25. September 2017

Wie „Christliches“ verschwindet

Foto: Thomas Schneider/agwelt

von Ernst-Martin Borst

Menschen, die ihr Leben Jesus Christus anvertraut haben und mit Seiner Kraft und Hilfe bemüht sind, ihr Leben nach dem Wort Gottes auszurichten, ist bewusst, dass der allgemein übliche Begriff „christlich“ kaum noch etwas mit dem biblischen Christsein zu tun hat.

So ist beispielsweise eine als „christlich“ bewertete Partei natürlich nicht christlich im biblischen Sinne. Dennoch ist es anerkennenswert, wenn sich Parteien, Verbände, Firmen, Schulen, Kindergärten oder sonstige Organisationen und Einrichtungen an christlichen Werten wie Ethik, Moral und Normen und an Traditionen wie Festtage, Volkskunde und Liedgut orientieren und daran festhalten.

Wintermarkt, Jahresabschlussfeier, Sonne-Mond-und-Sternefest

Mit Sorge ist zu beobachten, dass Politiker, Parteifunktionäre, Bürgermeister, Schulleiter und Vertreter von Interessenverbänden aus Rücksicht gegenüber Muslimen bemüht sind, „Christliches“ aus ihren Amtsstuben und öffentlichen Einrichtungen zu verbannen. Die Weihnachtsbeleuchtung in den Innenstädten wird zur „Winterbeleuchtung“. Aus dem Weihnachts- oder Christkindlmarkt wird der „Wintermarkt“, aus dem Firmenweihnachtsfest die „Jahresabschlussfeier“ und aus der Adventszeit wird eine „winterliche Zeit“. Adventskranz und Christbaum werden auf dem vom Zeitgeist gesteuerten Gesellschaftsschiff über Bord geworfen. Selbst das katholisch geprägte Martinsfest soll besser als „Lichterfest“
oder als „Sonne-Mond-und-Sternefest“ gefeiert werden.

Das sogenannte „christliche Abendland“ knickt gewaltig ein. Wieso? Die meisten Bürger, die darin beheimatet sind, können kaum noch etwas mit dem biblisch Christlichen anfangen und überlassen das über viele Generationen sorgsam traditionell gepflegte Feld anderen. Um dem Islam keinen Anlass zum Zorn zu geben, werden eigene Werte – statt sie zu verteidigen – einfach aufgegeben. Die Dominanz des Islam wird immer deutlicher.

Kirche und evangelikale Strömungen unterstützen diesen Trend

Dabei geht es längst nicht mehr nur um Weihnachten. Auch Karfreitag, Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten stehen auf der Agenda islamfreundlicher Interessengruppen. Letztlich soll alles „Christliche“, Feste, Symbole, Namen und Gegenstände, aus der Öffentlichkeit verschwinden.

Erschreckend dabei ist, wie insbesondere die Evangelische Kirche in Deutschland, zunehmend aber auch Strömungen im evangelikalen Raum, diesen Trend unterstützen.

Dennoch dürfen gläubige Christen gewiss sein, dass trotz solcher Verirrungen Jesus Christus Seine Gemeinde baut. Er ist der Sieger, und Er bleibt der Sieger. Jedes Knie wird sich vor Ihm beugen (Phil 2,10).

Falsch verstandene Toleranz

Christus braucht weder Weihnachtsbaum noch Adventskranz. Gottes Wort sagt den großen Abfall vom Glauben an Jesus Christus voraus. Einiges geschieht unmerklich und schleichend, anderes wiederum ist völlig offensichtlich. Leider erkennen manche Christen weder das eine noch das andere. – Fehlt nur noch, dass beispielsweise die Vornamen Christian, Christine, Christfried oder Christel nicht mehr gewünscht sind, weil sie zu sehr an Christus erinnern.

Aus falsch verstandener Toleranz sind die Deutschen dabei, ihre eigene Kultur und damit sich selbst abzuschaffen. Sie wollen weltweit Pluspunkte sammeln und machen sich in Wahrheit lächerlich. Aber vielleicht haben wir ja an der einen oder anderen Stelle die Möglichkeit, dieser absurden Entwicklung durch ein offenes Glaubensbekenntnis entgegenzuwirken. Unser Land hates bitter nötig! •

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Erstveröffentlichung im Brennpunkt Weltanschauung 4/2016