17. Dezember 2017

Muslime organisieren sich parteipolitisch

Willy-Brandt-Haus. Foto: Helga Ewert/pixelio.de

Willy-Brandt-Haus. Foto: Helga Ewert/pixelio.de

(AG WELT) In der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) haben sich Muslime am vergangenen Freitag im Willy-Brandt-Haus zu einem Arbeitskreis zusammengeschlossen.

Wie DIE WELT berichtet, habe die stellvertretende Parteivorsitzende und Integrationsbeauftrage der Bundesregierung, Aydan Özoguz, in ihrer Rede aus einem Brief zitiert, den sie nach ihrem Amtsantritt erhalten hätte. Darin soll es heißen: „Das Kanzleramt wird es wohl nicht mehr lange geben, wenn Sie da jetzt sitzen“.

Politische Meinungsbildung aus der Perspektive des Muslimseins

Özoguz habe in ihrer Festrede bekräftigt, dass der Islam „zum Gelingen des Miteinanders in einer Gesellschaft beitragen“ könne. Darüber, dass sie den politischen Arbeitskreis als Muslimin in die Wege leiten konnte, sei sie sehr erfreut.

Nach Ansicht der Sprecherin des neuen Arbeitskreises, Tuba Isik, sollten sich Menschen islamischen Glaubens „in die politische Meinungsbildung aus der Perspektive des Muslimseins“ einbringen. Isik ist Religionspädagogin in Paderborn.

„Aus vielen Tropfen entsteht ein See“

Wie die Zeitung weiter berichtet, habe sich der Islamwissenschaftler Mathias Rohe während der Gründungsveranstaltung dahingehend geäußert, dass der Islam „friedensfördernd“ sei und „auf eine Gesellschaft stabilisierend wirken“ könne. Nach Ansicht von Rohe, der Mitglied der Deutschen Islamkonferenz ist, müssten Religion und Politik „in einem säkularen Staat nicht getrennt werden.“ Rohe habe den Arbeitskreis als „weiteren Schritt in Richtung Normalität“ für das religiöse Leben in Deutschland bezeichnet. Für die türkischstämmigen Zuhörer habe er folgendes Sprichwort zitiert: „Damlaya damlaya göl olur“. Auf Deutsch: „Aus vielen Tropfen entsteht ein See“.

Erster bundesweiter Zusammenschluss von Muslimen in einer Partei

Das über den SPD-Politiker Thilo Sarrazin erschienene Buch „Deutschland schafft sich ab“ sei ein wichtiger Grund für die Initiative zur Gründung des Arbeitskreises für Muslime in der SPD gewesen.

Der Arbeitskreis ist der erste bundesweite Zusammenschluss von Muslimen in einer Partei. Inzwischen gibt es elf türkischstämmige Abgeordnete im Deutschen Bundestag. Die Parteien Bündnis90/Die Grünen, Die Linke und CDU/CSU haben auf Bundesebene bisher noch keine Arbeitskreise gegründet, in denen sich Muslime politisch organisieren.

Kommentare

  1. Also, mir macht das Unbehagen. Wenn der Islam zum Frieden beitragen kann, wieso herrscht dann in so vielen ausgesprochen islamischen Ländern kein Frieden? Der Iran ist nach wie vor das beste Beispiel.

    Wieso sind so viele Jungendliche und junge Erwachsenen mit Migrationshintergrund gewalttätig. Die Jugendrichterin Frau Heisig, die sich angeblich selbst umgebracht hat, sprach von bis zu 80% und zwar türkisch/arabischer Herkunft.

    Ich kenne eine sehr vertrauenswürdige Person, Russlanddeutsche, die in einer islamischen Umgebung gelebt hat, und es war der Familie nicht erlaubt, ihren christlichen Glauben zu leben. Sie sagte: Wir waren froh als wir in Deutschland waren, wieder daheim, und was geschieht jetzt hier ? Sie hat Angst.

    Ebenso finde ich sehr merkwürdig, dass in einem „säkularen“ Staat es nicht nötig sein soll, Staat und Religion zu trennen, aber wenn man sich als Christ „outet“, und zwar als biblisch Gläubiger und nicht als Modechrist (Entschuldigung) muss man durchaus damit rechnen, dass das Konsequenzen hat… Dass eine Trennung nicht nötig ist, gilt aber dann wohl nur für den friedensfördernden, toleranten Islam ???

    Und was geschieht dann mit dem neuen Bildungsplan? Muslime haben eine noch viel strengere Auffassung von Familie, das sieht man daran, dass viele Zweit- und Drittfamilien haben, mit vielen Kindern.

    Mich überzeugt das auch nicht, dass muslimische Frauen ohne Kopftuch in der Regierung sitzen, und anscheinend den Ton angeben.

    Darf ich ganz ehrlich sein: Ich halte das für Taktik und ich würde wirklich gerne wissen, was denn der Islam nun sein soll, und warum sich niemand öffentlich von – im Namen des Islams – begangenen Gräueltaten mit ehrlichem Bedauern distanziert.