25. Mai 2017

Schon Kinder unter 13 schauen Sexfilme im Internet

Bereits Elfjährige surfen auf Pornoseiten im Netz. Foto: Thomas Schneider / AG WELT

Bereits Elfjährige surfen auf Pornoseiten im Netz. Foto: Thomas Schneider / AG WELT

(AG WELT) „Online-Pornografie wird zum Alltag für Kinder.“ So überschreibt die Nachrichtenagentur „pressetext“ einen alarmierenden Beitrag, der sich auf eine aktuelle britische Studie beruft.

Die Konsumenten von Pornofilmen würden immer jünger. Bereits Elfjährige kämen damit in Kontakt. Zwei Drittel der Elf- bis 13-Jährigen hätten angegeben, bereits pornografische Inhalte im Internet gesehen zu haben. Jedes achte Kind konsumiere „die schlüpfrigen Filme sogar mehrmals täglich“, berichtet die englische Nachrichtenseite „Mail Online“ mit Verweis auf eine Studie der Kinderschutz-Organisation „ChildLine“. Nicht wenige der Heranwachsenden gerieten durch Zufall auf die einschlägigen Seiten.

Deutschland lehnt Internetsperren ab

Insbesondere mobile Empfangsgeräte würden genutzt, um Sexfilme online ungestört und geheim anzusehen. Von den 13- bis 17-Jährigen hätten drei Viertel der mehr als 800 Befragten angegeben, dass sie bereits Pornofilme online gesehen haben. Immerhin 56 Prozent meinten, dass sie die Filmangebote „überrascht, verwirrt oder angewidert“ hätten. 88 Prozent der Jungen würden zwei Mal pro Woche Pornovideos schauen. Von den befragten Mädchen hätten 73 Prozent derartige Filme im Internet gesehen, doch nur wenige klickten sie regelmäßig an. Bei Mädchen würden die medialen Sexangebote häufiger auf Ablehnung stoßen.

In Großbritannien plane die Regierung für Ende 2014 die Blockade von Online-Pornographie, die nur nach persönlichem Antrag nutzerbezogen freigeschaltet werden soll, so „pressetext“. In Deutschland würden zwar ähnliche Maßnahmen diskutiert, jedoch lehne die Bundesregierung Internetsperren bislang generell ab.

Die Arbeitsgemeinschaft Weltanschauungsfragen e.V. nimmt zu diesem Thema wie folgt Stellung:

Pornografie bedeutet im ersten Teil des Wortstammes, abgeleitet vom griechischen „porneia“: käufliche Liebe, Hurerei und Götzendienst. Der zweite Teil „graphein“ weist auf das Beschreiben bzw. die Aufzeichnung solcher Handlungen hin. Martin Luther übersetzt den Part in der Bibel mit „Unzucht“. Die Pornografie, zu der Sexfilme gehören, ist weltweit ein Milliardengeschäft. Allein in Deutschland werden jährlich über eine Milliarde Euro für pornografische Produkte im Internet ausgegeben. Die Nachfrage ist in den letzten Jahren regelrecht explodiert. Wenn allein 40 Prozent der Erwachsenen regelmäßig im virtuellen Rotlichtmileu surfen, dürften die Ergebnisse der britischen Studie zum Verhalten der Kinder kaum mehr erschüttern.

Pornografie vermittelt eine Sexualität, die ein Trugbild vom anderen Geschlecht zeichnet. Aus dem Schauen von Pornofilmen keimt irgendwann die Sehnsucht, das simuliert Erlebte auf die eigene Lebenswirklichkeit zu übertragen. Was sind die Folgen? Lügenhafte Bilder von Sexualität erschüttern oder zerstören die Beziehungsfähigkeit zum anderen Geschlecht hin. Vorgetäuschte Ideale, die mit unvergänglicher Schönheit und permanenter Potenz Augen und Verstand vernebeln, führen im Alltagsleben zu Enttäuschung und Resignation.

Nicht selten werden junge Menschen unfähig eine dauerhafte Beziehung zu leben, weil ihnen die Bilder eines euphorischen Sexlebens nicht aus dem Kopf gehen. Pornografie vermittelt Untreue und setzt Prämissen, die einer dauerhaften Beziehung zuwiderlaufen. Nicht selten führen sexuelle Rücksichtslosigkeit und Herrschaftsansprüche gegenüber dem weiblichen Geschlecht zu Brutalität und Vergewaltigung. Körperverletzungen an Frauen und Kindern sind auch auf die Konsumierung pornografischer Filme zurückzuführen. Pornografisches Gedankengut kann zur Tötung ungeborenen Lebens animieren, weil man glaubt sich für sexuelle Praktiken moralisch nicht verantworten zu müssen. Die meisten Sexualstraftaten stehen im Zusammenhang mit der Inanspruchnahme medialer pornografischer Offerten.

Pornografie belastet Kinder mit Fragen, auf die sie vom Anbieter keine Antworten bekommen. Die pornografische Industrie trägt eine unermessliche Mitschuld an einer wachsenden sexuellen Verwahrlosung unserer Gesellschaft und treibt Menschen in ihre Abhängigkeit. Die von Gott bestimmte geschlechtliche Ordnung zwischen einem Mann und einer Frau in einer ehelichen Gemeinschaft wird mit Hilfe der Pornografie zum Marktplatz perverser Sexualität getragen. Sex überall, zu jeder Zeit und mit jedermann haben zu können, gilt längst als ein von der Gesellschaft adoptiertes Lustprinzip. Es bringt den Menschen nicht nur um den Verstand sondern auch um das Recht auf echte Liebe und Geborgenheit im Leben. Wie der Mensch der Porono- und Sexsucht entfliehen kann, lesen Sie in der Broschüre „NO PORNO. Wege aus der Pornografiesucht“.