16. Dezember 2017

Geld mit Endzeit-Tipp

Fotomontage: Thomas Schneider/agwelt

Fotomontage: Thomas Schneider/agwelt

Von Michael Kotsch

Rocco Leo, auch bekannt als „Brother Rock“, geriet 2010 durch eine großangelegte Polizeirazzia auf dem Gelände der „Agape Ministries of God“ nahe bei Adelaide (Australien) in die Schlagzeilen.

Der ehemalige Kriminelle hatte diese christliche Sondergruppe ins Leben gerufen, um Menschen auf das prognostizierte Weltende 2012 vorzubereiten. Bis 2012 sollte jedem Bürger ein Mikrochip des Antichristen eingepflanzt werden. Dann käme es zu einem großen Showdown und alles Leben auf der Erde würde ausgelöscht, außer natürlich das der Anhänger von „Brother Rock“.

Aufruf zu großzügigen Spenden

Aufgrund des nahen Weltendes wurde zu großzügigen Spenden aufgerufen. Schließlich könne man mit seinem Geld bald sowieso nichts mehr anfangen. Mindestens 10% seines Einkommens sollte man an „Agape Ministries of God“ überweisen. Dam kamen viele der Mitglieder freudig nach.

Innerhalb kurzer Zeit erwarb die Gruppe 12 Immobilien in und um Adelaide. Die Leiter der Gruppe kauften eine Insel im Pazifik, um dort eine christliche Kolonie zu errichten. Bei der genannten Razzia wurden Waffen, Sprengstoff und Schwarzgeld sichergestellt. Das Image der Gruppe galt seitdem als angeschlagen.

Gericht verurteilt Sekte

Recherchen hatten ergeben, dass bei den Leitern der Gruppe rund 5 Millionen australische Dollar verschwunden waren. Rocco Leo wurde wegen Betrugsverdacht 2011 auf Fidschi festgenommen. Weil man von dem vorgeblichen Ende der Welt überzeugt war, weigerte sich die Gruppe reguläre Steuern abzuführen.

Ein Gericht verurteilte die Sekte nun (Juni 2014) zur Nachzahlung von rund 688 000 EUR Steuern. Um die aufgelaufenen Schulden begleichen zu können, mussten mehrere Immobilien der „Agape Ministries of God“ verkauft werden.

Immer wieder lassen sich Christen verführen

Immer wieder lassen sich Menschen mit durchschaubaren Spekulationen einfangen. Manchmal geht es in Wirklichkeit darum Geld zu ergaunern, manchmal die Zuhörer abhängig zu machen, Macht über sie zu gewinnen.

In jedem Fall werden Christen und die biblische Prophetie durch solche Aktionen der Lächerlichkeit preisgegeben. In der Öffentlichkeit gelten deshalb heute viele schon allein deshalb als Spinner, weil sie davon überzeugt sind, dass Gott dieser Welt einmal ein Ende setzen wird. Christen sollten lernen, besser zu unterscheiden zwischen den glaubwürdigen Aussagen der Bibel und den Berechnungen windiger Endzeit- „Spezialisten“.


Lesen Sie dazu: Kein Weltuntergang: Australische Sekte muss Steuern nachzahlen