28. Juni 2017

Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem (Römer 12,21)

Martin Reininghaus, Mitarbeiter der AG WELT

Martin Reininghaus, Mitarbeiter der AG WELT

Liebe Leserinnen und Leser,
 

für das Jahr 2011 wurde von der christlichen Gemeinschaft der „Herrnhuter Brüdergemeinde“ die nachstehend genannte Jahreslosung ausgewählt:

„Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“ (Römerbrief 12,21).

Diese vor ca. 1.940 Jahren vom Apostel Paulus an die Christen in Rom gerichtete Aufforderung ist auch heute noch aktuell.

Es stimmt wohl auch ein jeder mit uns darin überein, dass die anderen Mitmenschen gut zu uns sein sollen. Wenn mein Freund, mein Nachbar und die anderen Menschen meiner Umgebung gut zu mir sind, werde ich natürlich auch gut zu ihnen sein.

Wie du mir, so ich dir!

Hat mich aber jemand körperlich oder geistig verletzt, lasse ich mir das nicht so ohne Weiteres gefallen und sinne auf Vergeltung. Und schon bin ich von bösen Gedanken erfüllt. Unser Rechtsempfinden fordert Bestrafung oder Wiedergutmachung. Jeder familiäre, geschäftliche oder politische Streit hat in solchen Gedanken seinen Ursprung. Man wünscht sich untereinander Frieden und macht für den Unfrieden die anderen Mitmenschen verantwortlich. Die Bösen sind immer die anderen!

Ist der Mensch von Natur aus gut?

Es herrscht allgemein die Auffassung, dass jeder Mensch von Natur aus im Inneren gut sei. Das Böse wurde angeblich dem „guten Menschen“ erst später im Laufe seines Lebens beigebracht. Fast alle Religionen und Weltanschauungen vertreten diese These.

Die Praxis sieht jedoch so aus, dass man keinen Lehrgang besuchen muss, um Böses zu lernen. Schon das Kleinkind handelt egoistisch, ohne dass ihm jemand ein solches Tun beibringen muss. Streit gibt es schon unter Kleinstkindern! Somit steckt das „Gute“ nicht automatisch im Menschen, sondern muss erst mühsam erlernt werden.

Ursache dafür ist die gleich nach seiner Erschaffung erfolgte Abwendung des Menschen von seinem Schöpfer, was die Bibel als „Sündenfall“ bezeichnet. Warum das so ist und was damals passierte, kann man gleich auf den ersten Seiten der Bibel nachlesen. Wenn man diesen Sachverhalt verstanden hat, wird einem schnell deutlich, warum es die Menschheit bis heute nicht geschafft hat und es niemals schaffen wird, endgültigen Frieden auf der Welt zu schaffen.

Die Überwindung des Bösen!

Zum Glück brauchen wir nicht resignieren. Gott ist in Jesus Christus für Sie und mich Mensch geworden, hat die uns zustehende Strafe für unser gottwidriges Handeln mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben am Kreuz bezahlt und ist danach wieder auferstanden. Er ist dann zu Gott in die Ewigkeit zurückgekehrt, damit wir für immer Frieden mit Gott haben können und einmal bei ihm sein dürfen.

Auch wenn uns unser Verstand daran hindern will, dürfen wir dieses Geschehen dankbar für uns persönlich als Gottes Geschenk annehmen. Und als Folge wird dann der Wunsch in uns wach, mehr über Gottes Willen und den Sinn unseres Lebens zu erfahren.

Nehmen wir jedoch das Angebot nicht für uns in Anspruch, werden wir in Ewigkeit von Gott getrennt sein. Das dann für immer heiß wie Feuer brennende Verlangen nach Gottes Nähe, welches dann nicht mehr gestillt wird, bezeichnet die Bibel mit „Hölle“.

Wie wir aber von unserem bisherigen egoistischen Leben umkehren können und ewigen Frieden erhalten, zeigt uns Gott z.B. auch durch Lesen der Bibel oder durch andere Christen. Und dann erfahren wir auch, wie wir selbst auch echten Frieden hier in unserer Umwelt schaffen und das Böse überwinden können.

Wir dürfen uns im persönlichen Gebet von Jesus Christus immer wieder Kraft dafür erbitten, dass wir uns nicht von unseren bösen Gedanken leiten lassen und „Gleiches mit Gleichem“ vergelten. Wo wir Böses erfahren, können wir dann mit Liebe antworten, weil Jesus Christus uns zuerst geliebt hat. Das klappt aber oftmals nicht so, wie gedacht!

Doch Gott hat mit uns viel Geduld und wir dürfen ihn immer wieder um Vergebung bitten, wenn wir wieder den alten egoistischen Weg eingeschlagen haben. Die uns durch Jesus Christus geschenkte Liebe Gottes an unsere Mitmenschen weiterzugeben, das meint Paulus mit der Aufforderung, das Böse mit Gutem zu überwinden.

Wir wünschen Ihnen, dass Sie gerade auch in Zeiten von Zweifeln, Rückschlägen und Leid sich von Gott mit seiner Kraft beschenken lassen und Sie so echten Frieden erfahren.

Ihr Martin Reininghaus