21. August 2017

Ingrid Konrad: Eine Missionarin in Berlin

Von Thomas Schneider

Ingrid Konrad mit ihrem Büchertisch in Berlin Charlottenburg. Foto: privat

Ingrid Konrad mit ihrem Büchertisch in Berlin Charlottenburg. Foto: privat

Seit mehr als sechs Jahren verschenkt unsere „Brennpunkt“-Leserin Ingrid Konrad in der Haupteinkauf-straße im Berliner Bezirk Charlottenburg christliche Bücher und Publikationen.

13 Jahre lang führte sie ein Kunstgewerbegeschäft und hatte bereits damals viele Glaubensgespräche mit Menschen. Oft fünf bis sechs Stunden steht die nun hochbetagte Christin an jedem Samstag mitten in der Fußgängerzone und führt Gespräche mit Passanten. Aus ihrer Gemeinde bekommt sie keinerlei Unterstützung. Aber mit einem Geschäftsmann hat sie sehr gute Erfahrungen gemacht. In einem Brief an AG WELT schreibt Konrad:

„Das regelrechte Wunder an der Sache war, dass mich Gott zu diesem Geschäftsmann führte, der meine sämtlichen Utensilien kostenlos auf einem Rollwagen in seinem großen Lager unterstellen ließ.“

Nicht weit entfernt stehen Salafisten

Konrad bedauert, dass für Verteilmaterial so gut wie kaum noch gespendet wird. Gemeinsam mit anderen Helfern hat sie einige Jahre zum Spandauer Weihnachtsmarkt mehrere Tausend Kalender an Ampelübergängen verteilt. In den letzten beiden Jahren konnte sie hauptsächlich in persönlichen Gesprächen 220 Bibeln überreichen.

Die engagierte Berlinerin ist traurig darüber, dass so wenige Christen bereit sind, den Menschen die rettende Botschaft von Jesus Christus weiterzusagen. Am Transportwagen neben ihrem Büchertisch hängt ein Schild mit der Aufschrift „Warum gerade Israel?“. Nicht weit entfernt von ihr stehen Salafisten und verteilen Korane. Und Konrad fragt sich, wie lange das noch gut gehen wird.

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Erstveröffentlichung: Brennpunkt Weltanschauung 2/2015