16. Dezember 2017

Bioresonanztherapie?

Foto: Thomas Schneider

Foto: Thomas Schneider

Von Thomas Schneider

Wenn nichts mehr hilft, um von einer Krankheit zu gesunden, sucht der Mensch nach Alternativen. Nicht selten werden auch in christlichen Kreisen Heilverfahren empfohlen, die „wirklich helfen“ sollen. Eine Mutter meinte nach einem meiner Vorträge ganz aufgeregt: „Die Bioresonanztherapie hat mir geholfen. Kein einziger Arzt konnte etwas gegen meine Neurodermitis tun.“

Bei der Bioresonanztherapie (BRT), kurz: MORA-Therapie, handelt es sich um eine von dem Arzt Franz Morell und dem Ingenieur für Elektrotechnik Erich Rasche 1977 entwickelte Diagnostikmethode, nach der das gesamte menschliche Leben, alle Lebensvorgänge und das Universum auf Schwingungen beruhen würden. Bei einer Erkrankung seien diese als „Bioenergie“ bezeichneten Schwingungen gestört und müssten in einen harmonischen Ablauf umgepolt werden.

Energiepunkte stammen aus der TCM

Solche Störungen sollen geistiger Herkunft sein. Mit einem sogenannten „Bioresonanzgerät“ könne das als Fehlschwingung erkannte Krankheitsbild des Menschen erfasst werden. Über das Anlegen von Elektroden an den menschlichen Körper soll eine Harmonisierung erfolgen.

Mit der auch als „Umcodierung“ bezeichneten Umkehr von Schwingungen will man im menschlichen Körper vermutete „Programmierungsfehler“ korrigieren. Die bei der BRT am Körper fixierten „Energiepunkte“ (Elektrodenansatz) stammen aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Danach soll das „Qi“ (Yuanqi = zentraler Begriff in der Weltanschauung des Daoismus u.a. Religionen) die ideelle Grundlage zur Herstellung des menschlichen Gleichgewichts sein. Die ganze Welt sei aus dem „Qi“ entstanden, wo „Yin und Yang“ (Begriffe chinesischen Denkens) noch vermischt gewesen seien. Das beim Menschen vorherrschende Ungleichgewicht, wie Krankheitssymptome, soll mit BRT beseitigt werden.

Und wieso hilft BRT manchmal doch?

Von Nutzern der BRT wird immer wieder behauptet, dass diese Therapieform geholfen hätte. Nachweisen können sie es nicht. Zur BRT liegen keine wissenschaftlich belegbaren Studienergebnisse vor, auch nicht zur Heilung von Neurodermitis, Migräne oder Allergien.

Alternative Heilmethoden werden meist in entspannter Atmosphäre durchgeführt, die einen gewissen Wohlfühleffekt hervorruft. Jeder BRT-Anbieter weiß, dass die Zeit für ihn arbeitet. Erklären kann er etwaige Erfolgserlebnisse nicht und schwört natürlich auf die angewandte Methode.

Je mystischer eine alternative Heiltherapie anmutet, desto mehr wird ein vermeintlicher Heilerfolg suggeriert. Suggestion aber ist Manipulation, die der Mensch nicht wahrnimmt oder nicht wahrnehmen will und oft einfach nur daran glaubt, dass Energieströme und harmonisierte Schwingungen heilen können. Der Mensch will nichts anderes als gesund werden und zieht ein Therapie-Register nach dem anderen. Aber nicht jede Heilung muss auch gut sein.

Christen sollten auf Heilverfahren verzichten, die mit Weltanschauungen tangieren, deren Idee dem Willen Gottes und dem Heiland der Welt, Jesus Christus, entgegenstehen. Das Gebet zu unserem Schöpfer ist und bleibt die beste alternative Heilmethode.

Beitrag aus der Publikation “BRENNPUNKT WELTANSCHAUUNG”.
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