19. Oktober 2017

Reformation bedeutet für Bad Blankenburgs Bürgermeister „Leben nach den eigenen Vorstellungen“

Frank Persike (Die Linke), seit 2012 Bürgermeister der Stadt Bad Blankenburg. Foto: Stefan Porsch

von Thomas Schneider

Es ist schon genug, wenn der Bürgermeister der SED-Nachfolgepartei „Die Linke“, Frank Persike, im Podium der großen Festhalle zur jährlichen Allianzkonferenz in Bad Blankenburg Platz nimmt und dort dann auch ein Grußwort spricht.

Doch dieses Zeichen politischer Korrektheit – in den letzten Jahren war auch Volker Kauder, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zu Gast – scheint den Verantwortlichen der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA) nicht zu reichen.

In einer gestern veröffentlichten Pressemitteilung, Email-Absender: „info@ead.de“, lässt man Persike mit Blick auf die Allianzkonferenz vom 26. bis 30. August in einem KEP-Interview zu Wort kommen.

Auf die Frage „Worin sehen Sie wichtige Impulse, die von der Reformation ausgingen?“ antwortet der Bürgermeister:

„Ich bin davon überzeugt, dass wir mit der Reformation des christlichen Glaubens eine wesentlich offenere Gesellschaft bekommen haben. Es ist dadurch leichter möglich geworden, in einer befreiteren Art und Weise sein Leben nach den eigenen Vorstellungen zu führen. Die Rolle von Mann und Frau und der Familie zum Beispiel hat sich verändert. Man durfte sich scheiden lassen und in den protestantischen Kirchen wurde der Zölibat aufgehoben, sodass Geistliche heiraten durften. So hat sich die Reformation auf das Zusammenleben der Familie und das der einzelnen Menschen ausgewirkt.“

Nun kann wahrlich keiner diesem Bürgermeister einen Vorwurf machen, dass er nicht an den Gott der Bibel glaubt. Dennoch können seine Aussagen nicht unkommentiert bleiben. Der Reformator Martin Luther kämpfte dafür, dass sich Christen wieder an Gottes Wort halten (Sola scriptura – allein die Bibel), der Glaube an Jesus Christus zum entscheidenden Kriterium wird, um vor Gott gerecht zu werden (Solus Christus – allein Jesus Christus), Gott und seinem wahren und heiligen Wort Vertrauen entgegengebracht (Sola fide – allein aus Glauben) und dadurch die Gnade des himmlischen Vaters erfahren wird (Sola gratia – allein aus Gnade). Das sind die wahren „Impulse“ der Reformation.

Mit der Veröffentlichung dieses Interviews leistet die DEA ihrem Auftrag einen Bärendienst. Oder will man sich nun doch mit einer „offeneren Gesellschaft“ arrangieren, in der sich die „Rolle von Mann und Frau“ völlig verschoben hat und der Ehescheidung eine positive Bewertung zugesprochen wird? Eine bibeltreue „reform.aktion“, so lautet jedenfalls das Thema der 122. Allianzkonferenz, sieht wohl anders aus. Bleibt zu hoffen, dass die DEA dem Ruf des Bürgermeisters nicht folgt, „in einer befreiteren Art und Weise sein Leben nach den eigenen Vorstellungen zu führen.“

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