16. Dezember 2017

Weihnachten als Proklamation des christlichen Glaubens

Foto: Thomas Schneider/agwelt

Foto: Thomas Schneider/agwelt

(AG WELT) Christen sollten nicht leichtfertig ihre Definitionsmacht über die Weihnachtsbräuche aufgeben und einer heidnischen Neuinterpretation oder Rückinterpretation das Wort reden.

Welchen Sinn macht es, dem deutschen Normalbürger, der weder die heidnische noch die christliche Bedeutung der verschiedenen Weihnachtsbräuche kennt, alte germanische Überlegungen nahezulegen?

Damit würden allenfalls die letzten Reste christlichen Bewusstseins aufgelöst und die Menschen erneut in die Arme eines allgemeingegenwärtigen Neuheidentums getrieben.

Weihnachtsbräuche christlich füllen

Offensichtlich sinnvoller erscheint es, die unverbindliche religiöse Offenheit vieler Menschen zu Weihnachten zu nutzen, um das Gefühl und die praktizierten Bräuche neu christlich zu füllen. Dabei kann in den meisten Fällen auf die schon vorhandenen und und die im Buch „Weihnachten – Herkunft, Sinn und Unsinn von Weihnachtsbräuchen“ (Autor: Michael Kotsch) besprochenen christlichen Interpretationen zurückgegriffen werden.

Auf diese Weise kann neuheidnischen Missverständnissen über das Kirchenjahr Einhalt geboten werden. Außerdem werden die weit verbreiteten Weihnachtsbräuche so in die Verkündigung grundchristlicher Inhalte einbezogen. Wer Begriffe und Bräuche interpretiert und diese Bedeutung bekannt macht, hat Verfügungsgewalt über sie. Christen sollten christliches Brauchtum als solches erkennbar machen und so das christliche Erbe der europäischen Kultur sichtbar werden lassen.