27. März 2017

Gesundheit im Alter: Das Wichtigste?

Gesundheit: das Wichtigste? Foto: Thomas Schneider/agwelt

Gesundheit: das Wichtigste? Foto: Thomas Schneider/agwelt

(AG WELT) Kürzlich meinte ein hochbetagter und noch recht rüstiger Herr auf die Frage, welchen Stellenwert für ihn die Gesundheit habe: „Naja, irgendwie ist das schon komisch. Heute will keiner mehr sterben…“

Knapp zwei Drittel der Menschen in Europa sagen: „Das Wichtigste im Alter ist die Gesundheit.“ Das ergab eine aktuelle Umfrage unter 8000 Lesern des Magazins Reader’s Digest in zehn Ländern. 65 Prozent der Deutschen stimmten dieser Aussage zu.

Darum preist Gott mit eurem Leibe

Im ersten Brief des Apostel Paulus an die Korinther steht: „Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört? Denn ihr seid teuer erkauft; darum preist Gott mit eurem Leibe“ (6, 19-20). Und im dritten Johannesbrief heißt es in Vers 2: „Mein Lieber, ich wünsche, dass es dir in allen Dingen gut gehe und du gesund seist, so wie es deiner Seele gut geht.“

Unser Schöpfer will ganz sicher nicht, dass der Mensch mit seinem Körper Schindluder treibt. Deshalb soll auch ein Ausgleich zwischen Arbeit und Ruhe gefunden werden: „Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt“ (2Mo 20,10) Und in den Sprüchen 23, 20 ist nachzulesen: „Sei nicht unter den Säufern und Schlemmern.“

Hauptsache gesund?

Aber ist Gesundheit tatsächlich das Wichtigste im Leben? Der Mediziner und katholische Theologe Manfred Lütz spricht in seinen Büchern vom „Gesundheitswahn“ und von der Tyrannei der „allgemein herrschenden Gesundheitsreligion“. Er hält den Wunsch „Hauptsache gesund“ für eine „Frechheit gegenüber Menschen, die nicht gesund sind und sich trotzdem ihres Lebens freuen können“. Wichtiger als Gesundheit ist für ihn, „dass wir uns geborgen in Gott fühlen können, dass wir mit einem geliebten Menschen zusammenleben und Sinn in diesem Leben erkennen. Wenn wir uns an der Natur, an der Musik wirklich freuen können, wenn wir die Unwiederholbarkeit jedes Moments erleben und vielleicht auch genießen können, dann ist die Frage, ob man jetzt schwer krank ist oder nicht, vielleicht zweitrangig.“

Gesund sterben – und dann?

Ärzte, Medizin und Gesundheit überhaupt werden in der Bibel durchaus in einem positiven Zusammenhang genannt. Doch wenn der Mensch die Gesundheit zum Götzen erhebt, zu einem letztlich unerreichbaren Ideal, dann braucht er Jesus Christus nicht mehr, der das Wichtigste im Leben sein sollte; und besonders im Alter, wo doch der Mensch nicht mehr lange zu leben hat. Wer nicht ehrlichen Herzens beten kann „Dein Wille geschehe“ vertraut nicht mehr seinem Schöpfer, der ihn bei Gesundheit erhält oder ihm – aus menschlich gesehen oft unerklärlichen Gründen – auch eine Krankheit auferlegen kann.

Der eingangs zitierte Mann soll noch einmal zu Wort kommen. Denn er fügte hinzu: „…Wer nicht weiß, wo die Reise nach dem Tod hingeht, ist nur zu bedauern. Denn was nützt einem über 80jährigen beste Gesundheit, wenn er doch gesund stirbt und den Herrn Jesus als seinen Herrn nicht angenommen hat?“

Kommentare

  1. Hans Austinat meint:

    Gesundheit ist ein hohes Gut, aber nicht eben die Hauptsache. Trotzdem hört man diesen Wunsch oft zu Geburtstagen, wiewohl die Hauptsache doch ist, daß ein Mensch mit Gott im Reinen ist. Auf die Frage „Wie geht es?“ pflege ich meist zu antworten: „Zufriedenstellend“. In der Tat ist eine zufriedensteIlende Gesundheit auch eine gute Gabe Gottes.

    Johannes Goßner, der Erweckungsprediger im 19. Jahrhundert in Berlin, fand während einer Kur in
    Marienbad in einem Gästebuch den Satz eines dankbaren Badegenossen:
    „Vergnügt kehr ich von Marienbad zurück.
    Ich fand Gesundheit hier,
    des Lebens höchstes Glück!“

    Goßner schrieb dann darunter:
    „Das ist des Lebens Glück noch nicht.
    das ist nur halb,
    glückselig wäre sonst
    auch ein gesundes Kalb.“

    Zum Schmunzeln:
    Ein alter Christ mit vielen Beschwerden wurde einmal nach dem Befinden gefragt. Auf seine Antwort, daß er doch einige Probleme hätte, antwortete der Fragende: „Du weißt ja: Wen der Herr liebt, den züchtigt er.“ Darauf die Antwort: „Das weiß ich wohl, aber ich wäre auch ganz froh, wenn der Herr mal jemand anderen lieben würde.“