19. Oktober 2017

Religion im Supermarkt: Die Ideologie des dm-Konzerns

Foto: Thomas Schneider/agwelt

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Von Ernst-Martin Borst

Es macht richtig Spaß, in einem Geschäft der „dm-drogeriemarkt GmbH & Co. KG“ einzukaufen. Die Verkaufsstellen dieses großen Konzerns mit Sitz in Karlsruhe sind sehr übersichtlich, sauber, hell, gut sortiert, kinder- und kundenfreundlich. In Europa gibt es rund 2.900 dm-Filialen (davon 1.480 in Deutschland) mit insgesamt etwa 50.000 Mitarbeitern. In Deutschland reicht der Umsatz fast an die Sechs-Milliarden-Grenze heran. Wenn man bedenkt, dass das erste dm-Geschäft erst 1973 eröffnet wurde, ist dies ein beachtlicher Erfolg. Götz W. Werner, Gründer und zugleich Aufsichtsratsmitglied des Konzerns, ist ein allseits und überaus geschätzter Unternehmer.

Anthroposophisches Gedankengut

Wer sich mit dem Unternehmen dm etwas näher beschäftigt, wird feststellen, dass es dort nicht nur um den Verkauf von Waren geht, sondern auch um die Verbreitung einer bestimmten Ideologie: der „Anthroposophie“. Nicht etwa versteckt, sondern ganz offen.

In den dm-Märkten liegt regelmäßig und unübersehbar die aktuelle Monatszeitschrift „alverde“ aus, die beim Einkaufsbummel kostenlos mitgenommen werden kann. Die darin regelmäßig erscheinende Kolumne, in der einmal mehr und das andere Mal weniger von Anthroposophie die Rede ist, schreibt dm-Gründer Werner selbst, der sich als bekennender Anthroposoph versteht.

Foto: Thomas Schneider/agwelt.de

Foto: Thomas Schneider/agwelt.de

Doch mehr noch: Jeder „alverde“-Ausgabe wird die 24-seitige Zeitschrift „a tempo“ aus den anthroposophischen Verlagshäusern „Freies Geistesleben“ und „Urachhaus“ beigefügt.

Neben der Printwerbung für die Anthroposophie werden in dm-Märkten, wenn auch nur begrenzt, anthroposophische Produkte angeboten.

Die Anthroposophie gründet sich in erster Linie auf Rudolf Steiner (1861-1925). Sein Weltbild ist ein Gemisch aus esoterischen Prinzipien, fernöstlicher Philosophie, okkulten Sichtweisen, christlichen Weisheiten und sonstigen ideologischen Gedanken. Auf Steiners Weltanschauung gründen beispielsweise die Waldorfschulen, die „Christengemeinschaft international – Bewegung für religiöse Erneuerung“, die Weleda-AG mit ihrer anthroposophischen Medizin, Diätetika und Naturkosmetik, der Vertrieb von Demeter-Produkten, die oben genannten Verlage und anthroposophische Kliniken.

2010 sagte dm-Gründer Werner zu einer Pressekonferenz anlässlich des 150. Geburtstags von Rudolf Steiner: „Mit Anthroposophie kann man die Welt besser erkennen.“ Sie rege dazu an, „statt nach dem Wie nach dem Warum und damit nach dem Sinn zu fragen.“

Lehre und Praxis der Anthroposophie steht im Widerspruch zur biblischen Botschaft. Somit hat die gesamte anthroposophische Bewegung mit all ihren kulturellen, wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Facetten nichts mit dem zu tun, was die Bibel offenbart.

Nicht boykottieren, sondern aufklären!

Schätzungsweise über 1 Million Menschen kommen jeden Tag als Kunden in eine dm-Filiale. Den wenigsten von ihnen dürfte bekannt sein, dass dort für die Lehre der Anthroposophie geworben wird. So werden die meist ahnungslosen Besucher dieser Märkte fast unmerklich mit anthroposophischem Gedankengut vertraut gemacht. Bereits 2006 titelte das „Handelsblatt“ in Bezug auf die dm-Märkte: „Kapitalismus aus der Waldorfschule“.

Mit diesem Beitrag soll nicht zum Boykott gegen dm-Märkte aufgerufen werden. Doch es ist wichtig darüber aufzuklären, welche Ideologie hinter diesem Konzern steht. Mit diesem Wissen kann man sowohl auf die Lektüre von Zeitschriften wie „alverde“ und „a tempo“ und auf den Einkauf anthroposophisch „angehauchter“ Produkte verzichten. Wenn wir Menschen kennen, die dm-Filialen aufsuchen und die dort ausgelegten Zeitschriften gerne lesen, sollten wir sie über die dahinter stehende Ideologie aufklären. Vielleicht ergibt sich daraus das eine oder andere Gespräch über den Glauben an Jesus Christus.

[Quellen: dm.de; Verlage Freies Geistesleben und Urachhaus; Zeitschriften „alverde“ und „a tempo“; themen-der-zeit.de 07.11.2010; Handelsblatt online 13.02.2006, dm-Märkte].

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Dieser Beitrag wurde veröffentlicht im Brennpunkt Weltanschauung Ausgabe 2/2014