16. Dezember 2017

Der Genderwahn – Wie eine unsinnige Ideologie uns umerziehen und beherrschen will

von Eberhard Kleina
(Auszüge aus der gleichnamigen Buchneuerscheinung)

Das Schuljahr 1981/82 ging zu Ende, in der zweijährigen Höheren Handelsschule liefen die mündlichen Abschlußprüfungen. Im Fach Evang. Religion hatte sich eine Schülerin freiwillig gemeldet, das war nach der Prüfungsordnung möglich, sie wollte ihre Note auf dem Abgangszeugnis verbessern. Die Prüfung mußte ich abnehmen, da ich das Fach in der Klasse unterrichtet hatte. Allgemein üblich war, den Schülern für eine mündliche Prüfung mehrere Themen des Unterrichtsstoffes zu nennen, der zuvor in dem jeweiligen Fach behandelt worden war. Ein von mir genanntes Thema war die Frage nach Gott. An die anderen Themen kann ich mich nicht mehr erinnern. Ich hatte ein Aufgabenblatt vorbereitet, auf dem eine Karikatur abgebildet war: Ein Mann lag in anbetender Haltung vor einem Altar, auf dem aber kein Kreuz zu sehen war, sondern verschiedene andere Gegenstände, die er „anbetete“: ein schickes Auto, einen Fußball, Lotterie Lose, Teller mit Messer und Gabel, die Sternkreiszeichen der Astrologie (Horoskop) und noch verschiedenes andere. Dazu gehörte auch das Bild einer Frau, die mit einem knappen Bikini bekleidet war. Die Prüfung war ausgelegt auf das 1. Gebot: „Ich bin der Herr, dein Gott, du sollst keine anderen Götter haben neben mir.“ Die Schülerin machte ihre Aufgabe gut. Die Prüfungskommission, die damals aus allen Lehrern bestand, die in der Klasse Unterricht erteilt hatten, war mit meinem Vorschlag einverstanden, ihre Endnote im Fach Religion anzuheben. Nicht gut dagegen verlief das nun folgende Gespräch mit zwei Kolleginnen. Aufgebracht, ja richtig verbiestert, kamen beide unmittelbar nach Festlegung der Endnote auf mich zu und attackierten mich heftig wegen der Karikatur, es war der sprichwörtliche Blitz aus heiterem Himmel. Erregt wurde ihr Zorn einzig durch die Bikini-Dame, alles andere interessierte sie nicht. Das sei schlimmer Sexismus – den Begriff hörte ich zum ersten Male – sei ein typisches Rollen-Klischee und überhaupt die Herrschaft des Mannes über die Frau. Meine hilflose und verdutzte Antwort, das sei doch gar nicht Gegenstand des Prüfungsgespräches gewesen, sondern eben die Tatsache, daß viele Menschen alle möglichen anderen „Götter“ anbeteten, d.h. sie zu ihrem Lebensmittelpunkt und Lebenssinn machten und daß Gott aufgrund des 1. Gebotes dies untersage, wurde nicht akzeptiert. Die übrigen Lehrer hielten sich aus der Diskussion heraus. Irgendwie schien es den Kolleginnen, beide evangelisch, um die Emanzipation der Frau zu gehen, ein damals wie auch heute geläufiges Thema, aber es schien noch mehr hinter ihrem Anliegen zu stecken, was, das war mir nicht klar. In den nächsten Tagen jedenfalls erfuhr ich weiter, daß endlich die Männerherrschaft über die Frauen zu beenden sei. Vor allem ging es um eine frauengerechte Sprache. Die Anrede „Fräulein“ für eine unverheiratete Frau sei untragbar, schließlich spreche man einen unverheirateten Mann auch nicht mit „Herrlein“ an. In die Alltagssprache seien frauengerechte Begriffe einzuführen, das sei eine Aufgabe der Medien, aber auch der Schule. In der Kirche solle man besser von der „heiligen Geistin“ sprechen oder wahlweise von der „heiligen Geistkraft“, also von Gott, dem Vater, dem Sohn und der „heiligen Geistin“. Überhaupt sei die Sprache der Bibel eine männerdominierte und patriarchalische Sprache, es werde nur von „Brüdern“ gesprochen, nicht von „Brüdern und Schwestern“, dadurch werde die Frau ausgegrenzt und unterdrückt. Auch die Bibel müsse in eine frauengerechte Sprache umgeschrieben werden, damit in der Kirche die sprachliche Unterdrückung der Frau beendet werde. Das sei aber erst der Anfang, danach müsse die völlige Gleichstellung von Mann und Frau in der Kirche erfolgen, vor allem im Hinblick auf Leitungsämter, aber nicht nur in der Kirche, sondern allgemein in Gesellschaft und Politik.

Zum ersten Male hörte ich auch, daß die Zehn Gebote nur auf Männer bezogen seien, weil im letzten Gebot stehe: „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau… .“ Frauen seien durch die Gebote demnach gar nicht angesprochen. Auf meinen Protest wurde diese abenteuerliche Meinung halbwegs zurückgenommen, und auch die „heilige Geistin“ ließ ich nicht stehen, das sei für mich Gotteslästerung. Da ich nicht auf die frauengerechte Linie zu bringen war, bezeichnete man mich als „gedankenloses Mannsbild“ […] Rückblickend meine ich heute, daß es ein Fehler auch von mir war, in den darauffolgenden Jahrzehnten diese Ideologie zwar kritisch im Auge zu behalten, aber nicht entschlossen genug gedanklich bekämpft, aufgeklärt und gebetet zu haben. Leider ist es so, daß bis heute viele Mitmenschen entweder gar nichts von der Gender-Ideologie wissen oder nur Bruchstücke oder sie irgendwie unter Frauen-Emanzipation einordnen. So konnte sie sich unter der Tarnung der Emanzipation und der legitimen Abschaffung bestehender Ungerechtigkeiten zwischen den Geschlechtern fast unmerklich in aller Stille entfalten und nach und nach zusammen mit den Alt-68er Revolutionären ihren Marsch durch die Institutionen erfolgreich durchführen, dabei Machtpositionen erobern, von denen aus man heute versucht, seinen Einfluß geltend zu machen, tatkräftig unterstützt durch den größten Teil der Politik und besonders durch die Evangelische Kirche. [aus Kap.1 „Frühe Streitgespräche“]

Durch die „Frankfurter Schule“ wurde der Nachkriegsgeneration in Deutschland das Versagen ihrer Eltern eingeimpft, die kritiklos dem Rattenfänger Hitler nachgelaufen seien. „Traue keinem über dreißig“, war denn auch ein beliebter Slogan der 68er, die neben dem Maoismus starke Impulse von der „Frankfurter Schule“ erhalten haben. Die elterliche Autorität wurde als abschreckendes Vorbild dargestellt. Die Erziehung zu Treue, Fleiß, Ordnung, Disziplin und Tüchtigkeit, in Wirklichkeit unverzichtbare Werte für menschliches Zusammenleben, galt als verdächtig. Die Familie als kleinste staatstragende Gemeinschaft und als erste Gemeinschaft, in der Kinder entscheidende Prägung erfahren, wurde durch die „Frankfurter Schule“ in Mißkredit gebracht. Der marxistischen Forderung nach Aufhebung der bürgerlichen Familie war man ein gutes Stück näher gekommen. Man hatte nichts gelernt aus den Erfahrungen der Sowjetunion, wo ein wichtiges ideologisches Ziel war, Ehe und Familie abzuschaffen. Es mußte damals gestoppt werden, weil man des Chaos‘ vor allem unter Jugendlichen nicht mehr Herr wurde. In linken Kreisen dagegen glaubt man heute, alles besser und richtig zu machen. […]

Die GM-Ideologie bezeichnet Unterschiede zwischen Mann und Frau abwertend als „Geschlechterstereotype“, die abgeschafft werden müssen. Der Mensch soll völlig umgebaut, eben neu erfunden werden, der Schöpfer scheint sich geirrt zu haben, ein vermessenes Unterfangen. Auch die herkömmliche Familie wird bei GM abgeschafft bzw. völlig neu definiert. Die Feministin Ellen Herman fordert, die „Familien ohne Sanktionen in jeder erdenklichen Weise zu gestalten.“ Frauen wollten Frauen oder Männer lieben, Frauen mögen „Sex mit einer oder parallel mit mehreren Personen haben, mit oder ohne Kinder leben, an der Elternschaft teilhaben ohne zwangsläufig auch an der Reproduktion (Anm.: Fortpflanzung) teilzuhaben.“ (E. Herman, Still Married After All These Years, S.14). Im Klartext heißt das: In einer familienähnlichen Gruppe, die zusammenlebt, gibt es nicht ausschließlich mehr die Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau, die sich lieben, sondern Partnertausch ist möglich und Bisexualität sowie Homosexualität. Auch das Inzest-Tabu muß fallen, ebenso das Tabu des Erwachsenen-Kinder-Sex’. [aus Kapitel 2 „Geistiger Hintergrund und Ziele der Gender-Mainstreaming-Ideologie“]

War schon der 5.9.2015 ein schwarzer Tag für unser Volk, als Millionen sog. „Flüchtlinge“ nach einer grundgesetzwidrigen Öffnung der deutschen Grenzen illegal und ungehindert in unser Land strömten, meist Moslems, und unser Land dauerhaft immer islamischer machen, so ist der 30.6.2017 nun ein weiterer schwarzer Tag für unser Volk, aber ein großer Sieg für die Homo-Lobby und GM. Die normale Ehe dürfte zunehmend weiter entwertet werden. Nach den adoptierten Kindern in einer „Homo-Ehe“ fragt offenbar niemand, das ist politisch nicht korrekt. […] Man muß es so deutlich sagen: Unsere eigenen Politiker haben unser Volk in eine existenzgefährdende Lage manövriert: Auf der einen Seite gefährdet GM das gesellschaftliche und familiäre Fundament des Staates und des Volkes durch Infragestellung der herkömmlichen Familie. Auf der anderen Seite schreitet die Islamisierung unseres Landes zügig voran und bereitet schon jetzt große Probleme. […] Selbstverständlich halten sich fast alle Medien an die von GM verordnete Sprachregelung, nur „rechte und populistische“ Außenseiter widersetzen sich hartnäckig. Da gerät man allerdings schnell in den Verdacht, frauenfeindlich zu sein, ein Patriarch und Macho. Und so ducken sich dann die meisten und befleißigen sich der frauengerechten Sprache. Viele Medienleute verwenden allerdings auch aus Überzeugung die korrekte Sprache, da sie zu gut zwei Dritteln linksorientiert sind. Interessant wäre ja einmal zu erfahren, wer die neue Sprache angeordnet hat. Gibt es ein Sprachministerium? Ist es demokratisch beauftragt? Jede Sprache hat sich über viele Generationen hin entwickelt und entwickelt sich weiter, die Bevormundung ist unerträglich. Frauengerechte Sprache durchzusetzen, ist nichts weiter als eine Sprachdiktatur, eine kleine Gruppe von GM-Ideologen will eine Mehrheit von geschätzt 90 Prozent der Bevölkerung zwingen, sich nach ihren Regeln zu artikulieren. Dem muß man sich nicht unterordnen [aus Kapitel 3 „Der Griff nach der Macht“]

Allein schon die Ahnenreihe der GM-Ideologen, wie Karl Marx, Simone de Beauvoir, Dr. John Money und andere, müßte in den Kirchen auf eine tiefe Skepsis stoßen, ebenso die unbiblische Bestrebung, die Ehe aus Vater, Mutter und Kindern zu zerstören bzw. zu relativieren. Aber auch andere Forderungen von GM, etwa die Förderung von Kindestötungen vor deren Geburt, müßten ein kirchliches „Nein“ geradezu herausfordern. […] Auf evangelischer Seite scheinen im Laufe der Jahrzehnte viele 68er auf einflußreichen Posten untergekommen zu sein, mittlerweile schon die nächste 68er Generation. Auf breiter Front unterstützt die EKD und mehr oder weniger deutlich alle Evangelischen Landeskirchen die GM-Ideologie. Das ist zwar schon lange bekannt, wurde aber in der Öffentlichkeit noch einmal besonders deutlich sichtbar anläßlich der „Ehe für alle“. [aus Kap. 4 „Und die Kirchen?“]


Eberhard Kleina war 33 Jahre Berufsschulpfarrer mit Anbindung an eine Gemeinde, in der er predigte und Amtshandlungen durchführte. Er ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder.

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