30. April 2017

Deutscher Historiker: Religionsfeindlichkeit wächst

Foto: Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com/pixelio.de

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(AG WELT) Wie der Leiter der Hochschule für jüdische Studien Heidelberg, Johannes Heil, beim Symposion „Religion der Vernunft. Vernunft der Religion in Judentum, Christentum und Islam“ der Eugen-Biser-Stiftung am vergangenen Mittwoch in Hamburg sagte, beobachte er eine wachsende Religionsfeindlichkeit.

Ob es um „Kopftücher, Glockengeläut, noch so kleine Minarette, Straßensperren zu Fronleichnamsprozessionen oder zuletzt zur Frage der Beschneidung“ gehe, gehöre das „Religionen-Bashing“ zur Erfahrung der letzten Jahre, so Heil.

Für den Historiker sei es fraglich, ob bei der Frage nach der Vernunft das Judentum, das Christentum und der Islam die richtigen Adressaten seien. Seiner Ansicht nach werde in der Gesellschaft alles Religiöse von außen her in einem „unüberbrückbaren Gegensatz zu jeder Art von Vernunft gesehen“. Es mangele an Anstrengungen, dem Religiösen und Heiligen „Ehrfurcht und Respekt“ entgegenzubringen.

Heil promovierte 1994 an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main Mittlere und Neuere Geschichte. Seit September 2008 leitet er die Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg.