16. Dezember 2017

Stellungnahme des Vorstandes der Evangelischen St. Martini-Gemeinde in der Altstadt zu Bremen zu den Angriffen aus Presse, Politik und Kirche gegen unseren Gemeindepastor Olaf Latzel im Zusammenhang mit seiner Predigt vom 18. Januar 2015

Evangelische St. Martini-Gemeinde Bremen

Evangelische St. Martini-Gemeinde Bremen

(AG WELT) Der Vorstand der Evangelischen St. Martini-Gemeinde in der Altstadt zu Bremen hat zu den Angriffen aus Presse, Politik und Kirche gegen ihren Gemeindepastor Olaf Latzel im Zusammenhang mit seiner Predigt vom 18. Januar 2015 folgende Stellungnahme abgegeben:

HIER als Download: SMG_Stellungnahme_20150208(1)

Evangelische St. Martini-Gemeinde Bremen

bibeltreu bekennend reformatorisch

Stellungnahme

des Vorstandes der Evangelischen St. Martini-Gemeinde in der Altstadt zu Bremen zu den Angriffen aus Presse, Politik und Kirche gegen unseren Gemeindepastor Olaf Latzel im Zusammenhang mit seiner Predigt vom 18. Januar 2015

Liebe Martini-Gemeinde,
meine sehr verehrten Damen und Herren!

Sie haben sicherlich alle den Sturm der Entrüstung wahrgenommen, der in den letzten beiden Wochen über unseren Gemeindepastor und über unsere Gemeinde hinweggefegt ist. Ursache für diese Empörungswelle ist die Predigt unseres Pastors vom 18. Januar 2015. Diese Predigt über den alttestamentlichen Text aus dem Buch Richter 6, 25 – 32 ist überschrieben „An Gideon die Reinigung von den fremden Göttern lernen“. Der Vorstand der St. Martini-Gemeinde gibt zu den Vorgängen, die diese Predigt ausgelöst hat, die folgende Stellungnahme ab:

1.
Die Predigt vom 18. Januar 2015 richtet sich nicht gegen andere Religionen, sondern spricht ausschließlich uns Christen und unseren Umgang mit anderen Religionen an. Die Predigt steht in keinem Zusammenhang mit der Kundgebung „Bremen ist bunt“ vom 26. Januar 2015, sondern entsprang innergemeindlichen Anfragen. Der Vorstand wie der Pastor halten fest, dass die St. Martini-Gemeinde für ein buntes und vielfältiges Bremen steht.

Kritisiert wird in der Predigt die sich in Kirche und Gesellschaft ausbreitende Religionsvermischung, bei der uns Christen ein anderer Gott präsentiert wird, als der in der Bibel bezeugte Dreieinige Gott. Den Vorwurf, wir würden andere Religionen verhöhnen, weisen wir mit aller Entschiedenheit zurück. Vielmehr wenden wir uns als Gemeinde gegen jede Form der Verfolgung oder Einschränkung des Glaubens gleich welcher Religion.

Pastor Latzel hält seine Predigten überwiegend in freier Rede. Es war nicht seine Absicht, Menschen anderen Glaubens zu verunglimpfen. Sollten einige seiner Formulierungen die religiösen Gefühle anderer verletzt haben, so tut uns dieses leid und wir bitten auch im Namen von Pastor Latzel hierfür um Entschuldigung.

2.
Die Predigt weist in großer Klarheit auf die Grundlage des christlichen Glaubens hin. Grundlage des christlichen Glaubens ist das Bekenntnis zu dem Dreieinigen Gott, dem Gott Vater, Sohn und Heiligen Geist, wie er in der Bibel bezeugt wird, als dem einen wahren Gott. Der Weg zum Heil führt allein über den Glauben an Jesus Christus, den Sohn Gottes, der in die Welt gekommen und für uns Sünder am Kreuz gestorben ist. Dies ist die christliche Botschaft, die durch die Bibel verkündet, in den altkirchlichen Bekenntnissen bezeugt und von der Reformation neu erschlossen wurde. Allein Christus, allein die Schrift, allein der Glaube, allein durch Gnade: Dies sind die Kernpositionen der Reformation.

3.
Wie aus der Bibel, den altkirchlichen Bekenntnissen und den Schriften der Reformation hervorgeht, kann der Gott der Bibel nicht der Gott des Korans sein. Das Feiern gemeinsamer Gottesdienste oder Gebete mit Imamen oder Vertretern anderer Religionen ist daher nicht möglich. Auch Glücksbringer, Buddha-Statuen oder Reliquienverehrung gehören nicht zum evangelischen Christsein.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass wir Menschen anderer Religionen nicht respektvoll begegnen. Ganz im Gegenteil! Pastor Latzel weist in seiner Predigt darauf hin, dass es die Pflicht der Christen ist, für ein gutes Zusammenleben mit Mitbürgern anderer Religionen zu sorgen. Er ruft in der Predigt dazu auf, dass wir Christen „… den Menschen muslimischen Glaubens in Liebe und Barmherzigkeit zu begegnen“ haben. „Und wenn sie (die Muslime) verfolgt werden, dann haben wir uns vor sie zu stellen. Das ist unsere Aufgabe als Christen“. Diese wichtigen Passagen der Predigt wurden von den Medien in Bremen fast vollständig ausgeblendet.

4.
In den vergangenen Tagen haben uns tausende Zuschriften aus ganz Deutschland, unseren europäischen Nachbarländern, aus Afrika, Asien und Amerika erreicht. Bis auf wenige Ausnahmen unterstützen die Absender die klaren Aussagen der Predigt. Viele, die die Predigt im Internet nachgehört haben, bringen ihre Erschütterung über die sinnentstellende Darstellung in den Medien zum Ausdruck. Auch die verunglimpfende Wortwahl, die einige Vertreter der Bremischen Evangelischen Kirche für ihre Stellungnahmen gegen unseren Pastor gewählt haben, wird mit Unverständnis und Ablehnung zur Kenntnis genommen.

Wir bedanken uns herzlich für allen Zuspruch und alle Gebete. Gleichzeitig distanzieren wir uns von allen Stellungnahmen, in denen die Predigt für fremdenfeindliche Zwecke missbraucht wird.

Vorstand und Gemeinde sind dankbar für die klare, bibelorientierte Wortverkündigung ihres Pastors. Der Vorstand steht geschlossen hinter dem Pastor der Gemeinde.

5.
Nach der altbewährten Gemeindeordnung bekennt sich St. Martini in Lehre und Ordnung zur ganzen, unverfälschten Heiligen Schrift Alten und Neuen Testamentes, dem einzig wahren und unfehlbaren Gotteswort.

Als bekennende Gemeinde weiß sich St. Martini neben den altkirchlichen Bekenntnissen und den Bekenntnissen der Reformation auch der Barmer Theologischen Erklärung verpflichtet. Daher sagt unser Pastor auch nichts Neues. Wir lesen in der These I:

THESE I

Jesus Christus spricht: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich. (Joh. 14,6)

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht zur Tür hineingeht in den Schafstall, sondern steigt anderswo hinein, der ist ein Dieb und Räuber. Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden. (Joh. 10,1.9)

Jesus Christus, wie er uns in der Heiligen Schrift bezeugt wird, ist das eine Wort Gottes, das wir zu hören, dem wir im Leben und im Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben.

Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne und müsse die Kirche als Quelle ihrer Verkündigung außer und neben diesem einen Worte Gottes auch noch andere Ereignisse und Mächte, Gestalten und Wahrheiten als Gottes Offenbarung anerkennen (These I, BTE).

Wir fragen die Pastorinnen und Pastoren in der Bremischen Evangelischen Kirche, die sich gegen die Predigt unseres Pastors und gegen die St. Martini-Gemeinde gestellt haben, ob sie sich diesem Bekenntnis noch verbunden fühlen und in ihrer Lehre und ihrem Leben allein dem Dreieinigen Gott die Ehre geben.

Wir als St. Martini-Gemeinde halten an Bibel und Bekenntnis fest!

Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.
Hebr. 13,8

Der Vorstand der St. Martini-Gemeinde

Bremen, 8. Februar 2015

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Ulrich Parzany kommentiert die Stellungnahme dazu auf seiner facebook-Seite wie folgt:

„Heute hat der Vorstand der St. Martini-Gemeinde Bremen eine Stellungnahme zu den Reaktionen auf die Predigt von Pastor Olaf Latzel vom 18.1.2015 veröffentlicht. Vorbildlich und wegweisend! Ich wünsche mir, dass viele Kirchenvorstände (Presbyterien) in Deutschland sich so klar zu Bibel und Bekenntnissen stellen. Holt Euch den Text auf der Homepage und verbreitet ihn so weit wie möglich. Bremische Pastoren haben Olaf Latzel massiv kritisiert. Der Martini-Vorstand fragt sie, ob sie zu den Bekenntnissen der Kirche stehen. Diese Frage richtet sich heute an alle Verantwortliche, insbesondere an die Pfarrer in den evangelischen Kirchen in Deutschland.“

Kommentare

  1. Maria Nachtigall meint:

    Die Predigt von Pastor Latzel kann ich voll unterstreichen. Möge es mehr Pastoren geben, die den Mut zum öffentlichen Bekenntnis ihres Glaubens haben und dies auch predigen. Freue mich, dass die Gemeinde und viele andere hinter ihm stehen.

    Maria Nachtigall