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Ursprung und Zukunft der Kirche

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von Thomas Schneider

Wenn Bürger unseres deutschen Vaterlandes von „Kirche“ sprechen, dann meinen sie zumeist das Gebäude in ihrem Ort oder in ihrer Stadt mit einem Kreuz obenauf – oder sie meinen eine Organisation wie beispielsweise die Evangelische Kirche in Deutschland als Körperschaft des öffentlichen Rechts.

Den meisten Bürgern bleibt verborgen, dass aus Sicht der Bibel „Kirche“ etwas ist, das allein Gott definiert. Sie besteht aus Menschen, die an Jesus Christus glauben, sein Erlösungswerk am Kreuz auf Golgotha angenommen haben und im Heiligen Geist neu geboren sind. In Johannes 3,3 heißt es: „Wenn jemand nicht von Neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.“ Gläubige sind nach Epheser 2,19-22 „Gottes Hausgenossen, erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau ineinandergefügt wächst zu einem heiligen Tempel in dem Herrn. Durch ihn werdet auch ihr mit erbaut zu einer Wohnung Gottes im Geist.“ An Christus Glaubende sind „als lebendige Steine erbaut“ (1. Petrus 2,5)

Christus ist das Haupt der Gemeinde (Kolosser 1,18) – also der Kirche. Wiedergeborene Christen (das Gegenteil von Traditions- und Kulturchristen) sind „der Leib Christi und jeder Einzelne ein Glied“ (1. Korinther 12,27). Kirche ist eine organische Einheit unter der Herrschaft Christi, nicht eine menschliche Institution.

Die unsichtbare Gemeinde ist die Gesamtheit aller wiedergeborenen Gläubigen aller Zeiten, die „Gemeinde der Erstgeborenen, die im Himmel aufgeschrieben sind“ (Hebräer 12,23). Die sichtbare Gemeinde sind Christen an einem Ort, die sich regelmäßig unter Gottes Wort versammeln. In Apostelgeschichte 2,42 heißt es: „Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.“

Nur dort, wo das Evangelium rein verkündigt wird und Christus das Haupt ist, kann im biblischen Sinn von „Kirche“ gesprochen werden. „Kirche“ gehört nicht Menschen, keinem Papst, keinem Bischof oder Ratsvorsitzenden, keiner Institution, keiner Tradition – sondern allein Jesus Christus. Denn ER hat zu Seinem Jünger Petrus gesagt: „Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen.“ Jesus (!) will Seine Gemeinde bauen!

Kirche ist kein Machtsystem, sondern eine von Christus gebaute und geleitete Gemeinschaft. Christus ist der Gründer der Kirche. Sie ist kein menschliches Produkt und keine Idee von religiösen Institutionen. Keine Kirchenleitung baut Gemeinde, sondern Jesus selbst. Menschen sind lediglich Werkzeuge in Seiner Hand. Christus ist Ursprung, Baumeister und Eigentümer der Kirche.

Eine bibeltreue Kirche hat eine klar beschriebene Kernaufgabe: Christus zu verkündigen – Sein Evangelium, Sein Werk, Seine Gnade, Seine Herrschaft. Und nichts anderes! Kirche hat allein Christus den Gekreuzigten zu predigen (1. Korinther 1,23). Sie verkündigt nicht sich selbst, weder ihre Tradition noch ihre Leiter. Kirche ruft nicht zu Religion, sondern zu Jesus. Christus ist der Gründer, das Haupt, der Mittelpunkt, die Kraftquelle, die Botschaft und der Richter der Kirche, Alpha und Omega der Gemeinde.

Anzeichen, wenn Kirche nicht mehr Kirche ist

Bleibt eine Kirche dem Auftrag Jesu Christi in Evangelium, Jüngerschaft und Heiligung nicht mehr treu, dann ist der Verlust der Liebe zu Christus das erste Anzeichen. Nicht mehr Christus steht im Zentrum, sondern Tradition, Struktur, Aktivismus, Programme, Theologie – oder schlicht Gleichgültigkeit.

Das zweite Anzeichen ist, dass Kirche ihre geistliche Kraft verliert. Die Predigt wird nichtssagend und leer. Es können keine Früchte des Geistes entstehen (Galater 5,22). Gebete tragen formalen Charakter. Die Wirksamkeit des Heiligen Geistes erlischt. In Johannes 15,6 sagt Jesus: „Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt die Reben und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen.“ Die Folge: keine Bekehrungen, keine geistliche Reife, keine echte Jüngerschaft, kein Salz und kein Licht (Matthäus 5,13-16). Kirche hat vielleicht noch Aktivität (wie sie die Welt auch hat), aber sie hat keine göttliche Wirkung.

Ein drittes Anzeichen dafür, dass Kirche ihre biblische Bestimmung vergeudet: wenn sie dem Zeitgeist folgt und Freundschaft mit der Welt eingeht. „Wer der Welt Freund sein will, der wird Gottes Feind sein.“ (Jakobus 4,4) Dann wird die Lehre den weltlichen Ideologien angepasst, das Evangelium verwässert, die biblische Autorität geht verlustig, Gottes Wort wird mit weltlich-religiösen Ideen vermischt. Kirche wird kulturell halbwegs akzeptabel – aber geistlich wertlos.

Wenn sich die Kirche in der Welt aufgelöst hat, erkennt Jesus sie nicht mehr als Seine Gemeinde. Sie bleibt ein religiöser Verein, aber keine Gemeinde Christi. Der Gemeinde in Sardes sagt der HERR: „Ich kenne deine Werke: Du hast den Namen, dass du lebst, und bist tot.“ Über die Gemeinde in Leodizea heißt es in Offenbarung 3,16: „Weil du aber lau bist und weder warm noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde.“ 

Eine Kirche, die keine Kirche nach der Heiligen Schrift mehr ist, wird schlussendlich vom HERRN gerichtet. In 1. Petrus 4,17 steht: „… das Gericht beginnt bei dem Hause Gottes“. Wenn Kirche nicht Buße tut und umkehrt von ihrem gottlosen Wege, verliert sie ihre Glaubwürdigkeit vollständig und führt Menschen in die Irre.

Eine Kirche, die dem Auftrag Jesu Christi nicht nachkommt, wird nach dem Wort Gottes lieblos, kraftlos, fruchtlos, weltlich, lauwarm – und schließlich von Christus verworfen. Äußerlich kann sie als Gebäude oder Organisation durchaus weiterbestehen, aber geistlich hört sie auf, Kirche Jesu Christi zu sein.

Zu welcher sichtbaren Gemeinde Jesu gehören Sie?

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