11. Dezember 2017

Die Bibel ruft zum Prüfen auf!

Prof. Dr. Helge Stadelmann, Foto: Privat

Prof. Dr. Helge Stadelmann, Foto: Privat

Quelle: Zeitjournal Nr. 4/2009 (HIER KOSTENLOS BESTELLEN!)
 

Liebe Glaubensgeschwister,

die Bibel ruft uns in geistlichen Bereichen zum konstruktiven Prüfen auf: „Prüft aber alles, und das Gute behaltet!“ (1. Thess. 5,21). Das gilt speziell im Hinblick auf Aussagen, die unter Berufung auf Gott selbst geäußert werden. Wie oft hat das, was im Namen Gottes gesagt und getan wird, in Wirklichkeit nur allzu menschlichen Charakter (oder ist gar Ausdruck dämonischer Verführung)!

Die „Arbeitsgemeinschaft für Weltanschauungsfragen e.V.“ hat diesen Prüfungsauftrag. Sie leistet damit einen wichtigen Dienst für die Gemeinde Jesu Christi. Sie führt ihn mit Sachkenntnis und mit Augenmaß aus. Und sie hat einen klaren Maßstab, anhand dessen geprüft werden kann: das Wort Gottes, die Bibel. Gelten muss das, was Gott in seinem Wort sagt. Und was diesem Wort nicht standhält, was diesem Maßstab widerspricht, muss aufgedeckt und zurückgewiesen werden.

Nicht in allen Fragen geht es um die Einteilung nach „richtig oder falsch“. Manchmal beschränkt sich eine Problematik einfach nur auf die Kategorie „gut – oder besser?“. Und dann stellt sich hin und wieder auch lediglich die Frage, ob die Art und Weise, wie man gestern an Dinge herangegangen ist und welche man da als gut befunden hat, auch morgen noch die beste Methode darstellt. Was Gott als „gut“ oder „böse“ bezeichnet, ändert sich nicht dadurch, dass man Zeit darüber verstreichen lässt. „Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen!“, sagt Jesus. Seine Wahrheit bleibt immer unverändert wahr! Aber wir müssen regelmäßig prüfen, ob unsere menschlichen Vorgehensweisen, Stilmittel und Traditionen unverbesserlich sind. Von daher bedarf unser Prüfen immer eines guten Urteilsvermögens. Und Prüfen muss fair bleiben, denn mit einem Falsch-Zeugnis-Reden wider den Nächsten wird der Wahrheit nicht gedient.

In der Praktischen Theologie lehre ich meine Studenten folgenden Dreischritt, um in der Praxis Dinge zu verbessern: Sehen – Urteilen – Handeln. `Sehen‘ heißt, eine Situation oder Sache zunächst ganz genau, fair und zutreffend zu betrachten und wahrzunehmen. Wer schon mit einer verzerrten Wahrnehmung ansetzt, wird zu verzerrten Resultaten kommen. – Daran schließt das `Urteilen‘ anhand klarer Beurteilungsmaßstäbe an. Oberster Maßstab ist die Bibel: Was sagt die Heilige Schrift dazu? – Und auf dieser Basis kann man schließlich Ziele und Wege für ein verbessertes `Handeln‘ finden. Wir merken also: Auch in der Praxis bleibt uns das Prüfen nie erspart.

Ich wünsche Ihnen, liebe Leser, immer den nötigen Durchblick beim Prüfen. Halten Sie den Maßstab der Bibel hoch! Und bleiben Sie fair, denn Wahrheit und Liebe gehören untrennbar zusammen. Die „Arbeitsgemeinschaft für Weltanschauungsfragen“ kann Ihnen dabei eine gute Hilfestellung bieten.

Ihr Helge Stadelmann

Prof. Dr. Helge Stadelmann
1952 Geboren in Nürnberg
1970-79 Theologiestudium in Basel, Dallas und Cambridge
1979-86 Dozent an den Bibelschulen Brake und Wiedenest
Seit 1986 Dozent und Dekan,
dann seit 1994 Rektor der Freien Theologischen Hochschule Gießen (bis 2008 FTA)
sowie Gastprofessor für Praktische Theologie an der Evang. Theol. Fakultät Leuven/Belgien
Seit 1979 glücklich verheiratet mit Ehefrau Dorli, vier erwachsene Kinder