21. August 2017

Liebe statt Gewalt

Michael Kotsch. Foto: privat

Michael Kotsch. Foto: privat

von Michael Kotsch

Kein Christ und keine Gemeinde sollten sich über Brandanschläge auf Asylbewerber- Unterkünfte oder andere Angriffe freuen.

Jedes Jahr finden leider überall auf der Welt Pogrome statt, die immer viele Leiden verursachen und niemandem wirklich helfen. Mal verfolgen Hindus Muslime, dann Muslime Christen, dann Buddhisten Muslime und Christen.

Überall auf der Welt gehen Menschen brutal gegen andere vor. Gründe dafür finden sich immer. Manchmal geht es einfach ums Geld, dann um Religion oder um die „falsche“ Volkszugehörigkeit oder eine unpopuläre Meinung. Und immer beginnt die Stimmungsmache gegen die „Anderen“ im Kleinen. Eine beständige Propaganda von Halbwahrheiten und Lügen schürt einen unterschwelligen Hass, der sich irgendwann in massiver Gewalt niederschlägt.

In den vergangenen 70 Jahren keine ausufernde Gewalt

In Europa können wir alle uns glücklich schätzen, dass in den vergangenen 70 Jahren keine ausufernde Gewalt zwischen Menschen verschiedenen Glaubens oder verschiedener Herkunft ausgebrochen ist. Das ist ein Geschenk Gottes! Jeder, der in Deutschland mit Gewalt gegen andere Menschen vorgeht, selbst wenn er meint ein Recht dazu zu haben, trägt zur Eskalation der Lage bei und dazu, dass über kurz oder lang Unschuldige geschädigt oder gar getötet werden. In der Vergangenheit wurde auch schon gegen die Ostflüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg, gegen die Russlanddeutschen und gegen die Polen geneidet und gestänkert. Das hat sich hinterher als vollkommen falsch herausgestellt.

Glauben bezeugen

Christen sollten sowieso als Friedensstifter bekannt sein und nicht als Aufhetzer. Das hat nicht mit Politik, sondern mit Glauben zu tun. Jetzt, wo viele hilfsbedürftige Menschen in Deutschland sind, gilt es, ihnen zu helfen und ihnen das Evangelium von Jesus Christus nahezubringen. Erfahrungen zeigen deutlich, dass viele Menschen gerade im ersten halben Jahr besonders auf offen für den Glauben sind und für neue Beziehungen. Jede Gemeinde sollte sich jetzt etwas Zeit für die Flüchtlinge nehmen, praktisch helfen, passende christliche Schriften besorgen, Menschen besuchen und Glauben bezeugen.

Offizielle sollten offener und ehrlicher sein

In der momentanen politischen Situation ist es sehr schade, dass Offizielle nie von langfristigen Konzepten, von den finanziellen Belastungen und kriminellem Verhalten mancher Ausländer sprechen. Damit verzerren sie die Realität und treiben alle Besorgten und alle, die Negatives mit ausländischen Verbrechern erlebt haben in die Arme der Rechten, die sich dieses Themas gerne angenommen haben. Wäre man auch hier offener und ehrlicher, würde das dauerhaft einer breiten Hilfsbereitschaft eher dienen als sie gefährden.