26. Juli 2017

Kommentar zum Nahostkonflikt

Israel im fortwährenden Nahostkonflikt. Foto: Marc Schneider

Israel im fortwährenden Nahostkonflikt. Foto: Marc Schneider

von Herbert Nowitzky

Wer sich zum Nahostkonflikt äußert, sollte ein Minimum an geschichtlicher Kenntnis haben!

Die jüngsten Äußerungen des scheidenden US-Präsidenten Obama hinsichtlich der Besiedelung des israelischen Kernlandes durch Juden erinnern an dessen berüchtigte Kairo-Rede und zeigen, dass sein scheinbar positives Verhältnis zum engsten Verbündeten im Nahen Osten nur Lippenbekenntnisse waren.

Bemerkenswerter Weise hat auch der deutsche Außenminister Steinmeier ungefragt die Kritik Obamas an der israelischen Siedlungspolitik unterstützt. Deshalb sei ein kurzer historischer Rückblick erlaubt.

Immer wieder wird das Existenzrecht Israels bestritten

Immer wieder wird das Existenzrecht Israels nicht nur von den Arabern bestritten, sondern auch von Menschen, die man als Antisemiten bezeichnen muss (siehe Psalm 83!). Dabei hat Israel aufgrund des Völkerrechts, aber auch durch Beschluss der UNO vom 29.1.1947 (Res. 181) das Recht, auf seinem uralten biblischen Territorium Judäa, Samaria und Galiläa erneut einen jüdischen Staat zu errichten, was auch ausdrücklich dem Willen GOTTES entspricht – siehe die Propheten! Wo sonst? Die Römer bereiteten zwar dem Rest des ersten Judenstaates ein vorläufiges Ende, doch gab es trotz der allgemeinen Vertreibung der Juden immer auch eine ununterbrochene jüdische Einwohnerschaft im Lande – vor allem in den Städten Jerusalem, Tiberias, Hebron und Safed. Die Araber eroberten das Land 638, also sechs Jahre nach Muhammads Tod, und hielten es bis in die Kreuzfahrerzeit besetzt. Muhammad selbst besuchte Jerusalem nur im Traum, was von seiner Kindfrau Aisha im Hadith von al-Bukhari bestätigt ist.

Basilika Santa Maria entweiht und zu Moschee umgebaut

Die heute als drittwichtigstes islamisches Heiligtum betrachtete el-Aqsa Moschee auf dem Tempelberg ist die im 6. Jh von Kaiser Justinian I. erbaute dreischiffige Basilika Santa Maria, die 617 nach erheblicher Beschädigung wieder hergestellt und bis 711 als Kirche genutzt wurde. Erst der Sohn des Kalifen Malik, Abdel-Whad, entweihte die prächtige Kirche und baute sie 79 Jahre nach dem Tode Mohammeds zu einer Moschee um, indem er das typische Kuppeldach aufsetzen ließ (hierzu siehe „Mythos el-Aqsa Moschee“ www.schroeter.wordpress.com).

Nach der Kreuzfahrerzeit gab es wechselnde Oberherrschaften im Heiligen Land, bis schließlich unter Sultan Selim I. (1512-1520) und seinen Nachfolgern für Jahrhunderte die Gebiete bis Ägypten in den osmanischen Staat einverleibt wurden. Das Osmanische Reich, im I. WK mit Deutschland verbündet, verlor erst nach der Niederlage seine Territorien im Nahen Osten, was zugleich auch das Ende des Osmanischen Reiches im Oktober 1918 bedeutete. Die arabischen Gebiete und „Palästina“ (eine geographische Bezeichnung für ein bestimmtes Gebiet westlich und östlich des Jordan) standen zunächst unter dem Mandat der Siegermächte. Es folgten neue Staatsgründungen der Araber (u.a. Syrien, Libanon) und der neue Staat „Transjordanien“, das spätere Jordanien, wurde von „Palästina“ abgetrennt. Zuvor war die „Balfour-Deklaration“ (2.11.1917) erfolgt, die, unterstützt von der britischen Regierung, die „Schaffung einer nationalen Heimstätte in Palästina für das jüdische Volk“ vorsah. Eine verstärkte jüdische Einwanderung nach „Erez Israel“ folgte, vor allem nach der nationalsozialistischen Machtübernahme in Deutschland.

Mark Twain: Palästina eine öde Landschaft

Kein Geringerer als Mark Twain besuchte auf seiner Orientreise 1867 auch das Heilige Land, das Teil des Osmanischen Reiches war, und beschreibt es als heruntergekommene dünn besiedelte Einöde, die von einzelnen Beduinen durchzogen wurde. Nur wenige Städte waren etwas mehr bevölkert. Ein erster offizieller Zensus im Jahre 1844 zählt in Jerusalem 7.120 Juden, 5.760 Muslime und 3.390 Christen. 1874 berichtete der amerikanische Konsul de Haas, dass Jerusalem 30.000 Einwohner habe, von denen 20.000 Juden seien.

In sein Tagebuch schrieb Mark Twain: „Von allen Ländern mit öder Landschaft muss Palästina, glaube ich, der Gipfel sein. Die Berge sind kahl, sie haben stumpfe Farben, sie zeigen unmalerische Formen. Die Täler sind hässliche Wüsten, von einer schwachen Vegetation gesäumt, die einen sorgenvollen und verzagten Ausdruck an sich hat. (Zitiert in Reusch / Gerloff: Grenzenloses Israel – ein Land wird geteilt, Holzgerlingen 2015³)

Arabaer hatten nie einen eigenen Staat

Die „Philister“, von denen sich der Begriff „Palästina“ ableitet, waren übrigens Bewohner der griechischen Ägäis, die sich schon im ersten Jahrtausend vor allem in fünf „Philisterstädten“ an der Küste Kanaans niedergelassen hatten und bis zum siebten vorchristlichen Jahrhundert ein Dorn im Fleische Israels waren. Sie gingen zusammen mit dem „Nordreich“ Israel 622 v.Chr. unter, als diese Gebiete von den Assyrern besiegt und eingenommen wurden. Übrig blieb das „Südreich“ Juda mit der Hauptstadt Jerusalem, das Jahrhunderte später nach der römischen Eroberung zur Provinz „Syria-Judaea“ wurde. Übrig blieb aber auch der von den „Philistern“ abgeleitete geographische Begriff „Palästina“.

Die Araber, die sich heute als „Palästinenser“ bezeichnen, haben nie einen eigenen Staat mit einer eigenen Hauptstadt gebildet. Ihre Sprache, Religion und Kultur unterscheidet sich in nichts von den übrigen arabischen Stämmen – im Gegensatz etwa zu dem Volk der Kurden, dem ein eigener Staat vorenthalten wird. Der Anspruch der „palästinensischen“ Araber auf ein eigenes „Staatsgebiet“ auf israelischem Territorium (so klein wie Hessen) ist absurd. Ebenso absurd ist die Idee, Ost-Jerusalem mit der heiligsten Stätte Israels, dem Tempelberg, zur Hauptstadt eines solchen Kleinst-Staates machen zu wollen. Bemerkenswert ist allerdings, dass ausgerechnet der deutsche Außenminister in vorauseilendem Gehorsam gegenüber den Arabern schon jetzt in Berlin Dahlem ein Botschaftsgebäude für diesen imaginären Staat errichtete!

Koran erwähnt Jerusalem kein einziges Mal

Wenig bekannt und kaum beachtet, hat auch Muhammad das Land westlich und östlich (!) des Jordan als das „heilige Land der Kinder Israel“ bezeichnet (Sure 5,21 und 7,137) – allerdings von seiner Gottheit „Allah“ gegeben. Der Koran erwähnt im Übrigen Jerusalem nicht ein einziges Mal, während in der Bibel Jerusalem mehr als 800mal erscheint und von Jesus als die Stadt des „großen Königs“ bezeichnet wird.

Nach der Neugründung des Staates ISRAEL (1948) griffen fünf arabische Staaten Israel an. Etwa 750.000 Araber wurden durch diesen Krieg zu Flüchtlingen – gleichzeitig wurden wenigstens 800.000 Juden aus arabischen Ländern vertrieben und flohen ohne ihre Habe nach Israel. Außerdem annektierten die Jordanier entgegen den Beschlüssen der UNO die „Westbank“ (Judäa und Samarien) und den Ostteil Jerusalems. Es wurden dort alle 58 Synagogen zerstört, der Friedhof auf dem Ölberg geschändet. Der Ostteil der Stadt wurde hermetisch abgeriegelt. Die für Juden und Christen heiligen Stätten konnten nicht mehr aufgesucht werden. Der einzige Zugang war das Mandelbaumtor, das nur mit besonderer Genehmigung passiert werden durfte. Über das Ende der Teilung Jerusalems (1967) und Berlins (1989) freuten wir uns. Das soll nun für ISRAELS 3000jährige Hauptstadt nicht mehr gelten?

Terrororganisation PLO will Arabische Einheit und die Befreiung Palästinas

Von 1948 bis zum 6-Tage-Krieg 1967 besaßen die Araber genau das Gebiet, auf dem sie einen Staat „Palästina“ hätten errichten können. Diese Absicht hatten jedoch die arabischen Staaten niemals. Vielmehr kam es 1964 in Ägypten (Nasser) zur Gründung der Terrororganisation PLO, der sich später sechs weitere anschlossen – darunter die „Fatah“ (arab. „hataf“ = „schneller Tod“) – die alle das gleiche Ziel haben: die Zerstörung Israels und die Rückgewinnung der einstigen islamischen Eroberung. Die Führung der PLO übernahm schon bald der Ägypter Arafat, zuvor unehrenhaft aus der ägyptischen Armee ausgestoßen und später als „Bauingenieur“ in Kuwait tätig.

Selbst in der Gründungsakte der PLO vom Mai 1964, der „PLO-Charta“, ist weder von einem zu schaffenden Staat „Palästina“ noch von einer Hauptstadt Jerusalem die Rede. Das Ziel der Terrororganisation ist aber in Artikel 13 ausdrücklich festgeschrieben und gilt bis heute: „Arabische Einheit und die Befreiung Palästinas sind zwei sich ergänzende Ziele und die Erreichung des einen erleichtert die Erreichung des anderen. Arabische Einheit führt also zur Befreiung Palästinas, und die Befreiung Palästinas führt zu arabischer Einheit. Die Tätigkeit für die Verwirklichung des einen Ziels geht einher mit der Tätigkeit für die Verwirklichung des anderen.“

Immer wieder zeigt Israel seinen guten Willen

Trotzdem hat Israel immer wieder seinen guten Willen gezeigt: Im Hebron-Abkommen (1997) überlässt Israel die Stadt Jericho und Teile von Gaza der arabischen Selbstverwaltung „Palästinensischen Autonomie“ (PA). Hebron – unter König David Israels erste Hauptstadt überhaupt und Grabstätte der Patriarchen Abrahams, Isaaks und Jakobs – wird teilweise geräumt.

Im Juli 2000 verhandelten Präsident Clinton (USA) und Ministerpräsident Barak (Israel) mit dem Terroristenchef Arafat in Camp David (II) über einen zu gründenden „Palästinenser-Staat“. Obwohl MP Barak 95 bis 97 Prozent der von den Arabern geforderten Fläche des israelischen Kernlandes (Judäa, Samaria, Gaza) sowie den Osten Jerusalems (!) – das 1980 zur „ewigen und unteilbaren Hauptstadt Israels“ erklärt worden war – anbot, lehnte Arafat mit Blick auf die PLO-Charta ab! Der enttäuschte Clinton sagte zu ihm: „You have been here 14 days and said no to everything.”

Nach dem Tode Arafats 2004 zeigte Israel erneut seinen guten Willen. MP Sharon ließ gegen den Willen der jüdischen Bevölkerung den Gazastreifen gewaltsam räumen: „Land für Frieden“! Statt der erhofften friedlichen Entwicklung intensivierte sich seitdem der arabische Raketenbeschuss aus Gaza. Dort offenbart sich inzwischen das Chaos einer aggressiven islamischen „Verwaltung“

Der Islam beansprucht jedes Stück Land, auf dem je eine Moschee gebaut wurde

Abschließend noch ein Wort zur „Vertreibung“ von etwa 620.000 Arabern aus dem Kernland Israels. Selbst wenn es eine Vertreibung war – andere Quellen sprechen auch von Flucht, zu der diese Menschen von ihrer eigenen Führung aufgerufen waren – so wurden im Gegenzug etwa 800.000 Juden unter Zurücklassung ihrer gesamten Habe aus den arabischen Ländern vertrieben, wo sie oft schon seit Jahrhunderten, wenn auch als Dhimmis, lebten.

Dabei wäre es ein Leichtes gewesen, die arabischen Flüchtlinge in den Nachbarländern aufzunehmen. Immerhin umfasst das arabische Territorium, darunter die reichen Ölstaaten, eine Fläche, die größer ist als die Europas.

Deutschland hat nach dem Krieg nicht nur mehr als ein Drittel seiner Fläche verloren, sondern nahm auch etwa 13,5 Millionen vertriebener oder geflüchteter Landsleute vor allem im westlichen Teilstaat auf und integrierte diese. Wäre von den Arabern ein wirklicher Friede im Nahen Osten gewünscht, so könnte auch dort die „deutsche“ Lösung ein nachahmenswertes Beispiel sein!

Dagegen steht aber ein grundlegendes Gesetz des Islam: Ein Territorium, das einmal von Muslimen erobert wurde – ob für kurze oder längere Zeit – und wieder verloren ging, wird auch weiterhin als nicht aufzugebendes Land Allahs betrachtet. Das gilt im Übrigen nicht nur für das spanische Andalusien, sondern auch für jedes Stück Land, auf dem eine Moschee errichtet wurde!

Kein Gebiet erhält noch immer so viel unkontrollierte und nicht zweckgebundene „Entwicklungshilfe“ wie die „Palästinensische Autonomie“ und Gaza – jährlich mehr als eine Milliarde Euro, die vor allem deutsche und amerikanische Steuerzahler etwa je zur Hälfte aufbringen (müssen). Diese Gelder werden vor allem für Waffen und Tunnelbau verwendet, der Rest fließt in die Taschen korrupter Clans. So zweigte allein Arafat aufgrund von Recherchen des IWF 900 Millionen Euro „Entwicklungsgelder“ auf seine Privatkonten in der Schweiz ab, die jedoch nie zurückgefordert wurden.