht“ formuliert werde. Sie fühle sich „nicht gemeint“, wenn bei der männlichen Formulierung lediglich eine Fußnote gemacht würde, dass auch Frauen gemeint seien. Frauen fühlten sich, so Maier im Spiegel Online – Interview, ausgegrenzt. So hoffe sie, dass das Leipziger Modell „eine Diskussion“ auslöse, „sprachlich wertschätzend“ miteinander umzugehen.

Sprachverdrehung: Schöpfungswidriger Auswuchs

Der Referent der Arbeitsgemeinschaft Weltanschauungsfragen e.V. (Lage) sieht in der Sprachverdrehung den weiteren Vormarsch des Gender Mainstreaming (GM). Dieses gesellschaftspolitische Programm komme einer „Geschlechtsumwandlung“ gleich. „Auch die Universitären will man auf ein einheitliches Gestaltungsprinzip trimmen und das biblische Menschenbild aus den Köpfen der Menschen vertreiben“ kommentiert Schneider. Aus der Schrägstrichvariante oder dem sogenannten „Binnen-I“ (ProfessorInnen) entpuppe sich nunmehr „der schöpfungswidrige Auswuchs“, einen Mann als Frau ansprechen zu müssen. Das sei, so Schneider, „nicht nur pure Dummheit, sondern Gotteslästerung.“

Kommentare

  1. Zum Thema »Schöpfungswidrigkeit« des Falles siehe auch: http://www.geiernotizen.de/generisches-maskulinum