23. März 2017

Kirchenzeitung macht Esoterik & Homöopathie zum Thema

DS

(AG WELT) Die Wochenzeitung für die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens, „Der Sonntag“, macht in ihrer letzten Ausgabe gleich auf mehreren Seiten „Esoterik“ und „Homöopathie“ zum Thema.

Unter der Überschrift „Ich bin dann mal Gott“ lässt Redakteur Tomas Gärtner unter anderem den Weltanschauungsbeauftragten der sächsischen Landeskirche zu Wort kommen.

Lamprecht: Homöopathie für christlichen Glauben nicht bedenklich

Lamprecht habe festgestellt, dass „die Esoterik in die Mitte der Gesellschaft“ längst „eingesickert“ sei. „Übersinnliche Lebensdeutungen und Heilmethoden“ mischten sich „mit dem Nachdenken über gelingendes Leben“. So finde man beispielsweise ein buntes Sammelsurium aus Buddhismus, Christentum, fernöstlicher Spiritualität und Magie. Aus Lamprechts Sicht sei das nicht mehr die „harte Esoterik, sondern Lifestyle“.

Man wolle die Unwägbarkeiten des Lebens „in den Griff bekommen“, was aber mit keiner Methode möglich sei – auch nicht mit solchen, die sich göttliche Macht anmaßten – so Lamprecht. Leider verweist der kirchliche Weltanschauungsbeauftragte in Bezug auf Esoterik und Homöopathie nicht auf die Heilige Schrift, sondern appelliert lediglich an den gesunden Menschenverstand. Homöopathie halte er im Blick auf den christlichen Glauben nicht für bedenklich.

Homöopathin kann Wirksamkeit der „Heilkunst“ nicht erklären

Mit der Unbedenklichkeitsananlyse des Weltanschauungsbeauftragten der sächsischen Landeskirche zur Homöopathie gehen die Erfahrungen der Kinderärztin Katharina Tost aus dem sächsischen Stollberg konform. Wie der „Der Sonntag“-Redakteur Stefan Seidel berichtet, habe die Medizinerin die Wirksamkeit homöopathischer Behandlung an ihrer Tochter erlebt und meint: „Mit der Homöopathie hat man die Chance, eine Krankheit wirklich wegzukriegen.“ Auch die energetischen Kräfte würden zur Schöpfung Gottes gehören, meint die Pfarrerstochter. Dem Zeitungsbericht zufolge hat Tost 1997 ihre Arbeit als Kinderärztin aufgegeben und eine Praxis für Homöopathie gegründet. Wie Homöopathie funktioniere, könne sie aber nicht erklären. In seinem Beitrag verweist Seidel auch auf den Erfinder der sogenannten „Heilkunst“, Samuel Hahnemann (1755-1843). So glaubte Hahnemann an die „geistige Wirkkraft“ hochverdünnter Arzneimittel, in denen keine chemischen Substanzen mehr nachweisbar sind.

Dem „Heiligen Geist“ oder einem „kosmischen Geist“ vertrauen?

Die Kirchenzeitung räumt der Homöopathin Sybille Seyffert (Weistropp) und dem Buchautor und Homöopathie-Kritiker Eckart Haase (Berlin) ein Pro und Kontra zum Thema Homöopathie ein. Seyffert beschwört in ihrem Statement die „Selbstheilungskräfte des Körpers“, die mit „kleinsten arzneilichen Reizen“ angeregt würden und keinen übersinnlichen Hintergrund hätten. Sie sei dankbar, „mit der Homöopathie als einem Teil der Schöpfung“ arbeiten zu können.

Haase hingegen lehnt Homöopathie aus christlicher Sicht ab, da es sich bei diesen Wirkstoffen nicht „um eine reine Naturmedizin mit realen pflanzlichen Wirkstoffen“ handelt. Mit der Homöopathie will man, so Haase, „durch geistig aufgeladene (dynamisierte) Medikamente“ einen `arzneilichen Geist` entfalten und damit die energetische Lebenskraft des Menschen neu stimulieren. Dieser Geist ist nach Ansicht des Autors gegen Gott gerichtet. Es gehe letztlich um die Entscheidung, ob ein Mensch dem „Heiligen Geist“ oder dem „kosmischen Geist“ vertraue. Nach der Heiligen Schrift (1 Kor 2,12; Eph 6,12) stehe hinter dem widergöttlichen Geist der Teufel. Auch dämonische Kräfte könnten „Wunder bewirken“, so Haase.

„Denn welcher Mensch weiß, was im Menschen ist, als allein der Geist des Menschen, der in ihm ist? So weiß auch niemand, was in Gott ist, als allein der Geist Gottes. Wir aber haben nicht empfangen den Geist der Welt, sondern den Geist aus Gott, dass wir wissen können, was uns von Gott geschenkt ist.“ (1. Kor 2,11-12)

„Zieht an die Waffenrüstung Gottes, damit ihr bestehen könnt gegen die listigen Anschläge des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in dieser Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel.“ (Epheser 6, 11-12)

Buchempfehlung von AG WELT e.V.: Homöopathie, Autor: Michael Kotsch