17. Dezember 2017

Spaß macht Spaß

Foto: Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com/pixelio.de

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von Michael Kotsch

Spaß macht Spaß. Wer Menschen aus Europa oder Nordamerika danach fragt, was sie am liebsten machen oder was sie als Ziel ihres Lebens betrachten, dann antworten viele: „Spaß haben“.

Spaß machen kann fast alles. Für Menschen aus einer anderen Kultur oder mit anderen Vorlieben wird das, was mir als ultimativer Spaß erscheint, eher als Quälerei gelten. Einem macht es Spaß sich stundenlang dröhnender Musik auszusetzen. Ein anderer genießt es endlos lang neben einer Angelrute auszuharren. Einige stehen liebend gerne bei Morgengrauen auf, um seltene Vögel zu beobachten. Wieder andere quälen sich mit Begeisterung an Sportgeräten oder lernen zum Spaß eine neue Fremdsprache.

Spaß kommt nicht nur aus objektivem Empfinden

Spaß lässt sich nur schlecht objektiv messen. Zu sehr ist das, was Spaß macht, an die Vorstellungen einer Zeit gebunden und von der Wertung der Gruppe abhängig in der man sich Zuhause fühlt. Denn tatsächlich kommt der Spaß nicht nur aus dem subjektiven Empfinden, sondern wird von den Erwartungen des eigenen Umfelds und der Anerkennung bestimmt, die die entsprechende Tätigkeit bei Freunden hervorruft.

In einer rational geordneten „Ökonomie des Spaßes“ müsste eigentlich die direkte elektrische Reizung des Lustzentrums im Gehirn an erster Stelle stehen. Auf diese Weise könnte Spaßempfinden am intensivsten, am ausdauerndsten und am billigsten ausgelöst werden. Manchen mag das vielleicht abschrecken, weil es den offensichtlichen Anschein von Unechtheit und Unwirklichkeit hat. Aber rein vom Erleben her wäre das wohl die optimale Lösung. Und wer einmal in das elektrisch hergestellte Lustgefühl eingetaucht ist, dem wird die Herkunft seines Erlebens wahrscheinlich nur noch wenig Kopfschmerzen bereiten.

Glücksgefühl und Drogengebrauch

Ähnlich funktioniert das schon heute mit chemischen Suchtmitteln, beispielsweise den Drogen. Obwohl der Körper des Süchtigen zunehmend geschädigt wird und verfällt, obwohl er merkt, dass er sich Stück für Stück von der übrigen Gesellschaft entfernt, geht er gewöhnlich seinen Weg konsequent weiter. Auch die Erkenntnis, dass sein „Glücksgefühl“ lediglich biochemisch stimuliert ist, hält ihn kaum von weiterem Drogengebrauch ab. Hier scheint das Gefühl weit wichtiger geworden zu sein als die Realität. Dem, der die ganze Szene von außen betrachtet, dürfte solch ein Leben allerdings seltsam und befremdlich erscheinen.

Spaß kann gelernt werden

Zweifellos „Spaß haben“ ist schön. Nur sollte man sein Leben nicht allein nach diesem Gefühl planen. Spaß ist ein unsicherer Geselle. Was heute Spaß macht, kann schon morgen tödlich langweilen. Außerdem beschreibt „Spaß“ lediglich das Gefühl mit dem wir etwas machen, sagt aber nichts darüber aus, ob das was getan wird auch richtig ist oder weiter hilft. Wer Spaß daran verspürt andere Menschen zu quälen oder zu töten, sollte wohl besser auf die Ausübung seines Hobbys verzichten, weil zwar das Gefühl gut sein mag, die Handlung ist es offensichtlich nicht. „Spaß“ kann gelernt und verändert werden, die ethische Bedeutung einer Handlung nicht. Da ist es viel wichtiger zu wissen, ob jemand das Richtige tut, nicht ob er dabei Spaß hat. Und erstaunlicherweise stellt sich der Spaß dann in vielen Fällen von selbst ein.

Das endlose Hochzeitsfest

Wenn es bei „Spaß“ um ein „rundum gut Fühlen“ geht, sollte man sich an den Maßstäben Gottes orientieren, denn er weiß am besten was Menschen auf Dauer wirklich gut tut. Außerdem verspricht er jedem, der mit ihm leben will, die Teilnahme an einem endlosen Hochzeitsfest im Himmel (Matthäus 22,2-12; Offenbarung 19,7ff). Das wird weitaus mehr Spaß machen als alle irdischen Partys, die oftmals nur unter dem betäubenden Einfluss von lauter Musik oder Stimulanzien wie Alkohol oder Drogen genossen werden können, weil sie eigentlich leer und oberflächlich sind.

Michael Kotsch ist Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Weltanschauungsfragen e.V., Lehrer für Kirchengeschichte, Konfessions- und Sektenkunde, Religionswissenschaft und Apologetik an der Bibelschule Brake, Vorsitzender im Bibelbund e.V., verheiratet und Vater von drei Kindern.