26. Juni 2017

Theologin nennt DEA, idea, medrum „neurechte Medien“

REIKOA-IKW

Im Materialheft der „Interkulturellen Woche 2013“ schreibt die katholische Theologin Dr. Sonja Angelika Strube, dass man „neurechten Medien und neurechtem Gedankengut in einigen sich christlich nennenden Zeitschriften und Internetseiten“ begegne.

Im Abschnitt mit der Überschrift „Rechtsextreme Einstellungen machen vor Kirchentüren nicht halt! zitiert die promovierte Neutestamentlerin aus ihrem im Herder Verlag erschienenen Buch „Rechtsextremen Tendenzen begegnen. Handreichung für Gemeindearbeit und kirchliche Erwachsenenbildung„:

„Im evangelischen Bereich sind es vor allem die Deutsche Evangelische Allianz (DEA) und die ihr nahe stehenden Medien wie »idea« und »medrum«, die sich positiv auf die »Junge Freiheit« und ähnliche Scharnierorgane beziehen.“

Scharnierorgane seien „in der Rechtsextremismusforschung Medien, durch die rechtsextremes Gedankengut in die »Mitte der Gesellschaft« hineingetragen werden soll“, so Strube. In den letzten Jahren sei es „durch das Internet sehr leicht geworden, neurechtes Gedankengut zu verbreiten und neurechte Medien miteinander zu vernetzen“.

Im unmittelbaren Zusammenhang mit »DEA«, »idea« und »medrum« nennt Strube das katholische Internetportal »kath.net« und die im Dezember 2012 vom Netz gegangene Seite »kreuz.net«, deren Inhalte „Straftatbestände“ erfüllt hätten. Strube betreibt feministische Forschung und Bibelauslegung und publiziert u.a. für die linksgerichtete Zeitschrift »Publik-Forum« (Oberursel).

„Neurechte Medien“ hätten nach Meinung der Autorin „ein Interesse daran, konservative Christinnen und Christen für sich zu gewinnen, denn Christentum und Kirchen stellen einen wesentlichen Kern der »Mitte der Gesellschaft« dar“. Zeitungen, Magazinen und Internetseiten wie »Junge Freiheit«, »Blaue Narzisse«, »eigentümlich frei« oder dem Weblog »Politically Incorrect« sei gemein, „aktiv um christliche Leser“ zu werben.

MEDRUM: Strube verbreitet verleumderische Unwahrheiten

Das „Christliche Informationsforum MEDRUM“ wirft Strube die Verbreitung „verleumderischer Unwahrheiten“ vor. Wer sich „im vorgeblichen Kampf gegen Rechtsextremismus verdient machen will, sollte das nicht tun, was Rechtsextremisten und Antidemokraten oft zu eigen ist: falsche Fakten und herabsetzende Klischees zu verbreiten“, schreibt der verantwortliche MEDRUM-Redakteur Kurt J. Heinz (Lörzweiler). MEDRUM stehe „selbstverständlich christlich geprägten Organisationen nahe, für die ein demokratischer Geist und christliche Ethik Richtschnur des Denkens und Handelns sind“. Stichhaltige Belege für ihre Anschuldigungen lege Strube in ihrem Beitrag nicht vor. „Eine katholische Theologin sollte keine haltlosen Behauptungen und Unwahrheiten auf Kosten anderer verbreiten“ mahnt Heinz und fragt: „Liefert Strube dadurch nicht selbst ein geradezu peinliches Paradebeispiel für eine perfide Art von Rassismus, der im Kopf entsteht, wie die Interkulturelle Woche auf ihrem Materialheft feststellt?“

Das 66seitige Materialheft mit dem Titel „Rassismus entsteht im Kopf. Offenheit auch.“ wurde vom „Ökumenischen Vorbereitungsausschuss zur Interkulturellen Woche“ unter Vorsitz von Gabriele Erpenbeck (Beraterin der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz, Hannover) herausgegeben und wirbt für Vielfalt und Interreligiösität.