17. Oktober 2017

Osnabrück mit „Drei-Religionen-Grundschule“

Das Logo der Drei-Religionen-Schule. Foto: Bistum Osnabrück

Das Logo der Drei-Religionen-Schule. Foto: Bistum Osnabrück

(AG WELT) Wie das Bischöfliche Generalvikariat im katholischen Bistum Osnabrück informiert, lernen seit dem 5. September neun katholische, acht muslimische und zwei jüdische Kinder gemeinsam mit einem griechisch-orthodoxen, einem evangelischen und einem konfessionslosen Kind an einer „Drei-Religionen-Grundschule“.

Die neue Grundschule ist am Standort der katholischen Johannisschule untergebracht und aus der Not heraus entstanden, weil der notwendige Schüleranteil zur Führung einer katholischen Bekenntnisschule von 20 Prozent nicht mehr erreicht werden konnte. Alle bisherigen Lehrer sind vom Konzept nicht überzeugt und werden deshalb die Johannisschule verlassen.

Mit Kreuz, Menora und Halbmond für mehr Toleranz

Das Logo der neuen Schule zeigt ein Kreuz für das Christentum, einen siebenarmigen Leuchter für das Judentum und einen roten Halbmond für den Islam. Man wolle sich „im Schulalltag von der religiös geprägten Lebensweise leiten lassen“, so die Leiterin des Schulprojektes, Birgit Jöring. So sei es wichtig, dass sich die Kinder „zunächst der eigenen Wurzeln vergewissern“.

Der Religionsunterricht wird zwar getrennt erteilt, den Kindern werde aber gelehrt, dass Christentum, Judentum und Islam Berührungspunkte hätten. So stünden gemeinsame Projekttage auf dem Lehrplan, wo die Kinder geschult werden sollen, was andere Religionen für Traditionen, Riten und Feste haben. Zum besseren Kennenlernen religiöser Symbolik sei neben dem Kreuz und der Menora auch der Halbmond im Schulgebäude zu sehen. Das Bestreben der neuartigen Schule sei, dass bereits Erstklässler religiöse Unterschiede und Gemeinsamkeiten wahrnehmen und Toleranz gegenüber Andersgläubigen lernen.

An der „Drei-Religionen-Grundschule“ unterrichtet die Schulleiterin mit drei weiteren Pädagogen 22 Schüler. Für das Schuljahr 2013/2014 hätten sich bereits 38 Kinder angemeldet. Muslimischen Lehrerinnen ist es an dieser Schule erlaubt, ein Kopftuch zu tragen. Nur mit knapper Mehrheit hatte der Osnabrücker Stadtrat 2011 den Antrag von CDU, FDP und Grünen zur Gründung der „Drei-Religionen-Grundschule“ gebilligt.

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