24. Juni 2017

Wann verwendet man „Moslem“, „Muslim“, „Islamist“ oder „Jude“, „Israelit“, „Israeli“?

Foto: Thomas Schneider/agwelt

Foto: Thomas Schneider/agwelt

(AG WELT) „Muslim“ ist für einen Menschen, der an die islamische Gottheit Allah glaubt, die Originalbezeichnung. Selbst manche Medien verwenden neben der Bezeichnung „Muslim“ den umgangssprachlichen Begriff „Moslem“. Das Wort „Muslim“ oder „Moslem“ bedeutet „der sich Allah Unterwerfende“. Die Bezeichnung „Moslem“ ist keine Abwertung des Islamgläubigen. Selbst das Islam-Archiv in Soest nennt ihre Publikation „Moslemische Revue“.

Man könnte auch „Mohammedaner“ sagen, weil dieser Mensch der Lehre des „Mohammedanismus“ anhängt. Im Duden wird jedoch darauf hingewiesen: „Die vom islamischen Religionsstifter Mohammed abgeleitete Bezeichnung Mohammedaner, Mohammedanerin wird, besonders von Muslimen, kritisiert, weil damit eine unzulässige Parallele zwischen der Stellung von Jesus Christus in der christlichen Religion und der von Mohammed im Islam gezogen wird, der jedoch, anders als Christus, nicht angebetet wird. Die Bezeichnung sollte im öffentlichen Sprachgebrauch vermieden werden. Korrekte Bezeichnungen sind Moslem, Moslemin oder Muslim, Muslimin, Muslima.“ Hier greift die sogenannte Political Correctness! Hingegen ist der Begriff „Muselmann“, der oft scherzhaft im Volksmund zu finden ist, im Sprachduktus veraltet.

Der Begriff „Islamist“ ist aus einer sozialwissenschaftlichen Studie in den 1970er Jahren entstanden und soll eine Charakterisierung einer Ideologie darstellen, die sich auf den Islam beruft. Zwischen „Islamismus“ und „Islam“ mag es sozialwertig einen Unterschied geben, nicht jedoch in Bezug auf die mohammedanische Lehre.

Ein „Israeli“ ist ein Staatsangehöriger Israels. Ein „Israelit“ ist ein Angehöriger des Volkes Israel und zugleich auch eine Bezeichnung für Menschen jüdischen Glaubens und/oder jüdischer Herkunft. Ein „Jude“ ist ein Angehöriger des jüdischen Volkes und des Judentums. Er ist historisch dem Volk der Israeliten zugehörig und nach der Tora von Abraham, Isaak und Jakob abstammend. Ein Jude ist von einer jüdischen Mutter geboren, erkennt die Gesetze der Tora an und hält sie ein. Ein nicht-jüdisch geborener Mensch kann gleichwohl „jüdisch” werden, sich als Proselyt, als „Ger”, dem jüdischen Volk anschließen, muss aber dann das gesamte jüdische Tora-Gesetz für sich anerkennen, und ebenfalls einhalten.