28. April 2017

Sächsischer Gemeinschaftsverband: Nein zur kirchlichen Homo-Segnung

Quelle: bibelundbekenntnis.de

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Chemnitz (idea) – Der Vorstand des Landesverbandes Landeskirchlicher Gemeinschaften Sachsen lehnt gottesdienstliche Segnungen für homosexuelle Lebensgemeinschaften ab. Das stellt er in einem Schreiben an seine Mitglieder klar, das am 4. Dezember veröffentlicht wurde. Hintergrund ist der Beschluss der sächsischen Kirchenleitung von Mitte Oktober, die Entscheidung über eine solche Segnung – in Abstimmung mit dem Kirchenvorstand – dem Gewissen des einzelnen Pfarrers zu überlassen.

„Einer solchen Freigabe des Gewissens an dieser Stelle können wir als Vorstand des Sächsischen Gemeinschaftsverbandes nicht folgen“, heißt es dazu in dem Schreiben. Nach biblischem Verständnis sei das Gewissen keine normsetzende Instanz, sondern an Gottes Wort gebunden: „Was zu tun oder zu lassen ist, sagt nicht das Gewissen, sondern Gottes Gebot; und da gibt es keine biblischen Aussagen, die praktizierte Homosexualität in eine positive Beziehung zum Willen Gottes setzen – im Gegenteil.“ Man grenze sich klar ab von jeder Form der Diskriminierung homosexuell empfindender Menschen, „doch kann Paaren in eingetragener Partnerschaft kein ‚Segen’ zugesprochen werden, der gar kein Segen ist, weil niemand segnen kann, was Gott nicht segnet“.

So geht die Polarisierung weiter – Geistliche Heimat für Ausgetretene

Die Freigabe der öffentlichen Segnung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften werde das Miteinander unterschiedlicher Auffassungen in dieser Frage weiter erschweren und die innere Polarisierung unserer Landeskirche fortsetzen, so der siebenköpfige Vorstand: „Wir haben deshalb Verständnis dafür, wenn Landeskirchliche Gemeinschaften in Orten, in denen die Segnung einer homosexuellen Partnerschaft gelehrt oder durchgeführt wird, eigenständig und frei darüber entscheiden, ob und in welcher Weise sie sich am Leben der Kirchgemeinde beteiligen wollen.“

Kirchenmitgliedern, die nun aus Gewissensgründen aus der Landeskirche austräten, biete der Gemeinschaftsverband weiterhin eine geistliche Heimat. Sie dürften in allen Bereichen mitarbeiten und auch alle Amtshandlungen empfangen.

Unterzeichnet haben das Schreiben der Vorsitzende Prof. Johannes Berthold (Moritzburg), der stellvertretende Vorsitzende Michael Kusche (Neugersdorf), Landesinspektor Matthias Dreßler (Chemnitz), Verwaltungsinspektor Michael Härtel (Schönheide), Schriftführer Hans-Jürgen Schmahl (Thammenhain bei Wurzen) sowie die beiden Beisitzer Jürgen Fickert (Hammerbrücke) und Reinhard Steeger (Leipzig).

idea 05.12.2016