26. Juli 2017

Gilt der Missionsbefehl Jesu in Matthäus 28 auch in Bezug auf die Evangelisierung von Juden?

Foto: Thomas Schneider/agwelt

(AG WELT) Der Missionsbefehl Jesu gilt allen Menschen, die durch ihre
Schuld von Gott getrennt sind. Paulus schreibt im ersten Kapitel
seines Briefes an die Römer (16-17):

„Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die glauben, die Juden zuerst und ebenso die Griechen. Denn darin wird offenbart die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche kommt aus Glauben in Glauben; wie geschrieben steht (Habakuk 2,4): »Der Gerechte wird aus Glauben leben.«“.

Diese Worte führten bei Martin Luther zur Reformation einer Kirche, die ihre Tradition gleichwertig neben Gottes Wort stellt. Die Erkenntnis eines gnädigen Gottes war für den Reformator der schönste Tag in seinem Leben und befreite ihn aus allen inneren Anfechtungen.

Die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) handelt aus biblischer Sicht völlig falsch, wenn sie auf ihrer 12. Synode am 9. November 2016 mit einstimmigem Beschluss den Gehorsam gegenüber Jesu Missionsbefehl verweigert und die Evangelisation unter Juden ablehnt. Es gibt kein Heil an Christus vorbei!

Der Synodenbeschluss steht im eklatanten Widerspruch zum Auftrag Jesu, „allen Völkern“ das Evangelium zu verkündigen. Wie auch in anderen Fragen zur Bibel, so verdreht auch hier die EKD Gottes Wort in Seinem Munde.

Der von Jesus in das Apostelamt berufene Paulus steht mit seinen Besuchen in den Synagogen zeugnishaft dafür, auch Juden zum Glauben an den verheißenen Messias zu rufen.

Die Zustimmung führender Evangelikaler zum Synodenbeschluss zeigt einmal mehr, in welchem Ausmaß die geistliche Verirrung aufgrund verworrener Bibelexegese vorangeschritten ist. Wer die Bibel, und dazu gehört auch Matthäus 28, nicht mehr als das irrtumslose Wort Gottes vertritt, lässt Menschen – auch Juden – bewusst zum Teufel gehen. •

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Erstveröffentlichung in Brennpunkt Weltanschauung 4/2016